{"id":8367,"date":"2022-05-04T09:04:54","date_gmt":"2022-05-04T07:04:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.askonline.ch\/?p=8367"},"modified":"2022-05-04T09:04:57","modified_gmt":"2022-05-04T07:04:57","slug":"die-rettung-des-bruno-flusses-steht-auf-messers-schneide%ef%bf%bc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/wirtschaft-menschenrechte\/die-rettung-des-bruno-flusses-steht-auf-messers-schneide%ef%bf%bc","title":{"rendered":"Die Rettung des Bruno-Flusses steht auf Messers Schneide\ufffc"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.17.3&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Stephan Suhner\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die Wasserversorgung, die Spiritualit\u00e4t und das \u00d6kosystem der Wayuu als Spielball wirtschaftlicher Interessen und juristischer Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p>Die von der Kohlenmine El Cerrej\u00f3n durchgef\u00fchrte Umleitung des Flusses Bruno hat m\u00f6glicherweise schwerwiegende, ja nicht wieder gut zu machende Nachteile f\u00fcr die Umwelt und die Gemeinschaften, die entlang des Flusses leben, ist er doch einer der letzten gr\u00f6sseren Zufl\u00fcsse des Rancher\u00eda Flusses und f\u00fcr die Wasserversorgung von Tausenden Personen wichtig. Die Gemeinschaften im Bereich der Flussumleitung trauten den Pl\u00e4nen von Cerrej\u00f3n und den Bewilligungen der Regierungsbeh\u00f6rden nicht und klagten gegen die Umleitung. Vor dem Verfassungsgericht bekamen sie 2017 schlussendlich Recht, aber in der Zwischenzeit hatte Cerrej\u00f3n die Umleitung praktisch fertiggestellt gehabt. Das Verfassungsgericht entschied im Urteil SU 698 von 2017, dass der Bruno zumindest vor\u00fcbergehend in sein urspr\u00fcngliches Bett zur\u00fcckgeleitet werden m\u00fcsse und in der Zwischenzeit ein interinstitutioneller Arbeitstisch 10 Fragen in Bezug auf die Umleitung, den Wasserhaushalt der Region und die Folgen f\u00fcr Umwelt und Anwohner kl\u00e4ren m\u00fcsse. Ver\u00f6ffentlicht wurde das Urteil komischerweise erst 2019, was dessen Umsetzung erheblich verz\u00f6gerte. Der interinstitutionelle Arbeitstisch entschied rasch, dass der Arroyo Bruno nicht mehr in den alten Lauf zur\u00fcckgeleitet werden k\u00f6nne, da dies zu noch gr\u00f6sseren Problemen und Sch\u00e4den f\u00fchren w\u00fcrde. Ansonsten kam die Arbeit des Tisches schleppend voran und die Gemeinschaften beklagten, dass sie und unabh\u00e4ngige Experten nicht geh\u00f6rt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Wegen dem Urteil des Verfassungsgerichtes blieb Cerrej\u00f3n aber der Abbau der Kohle im Abschnitt La Puente, unter dem ehemaligen Flussbett, verwehrt. Die dort liegende Kohle w\u00e4re leicht abbaubar und von guter Qualit\u00e4t und f\u00fcr die Produktionsziele von Glencore-Cerrej\u00f3n wichtig. Deshalb versuchte Glencore zuerst mit der Androhung einer Investitionsschutzklage mit der kolumbianischen Regierung eine aussergerichtliche L\u00f6sung und Einigung zu finden. Als dies nicht gelang, reichte Glencore diese Klage gegen den kolumbianischen Staat dann \u00a0beim Weltbankschiedsgericht ein<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a>. Glencore f\u00fchrte an, dass sie \u00fcber s\u00e4mtliche Bewilligungen des Staates verf\u00fcgten und die Arbeiten h\u00f6chsten Ingenieursanspr\u00fcchen gen\u00fcgen w\u00fcrden. Das Urteil des Verfassungsgerichtes w\u00fcrde der Arbeit s\u00e4mtlicher zust\u00e4ndiger und kompetenter Beh\u00f6rden Kolumbiens der letzten zehn Jahre widersprechen und sei deshalb willk\u00fcrlich und diskriminierend. Insbesondere beklagte Glencore, dass kein anderes Projekt je solche zus\u00e4tzlichen Auflagen wie die vom Verfassungsgericht angeordneten zu erf\u00fcllen gehabt habe. V.a. dieser