{"id":7825,"date":"2021-06-20T07:34:00","date_gmt":"2021-06-20T05:34:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.askonline.ch\/?p=7825"},"modified":"2021-06-23T06:11:26","modified_gmt":"2021-06-23T04:11:26","slug":"komplexe-fluechtlingssituation-in-kolumbien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/menschenrechte\/komplexe-fluechtlingssituation-in-kolumbien","title":{"rendered":"Komplexe Fl\u00fcchtlingssituation in Kolumbien"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220;]<\/p>\n<p><em>Von Lisa Alvarado<\/em><\/p>\n<p>Am 20. Juni ist Weltfl\u00fcchtlingstag der UNO, wobei auf der ganzen Welt in verschiedenen Aktionen auf die Situation der Fl\u00fcchtlinge aufmerksam gemacht wird. Kolumbien ist speziell von Binnenfl\u00fcchtlingen betroffen, wird aber auch seit einigen Jahren von Fl\u00fcchtlingen aus Venezuela gefordert. Die ask! nimmt sich den Tag zum Anlass, \u00fcber die komplexe Situation in Kolumbien zu informieren.<\/p>\n<p>\u00abMehr als 27&#8217;000 Vertriebene in Kolumbien im ersten Trimester\u00bb<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a>. So lautet eine Schlagzeile aus dem Monat April, welche die steigende Gewalt in dem s\u00fcdamerikanischen Land spiegelt. Das ist fast doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum letztes Jahr. Laut der nationalen Ombudsstelle (Defensor\u00eda) finden die Massenvertreibungen haupts\u00e4chlich an der Pazifikk\u00fcste statt, wo illegale Gruppen sich um die Kontrolle der Drogenschmuggelrouten bek\u00e4mpfen. \u00dcber die H\u00e4lfte der Betroffenen sind Indigene und AfrokolumbianerInnen.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren f\u00fchrte Kolumbien immer wieder die Weltrangliste der Binnenmigration an. Laut Zahlen der Unidad de Victimas hat der bewaffnete Krieg in den letzten 36 Jahren 9 Mio. vertriebene KolumbianerInnen hinterlassen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span>[2]<\/span><\/a>; die meisten davon im Land selber. 2007 waren es erst gut 2 Mio.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span>[3]<\/span><\/a> Da der Konflikt haupts\u00e4chlich in l\u00e4ndlichen Regionen stattfindet, sind sehr viele Kleinbauern und Kleinb\u00e4uerinnen, Indigene und Afrokolumbianerinnen davon betroffen. Sie fliehen in die Stadt, wo sie aber wiederum grosse Schwierigkeiten haben, Jobs zu finden und unter sehr prek\u00e4ren Bedingungen leben. Dazu kommt, dass auch in den Armenvierteln der St\u00e4dte viele Vertreibungen stattfinden, was die meisten dort Lebenden gleich zu mehrfach Vertriebenen macht. Diese sogenannten intraurbanen Vertreibungen sind sehr schwierig zu registrieren und erh\u00f6hen deshalb die Dunkelziffer der Vertriebenen nochmal erheblich.<\/p>\n<p>Viele dieser Menschen setzen ihre Hoffnungen in das Sondergericht f\u00fcr den Frieden (JEP) und das ganze System der Wahrheit, Wiedergutmachung, Entsch\u00e4digung und Nicht-Wiederholung (SJIVRNR), um endlich Gerechtigkeit zu erfahren. Doch die Wiedergutmachung der Opfer ist nicht einfach, besonders in F\u00e4llen wo Menschen mehrfach vertrieben wurden, andere Vertriebene vielleicht ihr altes Land mittlerweile in Anspruch genommen haben oder schlicht die Daten fehlen, um die Vergangenheit zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Momentan sieht man die Explosion geballter Emotionen im Zusammenstoss zwischen dem Staat und jungen Menschen w\u00e4hrend der Proteste, die Unterst\u00fctzung von einem Staat verlangen, den sie als Ursache f\u00fcr ihre marginalisierte Position in der Gesellschaft sehen.<\/p>\n<p>Obwohl diese Emotionen sich manchmal in Gewalt ausdr\u00fccken, protestiert die grosse Mehrheit der Menschen friedlich und dr\u00fcckt ihre Emotionen in k\u00fcnstlerischen Werken und Aktivit\u00e4ten aus. Es gibt Konzerte, es werden Grafittis gemalt, Theater gespielt.