PM: Hannelore Kraft ignorier Klimaschutz und Menschenrechte bei Kolumbienbesuch.

NRW-Ministerpräsidentin meidet bei Kolumbienbesuch kritische Debatten zum dortigen Kohlabbau.
Pressemitteilung von Urgewald, PowerShift und kolko e.V.

Hannelore Kraft ignoriert Klimaschutz und Menschenrechte
NRW-Ministerpräsidentin meidet bei Kolumbienbesuch kritische Debatten zum
dortigen Kohleabbau
Berlin, 03.12.15 NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat bei ihrer Kolumbienreise
vom 25. bis 27. November Werbung für NRW-Unternehmen gemacht und dabei kontroverse
Themen wie Klimaschutz und Menschenrechtsverletzungen weitgehend ausgeklammert.
Zu der großen Wirtschaftsdelegation, die Kraft begleitete, gehörten unter anderem Vertreter
des Stromkonzerns STEAG, der kolumbianische Steinkohle importiert, sowie Unternehmen
aus dem Bereich Kohlebergbau. Gerade der Kohlesektor steht in Kolumbien und anderen
Ländern schon lange wegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in der
Kritik. Nach Angaben von Medien und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen ging
Kraft nicht näher auf Schilderungen von Gewerkschaftsvertretern und
Menschenrechtsaktivisten ein und erklärte stattdessen: „Ich kann das nicht bewerten, die
Menschenrechtsfragen müssen vor allem hier vor Ort geklärt werden.“
Die Organisationen kolko, Powershift und urgewald kritisieren diese Haltung von Kraft: „In
den Kohleabbauregionen Kolumbiens wurden tausende Menschen umgebracht und
zehntausende vertrieben. Zahlreiche Zeugen haben unter Eid ausgesagt, dass Kohlefirmen
die Mörderbanden mitfinanziert haben. Trotz dieser bekannten Vorwürfe macht die
Sozialdemokratin Hannelore Kraft Werbung für NRW-Bergbautechnik, ohne kritische Fragen
an die anwesenden Kohle-Unternehmen zu stellen“, so Sebastian Rötters von PowerShift.
„Frau Kraft hat eine wichtige Chance verpasst, denjenigen den Rücken zu stärken, die sich
für ihre Landrechte und einen funktionierenden Rechtsstaat einsetzen und dafür vielfach
Todesdrohungen erhalten. Menschenrechtsfragen dürfen nicht den Wirtschaftsinteressen
untergeordnet werden“, fordert Alexandra Huck von kolko – Menschenrechte für Kolumbien.
„Während in Deutschland und rund um den Klimagipfel in Paris über den Kohleausstieg
diskutiert wird, fährt Frau Kraft nach Kolumbien, um Kohlebergbautechnik zu verkaufen. Das
ist das völlig falsche Signal“, so Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.
Weitere Informationen:
Medienbericht bei RP-Online zu Krafts Kolumbien-Besuch:
http://www.rp-online.de/politik/hannelore-kraft-auf-schwierigem-terrain-aid-1.5595900
Bericht zu Menschenrechtsverletzungen im kolumbianischen Kohlebergbau:
http://www.paxvoorvrede.nl/media/files/pax-dark-side-of-coal-final-version-web.pdf
Kontakte:
Alexandra Huck, kolko e.V.: +49 172-166 0346, mail(a)kolko.net
Sebastian Rötters, PowerShift e.V.: +49 163-477 2758, sebastian.roetters(a)power-shift.de
Heffa Schücking, urgewald e.V.: +49 160-9676 1436, heffa(a)urgewald.org

Pressemitteilung als als download: PM Kraft Kohle Kolumbien – 3.12.15