interinstitutionelle Arbeitstisch sei ein eigenartiges Instrument, dessen Befugnisse innerhalb der kolumbianischen Rechtsordnung unklar seien. Auch w\u00fcrden die Rechte von Cerrej\u00f3n, das La Puente Projekt umzusetzen, durch diesen Arbeitstisch und die r\u00fcckwirkende \u00dcberpr\u00fcfung der durch die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden erteilten Bewilligung ungeb\u00fchrlich eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>In Gespr\u00e4chen mit der ask! im M\u00e4rz 2022 betonte Glencore, dass die Klage nicht als Druckversuch verstanden werden soll und es klar sei, dass die kolumbianische Regierung sich nicht einfach so \u00fcber das Urteil des Verfassungsgerichtes hinwegsetzen k\u00f6nne. Glencore wolle damit auch nicht die kolumbianische Rechtsprechung schw\u00e4chen und habe viel Zeit einger\u00e4umt, um eine einvernehmliche L\u00f6sung zu finden. Der interinstitutionelle Arbeitstisch habe aber viel zu langsam gearbeitet. Glencore hoffe nun auf einen baldigen Abschluss des Arbeitstisches. Je nach endg\u00fcltiger Schlussfolgerung des Arbeitstisches w\u00fcrde sich Glencore \u00fcberlegen, wie es mit der h\u00e4ngigen Klage beim Weltbankschiedsgericht weiter gehen soll. Auch dieser Schiedsspruch k\u00f6nne dem kolumbianischen Staat nicht befehlen, was er zu tun habe und wie er das Urteil des Verfassungsgerichtes umzusetzen habe. Der Schiedsspruch werde sich also v.a. mit dem Glencore entstandenen Schaden befassen m\u00fcssen. Weiter in die Details ging Glencore bez\u00fcglich dem, was sie sich vom Schiedsgericht erhoffen, nicht.<\/p>\n<p>Am 6. April 2022 hat der interinstitutionelle Arbeitstisch nun seine Abschlussstudie ver\u00f6ffentlicht, die bei den klagef\u00fchrenden Gemeinschaften auf Unverst\u00e4ndnis st\u00f6sst. Die kolumbianischen Regierungsinstitutionen w\u00fcrden die Vorgaben des Verfassungsgerichtes verletzen, in dem sie beschliessen, die Umleitung des Flusses Bruno nicht r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, so die klagenden Gemeinschaften. Das Communiqu\u00e9<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span>[2]<\/span><\/a> der Gemeinschaften h\u00e4lt nochmals fest, dass das Urteil SU 698 von 2017 die Einrichtung eines interinstitutionellen Arbeitstisches verlangte, der 10 Fragen rund um die Umleitung des Arroyo Bruno mit Hilfe von Experten und unter Ber\u00fccksichtigung der betroffenen Gemeinschaften kl\u00e4ren sollte. Nun habe dieser Tisch am 6. April 2022 seinen Schlussbericht ver\u00f6ffentlicht, der in den Augen der Wayuu-Gemeinschaften, die Klage gegen die Umleitung f\u00fchrten, technisch ungen\u00fcgend, willk\u00fcrlich und vorwiegend auf Informationen des Unternehmens Cerrej\u00f3n basierend sei. Die Arbeit des Interinstitutionellen Arbeitstisches habe keine effektive und wirkliche Teilnahme der betroffenen Gemeinschaften erm\u00f6glicht und der Schlussbericht sei weder durch die technischen Berater validiert noch juristisch \u00fcberpr\u00fcft worden. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Der Arbeitstisch, an dem das Unternehmen Cerrej\u00f3n teilnahm, kam in dieser Studie zum Schluss, dass der Fluss im neuen k\u00fcnstlichen Kanal verbleiben soll. Damit soll es dem Unternehmen erm\u00f6glicht werden, die Ausbeutung der Kohle unter dem alten Flussbett in Angriff zu nehmen. Am 6. April 2022 teilte die Beamtin des Umweltministeriums Andrea Corzo \u00c1lvarez per Mail mit, dass mit dieser Schlussversion der Studie den Anspr\u00fcchen des Urteils des Verfassungsgerichtes Gen\u00fcge getan worden sei. Ebenso wurde gesagt, dass die Empfehlungen bez\u00fcglich Kosmologie, Spiritualit\u00e4t und Kultur durch die Beitr\u00e4ge der Gemeinschaft La Horqueta ber\u00fccksichtigt worden seien und f\u00fcr