{"id":8542,"date":"2022-08-02T12:23:12","date_gmt":"2022-08-02T10:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.askonline.ch\/?p=8542"},"modified":"2022-08-02T12:23:13","modified_gmt":"2022-08-02T10:23:13","slug":"rueckgabe-der-bergbautitel-von-prodeco-erfolgt-auf-dem-ruecken-der-arbeiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/wirtschaft-menschenrechte\/rueckgabe-der-bergbautitel-von-prodeco-erfolgt-auf-dem-ruecken-der-arbeiter","title":{"rendered":"R\u00fcckgabe der Bergbautitel von Prodeco erfolgt auf dem R\u00fccken der Arbeiter"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.17.6&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Stephan Suhner<\/em><\/p>\n<p>Der \u00fcberraschende R\u00fcckzug von Prodeco aus dem Kohleabbau hat f\u00fcr die Region und vor allem f\u00fcr die Arbeiter gravierende Konsequenzen. Schon vor der Ank\u00fcndigung der R\u00fcckgabe der Bergbautitel hat Prodeco mit Entlassungen begonnen. Seit dem 4. Februar 2021 haben sich diese vermehrt. Dabei hat sich Glencore Prodeco gem\u00e4ss den Gewerkschaften dem Dialog verweigert, Arbeiter z.T. widerrechtlich entlassen und keinen wirklichen Sozialplan vorgelegt.<\/p>\n<p>Noch vor der Pandemie, im August 2019, verk\u00fcndete Prodeco einen Plan zur Kostenreduktion, in dem die teuersten Maschinen entfernt, der Produktionsprozess rationalisiert und die Anzahl Arbeiter*innen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a> reduziert werden sollte. Gleichzeitig versprach Prodeco, die Nachhaltigkeit des Unternehmens f\u00fcr die Zukunft zu erhalten. So aber hat Prodeco von 2019 bis Anfang 2021 mehr als 500 Angestellte des Drittunternehmens Manpower entlassen, ebenso 60 Arbeiter einer Unterhaltsfirma im Hafen, weitere 50 Fahrer im Hafen und insgesamt weitere 250 Arbeiter von Drittunternehmen. Im Juni 2020 entliess Prodeco 10 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter im Hafen, rund 100 akzeptierten einen Plan zur freiwilligen Arbeitsaufgabe. Mit einem neuen Plan zur freiwilligen Arbeitsaufgabe im Januar 2021 konnte Prodeco 315 Arbeiter in der Mine Calenturitas und Puerto Nuevo entlassen, 32 davon waren in der Gewerkschaft organisiert.\u00a0 Stand Februar 2021 reduzierten sich die Arbeiter der Mine La Jagua von 982 auf 591, 391 wurden also entlassen. 410 Arbeiter waren in der Gewerkschaft, 86 davon wurden entlassen. Ein Grossteil der Entlassenen war krank. Anfangs 2019 hatte die Prodeco Gruppe 7331 Angestellte, davon 2523 Direktangestellte und 4808 Leiharbeiter; im Februar 2021 waren es noch 1200 direkte Angestellte und sehr wenige Leiharbeiter. Prodeco begr\u00fcndete die Entlassungen mit der Restrukturierung, der Verweigerung der Umweltlizenz f\u00fcr eine neue Abraumhalde respektive die Nichtbewilligung eines neuen Umweltmanagementplanes und Probleme mit der Pandemie, was den Betrieb der Mine eingeschr\u00e4nkt habe und den Kohlemarkt einbrechen liess.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span>[2]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Prodeco durfte trotz der Pandemie weiter operieren, hatte den Betrieb aber w\u00e4hrend f\u00fcnf Monaten zur Verhinderung von Ansteckungen eingestellt. Trotz der Pandemie hatte Prodeco weiter Kohle exportiert, 150-200\u2018000 Tonnen pro Monat zwischen M\u00e4rz und Juli 2020. Die Kohle wurde in Lastwagen aus Nord-Santander zur Mine Calenturitas gebracht und von dort mit dem Zug zum Hafen. Sintracarb\u00f3n denunziert weiter, dass Prodeco und Puerto Nuevo die Operation nicht eingestellt haben, sondern\u00a0 2020, 2021 und 2022 weiterhin Kohle zum Hafen transportierten und exportierten. Dazu h\u00e4tten beide Unternehmen vorher entlassene Arbeiter \u00fcber Leiharbeitsunternehmen wieder angestellt, um die fr\u00fcheren Aufgaben wieder zu \u00fcbernehmen. Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter sind hingegen isoliert und erhalten den Lohn ohne zu arbeiten. Prodeco wolle so die Gewerkschaft und den Gesamtarbeitsvertrag zerst\u00f6ren.\u00a0<\/p>\n<p>Sintracarb\u00f3n hinterfragt auch die Art und Weise, wie Prodeco trotz unklarer Rechtslage die Bergbautitel an den Staat zur\u00fcckgeben kann. Es sei schwer verst\u00e4ndlich, wieso Glencore wegen angeblich mangelnder Rentabilit\u00e4t die Titel von Prodeco zur\u00fcck gebe, gleichzeitig aber 100% von Cerrej\u00f3n \u00fcbernehme. Die Kohlepreise erreichen neue H\u00f6chstst\u00e4nde mit durchschnittlich 233 USD pro Tonne f\u00fcr 2022, w\u00e4hrend die Produktionskosten pro Tonne bei 33 USD liegen. Auff\u00e4llig sei ebenfalls, das Glencore nur die Minentitel zur\u00fcckgebe, aber die Lager- und Verladeeinrichtungen in Calenturitas, die Zugslinie und den Hafen behalte. Prodeco handelt auch widerspr\u00fcchlich, wenn sie einerseits sagen, das Kohlegesch\u00e4ft sei nicht rentabel, andererseits im Jahr 2021 aber investierten, um den Shiploader zu verbessern, um so die Schiffe schneller und besser beladen zu k\u00f6nnen. Das heisst, dass eine neue Bergbaufirma, die die Titel \u00fcbernimmt, auf Glencore angewiesen ist, um die Kohle zu exportieren.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span>[3]<\/span><\/a><\/p>\n<p><strong>Arbeiter wurden von der R\u00fcckgabe der Titel \u00fcberrascht und nicht konsultiert<\/strong><\/p>\n<p>Sintramienerg\u00e9tica, eine der beiden Gewerkschaften bei Prodeco beklagt, dass die R\u00fcckgabe der Bergbautitel \u00fcberst\u00fcrzt und ohne Konsultation der Arbeiter erfolgte und diese sich auf die Schliessung in keiner Weise vorbereiten konnten. F\u00fcr Hunderte kranke Arbeiter sei die Zukunft v\u00f6llig ungewiss. Der internationale Gewerkschaftsverband CNV aus Holland ist in grosser Sorge \u00fcber die Auswirkungen dieses Unternehmensentscheides auf das Leben von Tausenden von Arbeitern und deren Familien. Glencore Prodeco hat im Rahmen der R\u00fcckgabe der Minentitel an den Staat mehrfach Arbeiter willk\u00fcrlich entlassen.<\/p>\n<p>Die Zustimmung der nationalen Bergbauagentur, die R\u00fcckgabe der Bergbautitel von Prodeco zu akzeptieren, hat bei den Arbeitern zu viel Verunsicherung gef\u00fchrt. Sie fragen sich, wo der kolumbianische Staat bleibt, um ihre Rechte und die Rechte der Gemeinschaften zu sch\u00fctzen. Die Arbeiter und die Gewerkschaftsvertreter vertrauen den Absichten von Prodeco nicht und bef\u00fcrchten, dass sie die Verpflichtungen nicht einh\u00e4lt. Seit Prodeco den R\u00fcckzug angek\u00fcndigt hat, hat sie willk\u00fcrliche Entscheidungen getroffen und sich dem Dialog verweigert, alles ohne Ber\u00fccksichtigung der mehr als 5000 direkten und 6000 indirekten Arbeiter. Die Dialogverweigerung Prodecos widerspricht den Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation IAO und den Richtlinien f\u00fcr Minenschliessungen, die das Unternehmen unterzeichnet hat. Die Arbeiter verstehen auch nicht, warum Prodeco die Minen aufgibt, angesichts steigender Preise und Effizienzgewinne in der Abbautechnologie. Die Arbeiter beklagen auch die v\u00f6llige Abwesenheit von staatlicher F\u00fchrung und sozialem Dialog. All die Gespr\u00e4che die die Gewerkschaften mit den Parteien und Parlamentariern, dem Arbeitsministerium, den B\u00fcrgermeistern und Gouverneuren gef\u00fchrt haben, haben nichts gefruchtet, um die soziale Misere zu verhindern. Die Schliessung der Minen betrifft nicht nur die Arbeiter und ihre Familien, sondern die ganze Region, deren soziales und wirtschaftliches Leben auf der Kohle aufgebaut wurde.