<\/p>\n<p>Auch unabh\u00e4ngig der Proteste werden Plattformen geschaffen, wo junge Menschen ihre Gef\u00fchle und Gedanken zur Situation k\u00fcnstlerisch zum Ausdruck bringen k\u00f6nnen. So zum Beispiel die Kampagne \u00abSomos Panas Colombia\u00bb der UNO-Organisation f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und der Stiftung \u2018Mi Sangre\u2019, wo 78 junge Kolumbianerinnen und Venezolaner ein Musikvideo mit dem Titel \u2018Unidxs so\u00f1amos\u2019 sowie ein Graffiti pr\u00e4sentieren, das in mehreren kolumbianischen St\u00e4dten (Bogot\u00e1, Medell\u00edn, Cali, Barranquilla, Pasto, Pamplona und Maicao) gemalt wird. Die Idee der Integrationskampagne ist es, einen Ort zu schaffen, wo sich die Jungen gemeinsam \u00fcber ihre Lebenspl\u00e4ne in Kolumbien austauschen k\u00f6nnen und in Workshops lernen, sich k\u00fcnstlerisch auszudr\u00fccken und somit mitzureden in dem Migrationsdiskurs, wo so h\u00e4ufig bloss \u00fcber sie geredet wird.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span>[4]<\/span><\/a> In dieser Debatte geht es nicht bloss um intern Vertriebene, sondern auch um die Tausende Fl\u00fcchtlinge, die in den letzten Jahren aus Venezuela gekommen sind, um sich in Kolumbien ein neues Leben aufzubauen.<\/p>\n<p>Der kolumbianische Staat ist also mit einer mehrschichtigen, komplexen Migrationssituation konfrontiert, die ihren Ursprung in den Konflikten der letzten 50 Jahre hat. Es ist seine Aufgabe, einerseits diese Vergangenheit aufzuarbeiten und andererseits den Betroffenen mit Respekt die Unterst\u00fctzung zu geben, die sie ben\u00f6tigen, um ein w\u00fcrdevolles Leben zu f\u00fchren. Die ask! setzt sich daf\u00fcr ein, dass die Stimmen der Betroffenen geh\u00f6rt werden und sie ihre Rechte einfordern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/es\/m%C3%A1s-de-27000-desplazados-en-colombia-en-el-primer-trimestre\/a-57346131\">https:\/\/www.dw.com\/es\/m%C3%A1s-de-27000-desplazados-en-colombia-en-el-primer-trimestre\/a-57346131<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span>[2]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/verdadabierta.com\/el-desplazamiento-forzado-un-crimen-irreparable\/\">https:\/\/verdadabierta.com\/el-desplazamiento-forzado-un-crimen-irreparable\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><span>[3]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.cepal.org\/sites\/default\/files\/publication\/files\/6151\/S0800725_es.pdf\">https:\/\/www.cepal.org\/sites\/default\/files\/publication\/files\/6151\/S0800725_es.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><span>[4]<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.elespectador.com\/el-magazin-cultural\/jovenes-de-colombia-y-venezuela-acuden-al-arte-para-impulsar-la-integracion\/\">https:\/\/www.elespectador.com\/el-magazin-cultural\/jovenes-de-colombia-y-venezuela-acuden-al-arte-para-impulsar-la-integracion\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DEHHNl_venQ\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DEHHNl_venQ<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_code _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_code][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Newsletter615-Artikel-Weltflu\u0308chtlingstag.pdf&#8220; url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; locked=&#8220;off&#8220;]<br \/>\n[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Flu\u0308chtlingstag.jpeg&#8220; title_text=&#8220;Flu\u0308chtlingstag&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Desplazados.jpeg&#8220; title_text=&#8220;Desplazados&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 20. 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