alle Gemeinschaften, die durch das Urteil abgedeckt sind, G\u00fcltigkeit habe. Im Gegenzug f\u00fcr die Erlaubnis, das nat\u00fcrliche \u00d6kosystem des Arroyo Bruno zu zerst\u00f6ren, offeriere Cerrej\u00f3n Kompensationsmassnahmen wie den Bau eines Ortes f\u00fcr Rituale und den Ausbau von Baumschulen, beklagen die betroffenen Gemeinschaften. Der Entscheid des Arbeitstisches sei alarmierend, da das Unternehmen schon 2017 &#8211; w\u00e4hrend der juristische Prozess am Laufen war &#8211; die Umleitungsarbeiten beschleunigt habe, um Tatsachen zu schaffen. Es bestehe nun also das Risiko, dass allein mit der Fertigstellung dieser Studie die Zerst\u00f6rung des nat\u00fcrlichen urspr\u00fcnglichen Flusslaufes gutgeheissen wird, ohne eine juristische \u00dcberpr\u00fcfung und ohne die Zustimmung der Wayuu-Gemeinschaften. \u00a0<\/p>\n<p>In der ganzen Zeit die vergangen ist, seit das Urteil 2019 ver\u00f6ffentlicht wurde, wurden unz\u00e4hlige Berichte und Schreiben bez\u00fcglich der Missachtung der Anordnungen des Urteils an die Justizbeh\u00f6rden geschickt, ohne dass diese Schreiben bisher beantwortet worden w\u00e4ren. Sowohl in der Erarbeitung der nun vorliegenden Studie wie auch im Konzept von 2019, mit welchem die provisorische Massnahme der R\u00fcckkehr des Arroyo Bruno in den urspr\u00fcnglichen Lauf abgelehnt wurde, haben die Beh\u00f6rden Vorgaben und Kriterien des Urteils offen missachtet. Sie haben sich darauf beschr\u00e4nkt, die guten Eigenschaften des k\u00fcnstlichen Kanales hervorzuheben, gest\u00fctzt auf Informationen, die haupts\u00e4chlich vom Unternehmen stammen, und ohne eine vergleichende Evaluation mit dem urspr\u00fcnglichen Flusslauf vorzunehmen. Die ganze Zeit haben sich die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden so verhalten, wie wenn das Urteil des Verfassungsgerichtes keinen Wert h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Obwohl \u00f6ffentlich beklagt wurde, dass die Abflussmenge des Arroyo Bruno nach der Umleitung signifikant abgenommen hatte und in Trockenperioden praktisch ganz versiegt, macht das Unternehmen weiter Werbung f\u00fcr den k\u00fcnstlichen Kanal mit dem die Gemeinschaften keine spirituelle Beziehung haben und dessen Zugang durch private Sicherheitskr\u00e4fte des Unternehmens und durch die Armee eingeschr\u00e4nkt wird. Eine k\u00fcnstliche Autobahn, gebaut, damit in der Regenzeit das Wasser abfliesst, kann einen nat\u00fcrlichen Arroyo mit seinen \u00f6kosystemischen und spirituellen Beziehungen nicht ersetzen.<\/p>\n<p>In einem Territorium, das gegen\u00fcber dem Klimawandel sehr verletzlich ist, und das wegen Wasser- und Nahrungsmangel eine schwere, anerkannte humanit\u00e4re Krise durchmacht, w\u00fcrden der Arroyo Bruno und das mit ihm verbundene Grundwassersystem, das \u00d6kosystem des tropischen Trockenwaldes und die kulturellen und spirituellen Verbindungen zerst\u00f6rt, mit dem alleinigen Zweck, den Megabergbau in der Guajira auszudehnen.<\/p>\n<p>Das Verfassungsgericht hat am 8. April 2022 bekannt gegeben, die \u00dcberpr\u00fcfung der Einhaltung der Anordnungen des Urteiles SU 698\/17 wiederaufzunehmen. Sie machten dabei klar, dass nicht wieder gutzumachende Sch\u00e4den am \u00d6kosystem und am Wasserhaushalt entstehen k\u00f6nnten. Diese \u00dcberpr\u00fcfung durch das Verfassungsgericht wurden Mitte 2021 durch das Anwaltskollektiv CAJAR erbeten. Das Verfassungsgericht forderte von Unternehmen und Beh\u00f6rden Berichte \u00fcber die Umsetzung ein. Cerrej\u00f3n lehnte die \u00dcberpr\u00fcfung durch das Verfassungsgericht ab, die staatlichen Bergbau- und Umweltbeh\u00f6rden betonten, die Umsetzung sei vollst\u00e4ndig erfolgt. Kontrollbeh\u00f6rden wie der Rechnungspr\u00fcfungshof (Contraloria) stellten jedoch verschiedenste M\u00e4ngel und Vers\u00e4umnisse bei der Umsetzung fest.