<\/p>\n<p>Obwohl seit Jahren bekannt ist, dass der Kohleabbau irgendwann enden wird, kam der R\u00fcckzug von Prodeco doch \u00fcberraschend, und v.a. wurde nicht erwartet, dass das Ende so planlos und \u00fcberst\u00fcrzt erfolgen k\u00f6nnte. CNV hat deshalb die Bildung des Arbeiterkollektivs f\u00fcr einen gerechten \u00dcbergang unterst\u00fctzt, um in Zukunft solche Szenarien wie mit Prodeco zu verhindern. Der Ausstieg aus der Kohle wird so oder so kommen, aber er sollte die Region nicht immer wieder in soziale Krisen st\u00fcrzen wie jetzt der Ausstieg von Prodeco.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span>[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p><strong>Massenentlassung durch \u00abgrossz\u00fcgige Pl\u00e4ne zur freiwilligen K\u00fcndigung\u00bb <\/strong><\/p>\n<p>In den letzten zwei Jahren haben Prodeco und Puerto Nuevo mehr als 500 direkte Arbeiter entlassen und drei Pl\u00e4ne zur freiwilligen K\u00fcndigung (<em>Planes de retiro voluntario<\/em>) aufgelegt. Diese Pl\u00e4ne sind gar nicht wirklich freiwillig: Prodeco offeriert nebst den legalen Abgangsentsch\u00e4digungen drei zus\u00e4tzliche Bonuszahlungen. Wenn das Angebot abgelehnt wird, ist die Alternative die Entlassung ohne Rechtfertigungsgrund und ohne die drei Bonuszahlungen. F\u00fcr die Gewerkschaften weist diese Praxis auch gesetzeswidrige Elemente auf. Die Arbeiter werden dabei unter Druck gesetzt, dass wenn sie diesen Plan nicht akzeptieren, sie sowieso entlassen w\u00fcrden. Die Pl\u00e4ne zur freiwilligen Arbeitsaufgabe oder K\u00fcndigung sind f\u00fcr die Arbeiter keine l\u00e4ngerfristige Garantie f\u00fcr ein ausk\u00f6mmliches Leben. Prodeco habe eine externe Anwaltskanzlei damit beauftragt, diese Pl\u00e4ne zur freiwilligen K\u00fcndigung umzusetzen, wobei enormer Druck auf die Arbeiter ausge\u00fcbt werde, mit mehreren Telefonanrufen, damit sie akzeptieren. Die freiwilligen K\u00fcndigungen bedeuten aber, dass die Arbeiter auf ihre Arbeitsrechte, auf die kollektiven Verg\u00fcnstigungen und Vorteile der Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge etc. verzichten, im Gegenzug f\u00fcr Geldsummen, die nicht lange reichen werden. Die Gewerkschaften bei Prodeco lehnen die individuellen Druckversuche auf die Arbeiter ab und verlangen, dass diese Pl\u00e4ne wenn schon mit den Gewerkschaften ausgehandelt werden, um die \u00fcber lange Jahre erk\u00e4mpften Arbeitsrechte zu verteidigen und zu erhalten.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Die Strategie von Prodeco war jeweils, eine Gruppe von Arbeitern zu entlassen und dann einen Plan f\u00fcr die freiwillige K\u00fcndigung aufzulegen. Aus Angst vor einer Entlassung haben dann viele Arbeiter diese Pl\u00e4ne akzeptiert. Auch Arbeiter, die \u00fcber einen gewerkschaftlichen K\u00fcndigungsschutz verf\u00fcgten, weil Gesamtarbeitsvertragsverhandlungen angestrebt wurden, waren nicht vor Entlassung gefeit. Als diese Arbeiter sich weigerten, diese Pl\u00e4ne zu akzeptieren, wurden sie entlassen, ohne dass das Arbeitsministerium darauf reagiert h\u00e4tte. Sintracarb\u00f3n hat Ende 2021 einen Forderungskatalog an Prodeco und Puerto Nuevo eingereicht. Die beiden Unternehmen haben daraufhin s\u00e4mtliche Punkte des bestehenden Gesamtarbeitsvertrages aufgek\u00fcndigt, \u00fcber den Forderungskatalog der Gewerkschaft wollte das Unternehmen nicht verhandeln.