{"id":7729,"date":"2021-05-01T15:56:19","date_gmt":"2021-05-01T13:56:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.askonline.ch\/?p=7729"},"modified":"2021-05-01T15:57:54","modified_gmt":"2021-05-01T13:57:54","slug":"provincial-das-indigene-reservat-das-waehrend-der-pandemie-einer-seiner-besten-momente-durchlebte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/allgemein\/provincial-das-indigene-reservat-das-waehrend-der-pandemie-einer-seiner-besten-momente-durchlebte","title":{"rendered":"Provincial, das indigene Reservat, das w\u00e4hrend der Pandemie einer seiner besten Momente durchlebte"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Laura Brito Bouriy\u00fa<br \/><\/em><\/p>\n<p>\u201eDank dem Betriebsunterbruch von einer der gr\u00f6ssten Kohleminen der Welt erlebte das indigene Reservat von Provincial acht Monate voller Ruhe.&#8220;<\/p>\n<p>W\u00e4hren dem Pandemiejahr 2020 gab es weltweit katastrophale Ereignisse, aber in Provincial atmete die Erde durch, insbesondere weil die Kohlenmine El Cerrej\u00f3n w\u00e4hrend f\u00fcnf Monaten den Betrieb wie alle Unternehmen Kolumbiens wegen der Pandemiebek\u00e4mpfung unterbrechen musste. Daher f\u00fchlte sich das Leben in Provincial an, wie wenn man pl\u00f6tzlich an einem anderen Ort w\u00e4re. Die Natur zog ihre sch\u00f6nsten Kleider an, um die Abwesenheit der Verschmutzung durch den Kohlestaub der Mine El Cerrej\u00f3n zu feiern, der sich sonst immer \u00fcber sie legt. \u00dcber die Jahre des Minenbetriebes hat Cerrej\u00f3n Tausende Hektaren Wald abgeholzt, um an die Kohle zu gelangen, und damit tausendj\u00e4hrige B\u00e4ume zerst\u00f6rt und viele einheimische Tierarten aus ihrem Lebensraum vertrieben. Cerrej\u00f3n behauptet in seiner sozialen Unternehmensverantwortung, es habe die Erde regeneriert und den Wald mit einheimischen Arten wieder aufgeforstet, was aber total falsch ist. Denn die Millionen die Cerrej\u00f3n ausgab um zu versuchen, die zerst\u00f6rten Gebiete zu regenerieren, waren vergebens, da der andauernde Ausstoss von Kohlestaub die Wiederbegr\u00fcnung verunm\u00f6glicht. Als nun aber der Minenbetrieb unterbrochen wurde, hat sich die Natur wie mit magischer Hand selbst aufgeforstet und wieder begr\u00fcnt.<\/p>\n<p>Die BewohnerInnen des Wayuu-Reservates Provincial haben \u00fcber Jahre die negativen Auswirkungen der Kohlenmine El Cerrej\u00f3n erlitten. Am meisten davon betroffen sind die Frauen, am allermeisten die Mutter Erde selbst. Die Frauen und M\u00fctter waren gl\u00fccklich, dass sie w\u00e4hrend fast einem Jahr nicht mit ihren kranken Kindern in Spitalg\u00e4ngen oder Wartezimmern auf medizinische Behandlung warten und dabei ihre kleinen, kranken und wehrlosen Kinder auf dem Arm tragen mussten. Auch mussten sie nicht weinen, wenn sie ihre Kinder leiden sehen unter den Atemschwierigkeiten wegen der dauernden Staubbelastung, und mussten nicht St\u00e4rke zeigen wenn sie ihre Kinder ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen sahen. Nur eine Mutter weiss wie schmerzlich es ist, ein Kind leiden oder sterben zu sehen. Die Kinder leiden unter Hautkrankheiten und Lungenbeschwerden wegen dem Kohlestaub. In der Mine entz\u00fcnden sich immer wieder die Kohlefl\u00f6ze und Cerrej\u00f3n bringt diese Schwelbr\u00e4nde nie unter Kontrolle, mit schweren Auswirkungen f\u00fcr die Gesundheit der Bewohner von Provincial.