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span>[3]<\/span><\/a>\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Im Kampf der Gemeinschaften gegen diese Umleitung des Arroyo Bruno und der Ausdehnung des Kohleabbaus kam es zu Drohungen, Einsch\u00fcchterungen, Anfeindungen und Stigmatisierung gegen die F\u00fchrungspersonen. Zudem hat das Unternehmen Spaltungen, Uneinigkeit und Konflikte in den Gemeinschaften geschaffen, in dem sie Geld und Reparaturen z.B. an H\u00e4usern offerierte. Zu dieser ganzen Problematik hinzu kommt der Druck der Multis Glencore und Anglo American, die den kolumbianischen Staat vor dem Weltbankschiedsgericht auf Schadenersatz verklagt haben. Mit der Klage wollen sie eine hohe Entsch\u00e4digung einfordern wegen dem Entscheid des Verfassungsgerichtes, die Zerst\u00f6rung des Arroyo Bruno zu stoppen. Die Unternehmen hatten die Massnahmen des Verfassungsgerichtes als diskriminierend, willk\u00fcrlich und unvern\u00fcnftig disqualifiziert.<\/p>\n<p>Kurz nach Ver\u00f6ffentlichung des Schlussberichtes des Arbeitstisches und den erneuten Protesten und Lobbyaktivit\u00e4ten der betroffenen Gemeinschaften, kam es zu gewaltsamen \u00dcbergriffen und Attentatsversuchen gegen Gemeinschaften und F\u00fchrungspersonen. Bewaffnete M\u00e4nner auf Motorr\u00e4dern sch\u00fcchterten am 12. April 2022 die Bewohner der Gemeinschaft La Gran Parada ein. Die M\u00e4nner auf Motorr\u00e4dern seien gem\u00e4ss Zeugenaussagen mit Langwaffen bewaffnet gewesen und h\u00e4tten versucht, durch das Eingangstor zum Haus der Mutter der F\u00fchrungsperson der Wayuu und Verteidiger des Territoriums, Luis Misael Socarr\u00e1s einzudringen. Die M\u00e4nner h\u00e4tten geschrien, dass \u201ees hier sein m\u00fcsse, dass er in einem der H\u00e4user sein m\u00fcsse\u201c, und dass sie \u00fcber drei Stunden im Gebiet geblieben seien. Dieser Vorfall gesellt sich zu einem Vorfall, der am 8. April 2022 geschah, als acht bewaffnete M\u00e4nner in Milit\u00e4rkleidung einen Sohn von Luis Misael festhielten und befragten, als dieser auf einem Motorrad auf der Strasse nach Albania unterwegs war. Die Gemeinschaft von La Gran Parada ist diejenige Gemeinschaft, die von der Umleitung des Arroyo Bruno am st\u00e4rksten betroffen ist und ihr Lebensstil und ihre Versorgung h\u00e4ngen von dieser Wasserquelle ab. Daher hat La Gran Parada am meisten Aktionen durchgef\u00fchrt, um zu verhindern, dass die kolumbianische Regierung die Ausbeutung der Kohle beim umgeleiteten Fluss erlaubt. Luis Misael Socarr\u00e1s verf\u00fcgt \u00fcber Schutzmassnahmen innerhalb des staatlichen Schutzprogramms f\u00fcr die Basisbewegung Fuerza Mujeres Wayuu. Die Nationale Schutzbeh\u00f6rde UNP hat noch im M\u00e4rz 2022 das ausserordentliche Sicherheitsrisiko f\u00fcr Luis Misael best\u00e4tigt. Auf Grund der j\u00fcngsten Ereignisse haben die sozialen und indigenen Organisationen die dringende \u00dcberpr\u00fcfung des Risikoprofiles und Garantien f\u00fcr eine ethnisch differentielle Implementierung der Schutzmassnahmen gefordert. Die Stimme von Luis Misael Socarr\u00e1s darf nicht zum Schweigen gebracht werden!<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span>[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Fazit der ask!