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span>[5]<\/span><\/a> Die internationale Gewerkschaftsvereinigung CNV verurteilt die Art und Weise wie Glencore Prodeco diese Situation gemanagt hat, ohne sich mit den Gewerkschaften hinzusetzen und einen verantwortungsbewussten Sozialplan auszuhandeln, der die Arbeits- und Grundrechte respektiert. Am schlimmsten ist die Situation f\u00fcr die outgesourcten Arbeiter, die etwa 70% aller Arbeiter im Bergbausektor ausmachen.\u00a0<\/p>\n<p>Ein Problem, das Prodeco allenfalls ungel\u00f6st hinterl\u00e4sst, sind die kranken Arbeiter. Die Gewerkschaft der kranken und behinderten Arbeiter des Minensektors SINTRADEM spricht von einer grossen Anzahl kranker Arbeiter mit Atemwegserkrankungen bis hin zu (Quarz-)Staublungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Wie diese Erkrankungen zu qualifizieren seien, ob als Arbeitserkrankungen oder in Beziehung zu den Kohleminen, oder nur als normale Erkrankungen, ist seit Jahren umstritten. Vielen kranken Arbeitern wird nur eine normale Erkrankung diagnostiziert, keine in Verbindung mit der Arbeit in der Kohlemine. Wie es f\u00fcr diese erkrankten Arbeiter nach dem Weggang von Prodeco weitergeht, ist ungel\u00f6st.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span>[6]<\/span><\/a> Aus Sicht der Gewerkschaften wird kranken Arbeitern ein Preisschild verpasst, d.h. es wird ihnen eine bestimmte Geldsumme offeriert, damit sie das Unternehmen verlassen, im Wissen darum, dass es sich um kranke Arbeiter handelt, deren Situation nicht gekl\u00e4rt ist. Mit gesetzlichen Schritten ist es den Gewerkschaften aber gelungen, einige Arbeiter wieder an den Arbeitsplatz zu integrieren. Es gibt aktuell 627 juristische Prozesse gegen Prodeco wegen diesen ungerechtfertigten Entlassungen. Diese Machenschaften von Glencore verstossen gegen die OECD Leits\u00e4tze, die Leitprinzipien der UNO und gegen Art. 4 \u00fcber Minenschliessung des Bettercoal Standards.<\/p>\n<p><strong>Arbeitsministerium bewilligt Massenentlassungen wegen Aufgabe des Kohleabbaus <\/strong><\/p>\n<p>Prodeco hat am 4. Februar 2021, am selben Tag, an dem das Unternehmen bei der Nationalen Bergbaubeh\u00f6rde um Erlaubnis ersuchte, die Bergbautitel zur\u00fcckzugeben, beim Arbeitsministerium um Erlaubnis ersucht, die Arbeiter kollektiv entlassen zu d\u00fcrfen, da es die Bergbauaktivit\u00e4ten definitiv einstelle. Die Gewerkschaften hofften, dass das Arbeitsministerium diesen Antrag Prodecos ablehnt, vergebens. Mit der Resolution 1619 vom 17. Mai 2022 des Arbeitsministeriums wurde die Entlassung von 247 Arbeitern autorisiert. Bis auf 24 leitende Angestellte, die Prodeco auch ohne Minenbetrieb noch brauche, wurde die Entlassung von allen anderen Arbeitern bewilligt. Unklar bleibt, welche Arbeiter die Unterhaltsarbeiten und Arbeiten zur Erf\u00fcllung des Umweltmanagementplanes durchf\u00fchren. Sintracarb\u00f3n kritisiert, dass diese Entlassungen autorisiert wurden, obwohl wegen der Covid \u2013 Pandemie eigentlich eine Arbeitsplatzgarantie herrscht. Der sanit\u00e4re Notstand dauert noch bis mindestens zum 30. Juni 2022, die Wirtschaft beginnt sich erst langsam zu erholen und die Arbeitslosigkeit liegt bei \u00fcber 12%. Dasselbe Arbeitsministerium, das