<\/p>\n<p>Kolumbiens Umweltbeh\u00f6rden sind schwach und gerne bereit, den Rohstoffabbau zu erm\u00f6glichen. Die Verfahren zur Erteilung der Umweltlizenzen weisen gravierende M\u00e4ngel auf und geben den betroffenen Gemeinschaften zu wenig Spielraum, um sich wirklich Geh\u00f6r zu verschaffen und sich einzubringen. Selbst nachdem eine der h\u00f6chsten Gerichtsinstanzen Kolumbiens den Gemeinschaften Recht gab, war es unm\u00f6glich, dass diese direktbetroffenen Gemeinschaften wirklich Geh\u00f6r fanden. Es ist sehr schwer mit zu verfolgen, wie f\u00fcnf Jahre nach dem Urteil des Verfassungsgerichtes die Gemeinschaften immer noch auf fast verlorenem Posten f\u00fcr ihr lebenswichtiges Wasser und \u00d6kosystem k\u00e4mpfen, und dabei sogar konkreten Todesdrohungen ausgesetzt sind. Ein St\u00fcck weit ist es verst\u00e4ndlich, wenn Glencore erwartet, auf Grund der erteilten Lizenzen die Kohleausbeutung vornehmen zu k\u00f6nnen. Aber wenn Glencore mit umfassender Sorgfaltspflicht an ein solches Projekt herangehen w\u00fcrde, w\u00fcrden sie ja auch feststellen, dass es Gemeinschaften gibt, die sich nicht angeh\u00f6rt f\u00fchlen, die Zweifel und Sorgen haben. Glencore sollte sich den Schw\u00e4chen der Bewilligungsverfahren bewusst sein, an der korrekten Umsetzung der Urteile in gutem Glauben mitwirken und nicht permanent versuchen, s\u00e4mtliche Entscheidungen zu ihren Gunsten abzuwandeln. Dass Glencore gegen h\u00f6chstrichterliche Entscheidungen zum Schutz von Mensch und Umwelt in Kolumbien beim Weltbankschiedsgericht klagen kann, ist ein Skandal. Der Spielraum Kolumbiens, Menschenrechte und Umwelt zu sch\u00fctzen wird dabei massiv eingeschr\u00e4nkt. Die Schweiz sollte diese Investitionsschutzabkommen, die Grundlage f\u00fcr derartige Klagen sind, neu verhandeln und zumindest um griffige Menschenrechtsklauseln erg\u00e4nzen. Glencore muss seinen Versprechen, die Menschenrechte und die Umwelt zu respektieren, endlich konkrete Taten folgen lassen. Es gen\u00fcgt nicht mehr, frisierte Hochglanzbrosch\u00fcren zu produzieren, Plakate auf Pl\u00e4tzen und in Bussen aufzuh\u00e4ngen und in Kolumbien ganzseitige Zeitungsinserate zu schalten. Die Beweislast f\u00fcr ein ver\u00e4ndertes Verhalten liegt definitiv bei Glencore!\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/ciarglobal.com\/nuevo-arbitraje-de-glencore-contra-colombia-despues-del-anuncio-de-retirada\/\">https:\/\/ciarglobal.com\/nuevo-arbitraje-de-glencore-contra-colombia-despues-del-anuncio-de-retirada\/<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.asuntoslegales.com.co\/actualidad\/el-estado-enfrenta-nueva-demanda-de-la-empresa-suiza-glencore-por-disputa-de-inversion-3179462\">https:\/\/www.asuntoslegales.com.co\/actualidad\/el-estado-enfrenta-nueva-demanda-de-la-empresa-suiza-glencore-por-disputa-de-inversion-3179462<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span>[2]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/alerta-urgente-gobierno-avala-la-destruccion-del-arroyo-bruno\/\">https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/alerta-urgente-gobierno-avala-la-destruccion-del-arroyo-bruno\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><span>[3]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/la-corte-constitucional-decidio-tomar-cartas-en-el-asunto-del-arroyo-bruno-y-ordeno-nuevas-pruebas\/\">https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/la-corte-constitucional-decidio-tomar-cartas-en-el-asunto-del-arroyo-bruno-y-ordeno-nuevas-pruebas\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><span>[4]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/sintracarbon.org\/sala-de-prensa\/sintracarbon-rechaza-hostigamientos-a-comunidad-wayuu-defensora-del-arroyo-bruno\/\">https:\/\/sintracarbon.org\/sala-de-prensa\/sintracarbon-rechaza-hostigamientos-a-comunidad-wayuu-defensora-del-arroyo-bruno\/<\/a>;\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/laguajirahabla\/photos\/pcb.3133334860260934\/3133334773594276\">https:\/\/www.facebook.com\/laguajirahabla\/photos\/pcb.3133334860260934\/3133334773594276<\/a><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; 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