nun diese Massenentlassung bewilligt hat, schreibt auf seiner Internetseite, dass es wegen der Pandemie keine Massenentlassung autorisiere und es vordringlich sei, die Rechte der Arbeiter*innen zu sch\u00fctzen. Im Communiqu\u00e9, mit dem Sintracarb\u00f3n die Massenentlassung hinterfragt, stellt die Gewerkschaft auch die Frage, warum Gerichtsverfahren, die von den Gewerkschaften angestrengt werden, kaum Fortschritte machen, das Gesuch von Glencore um Massenentlassung jedoch innert 15 Monaten erstinstanzlich entschieden wurde.<\/p>\n<p>Insgesamt stehen 900 Arbeitspl\u00e4tze bei Prodeco auf dem Spiel, viele dieser Arbeiter krank, vor-pensioniert oder mit Vaterpflichten. \u00dcber 70% der entlassenen Arbeiter hatte arbeitsbedingte Krankheiten. Das Unternehmen hat 2021 neues Personal angestellt, mit tieferen L\u00f6hnen und befristeten Arbeitsvertr\u00e4gen, sowie ohne die Vorteile des Gesamtarbeitsvertrages, da die neuen Arbeiter aus Angst keiner Gewerkschaft beigetreten sind. Glencore Prodeco h\u00e4tte anders vorgehen m\u00fcssen, und z.B. ein Abkommen schliessen, so dass die Arbeiter direkt an das neue Unternehmen \u00fcbergegangen w\u00e4ren. Das h\u00e4tte die Region sozial und wirtschaftlich viel weniger belastet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a> Dieser Artikel beinhaltet das Wort Arbeiter*innen sehr viele Male. Der Leser*innenfreundlichkeit zuliebe verzichten wir darauf, jedesmal die Sternchenform des Wortes zu benutzen und schreiben Arbeiter stellvertretend f\u00fcr Arbeiter und Arbeiterinnen. Obwohl die grosse Mehrheit der Angestellten M\u00e4nner sind, gibt es aber auch Frauen in diesem Pool.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span>[2]<\/span><\/a> Sintramienergetica Seccional Santa Marta, INFORME SOBRE SITUACI\u00d3N EN EL GRUPO PRODECO \u2013 GLENCORE COLOMBIA, Santa Marta, 11 de febrero de 2021<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><span>[3]<\/span><\/a> Brief von Igor D\u00edaz, Pr\u00e4sident von Sintracarb\u00f3n, an den Arbeitsminister Angel C. Cabrera B\u00e1ez, bez\u00fcglich der Resolution 1619 von 2022, 21. Mai 2022.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><span>[4]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.cnvinternationaal.nl\/es\/nuestro-trabajo\/noticias\/2021\/septiembre\/devolucion-de-titulos-mineros-en-el-cesar-de-espaldas-a-los-trabajadores-y-sin-liderazgo-estatal\">Devoluci\u00f3n de t\u00edtulos mineros en el Cesar: de espaldas a los trabajadores y sin liderazgo estatal (cnvinternationaal.nl)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><span>[5]<\/span><\/a> Sintracarb\u00f3n, INFORME SITUACION EN EL GRUPO PRODECO \u2013 COLOMBIA, 25. April 2022<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><span>[6]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.cnvinternationaal.nl\/es\/nuestro-trabajo\/noticias\/2021\/febrero\/salida-de-prodeco-de-colombia-urge-mesa-de-negociacion\">Salida de PRODECO de Colombia: urge mesa de negociaci\u00f3n (cnvinternationaal.nl)<\/a><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.17.6&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Gewerkschafssituation-Prodeco-2022.pdf&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]\r[\/et_pb_button][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00fcberraschende R\u00fcckzug von Prodeco aus dem Kohleabbau hat f\u00fcr die Region und vor allem f\u00fcr die Arbeiter gravierende Konsequenzen. 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