<\/p>\n<p>Nach diesen f\u00fcnf Monaten ohne Bergbauaktivit\u00e4ten kam der Streik \u00fcber 91 Tage von der Gewerkschaft Sintracarb\u00f3n. Dadurch verbesserte sich die Situation f\u00fcr die Kleinbauern, da selbst die Minenarbeiter wieder zu ihren urspr\u00fcnglichen T\u00e4tigkeiten zur\u00fcckkehrten und ein St\u00fcck Land bebauten. Dies erm\u00f6glichte vielen das \u00dcberleben, da sie w\u00e4hrend dem Streik keinen Lohn erhielten. Viele der Bauern \u2013 auch in Provincial -, die den Kampf gegen die Umweltverschmutzung durch den Kohlestaub und das zu trockene Klima schon l\u00e4ngst verloren glaubten, gingen erneut das Risiko ein, Saatgut zu kaufen und anzus\u00e4en. Und siehe da, das erste Mal seit etwa 30 Jahren wurde ihr Bem\u00fchen belohnt, ihre Pflanzungen trugen reiche Fr\u00fcchte und sie konnten davon leben und die soziale Krise durch Covid-19 besser \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Auch der Fluss Rancher\u00eda erholte sich in dieser Zeit. \u00dcber viele Jahre hat der Fluss den Hunger der Bewohner von Provincial gestillt, wegen der Verschmutzung durch Cerrej\u00f3n starb er aber langsam. Durch den Unterbruch des Bergbaus erholte sich der Fluss und wurde wieder zum Treffpunkt der Familien. Kinder und Erwachsene konnten sich wieder an einem Bad erfreuen, ohne Angst vor dem verschmutzten Wasser und vor Hautausschl\u00e4gen zu haben. Die Fischer, die schon ihr Handwerk aufgegeben hatten, versuchten erneut ihr Gl\u00fcck und konnten sich ob eines reichen Fanges freuen, nachdem sie noch ohne grosse Hoffnung ins Wasser gestiegen waren.<\/p>\n<p>Selbst der Himmel sah anders aus, war nicht durch Kohlestaub bew\u00f6lkt, sondern zeigte sich in strahlendem Blau. Zudem regnete es h\u00e4ufig, was die Luft s\u00e4uberte und f\u00fcr ein angenehm frisches Ambiente sorgte. Am meisten profitierte die Fauna und Flora davon, so dass sogar verschiedene Vogelarten und weitere Tierarten, die wegen dem konstanten L\u00e4rm der Maschinen und Explosionen schon lange nicht mehr zu sehen waren, pl\u00f6tzlich wieder auftauchten.<\/p>\n<p>Auch die Tr\u00e4umerinnen \u2013 so\u00f1adoras \u2013 hatten acht Monate Frieden und konnten nachts in Ruhe tr\u00e4umen, da der permanente L\u00e4rm der Maschinen im 24-Stundenbetrieb ihnen nicht mehr den Schlaf und die Ruhe raubte. So konnten sie wieder tr\u00e4umen und damit Krankheiten und Unf\u00e4llen vorbeugen und die Familien spirituell sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Und wie als T\u00fcpfchen auf dem i konnte zwischen drei Familien, die wegen politischer Differenzen seit langem getrennt waren, noch vor Ende Jahr wieder Einigkeit hergestellt werden. Cerrej\u00f3n hat seit langem versucht, die Gemeinschaften zu manipulieren und zu spalten und die F\u00fchrungspersonen zu kooptieren, und so die interne politische und soziale Struktur der Gemeinschaften aufzubrechen, um dann den geschw\u00e4chten Gemeinschaften ihren Willen aufzuzwingen und ihnen das Territorium wegzunehmen, das die F\u00fchrungspersonen angeblich an Cerrej\u00f3n verkauft h\u00e4tten. Auch Provincial war von diesen Praktiken betroffen, F\u00fchrungspersonen wurden kooptiert und die interne Politik manipuliert. Das ist Cerrej\u00f3n aber nicht lange gelungen, denn einer der gr\u00f6ssten Erfolge war es, die Einheit der Familien und der Politik des Reservates wieder herzustellen, wodurch die Harmonie wieder in der Gemeinschaft einkehrte, eine Harmonie die wir vor etwa zwei Jahren verloren hatten.<\/p>\n<p>Auch in Provincial war nicht alles wie durch die rosarote Brille, es gab auch schmerzliche Verluste und Sorgen wegen der Pandemie und den weltweiten Folgen. Aber obwohl die ganze Welt verunsichert und eingesperrt war, Arbeitsplatzverlust sowie Krankheit und Tod drohte, konnten wir im Reservat Provincial in der Guajira endlich weder frei durch den Wald spazieren, eine saubere Luft atmen, von unseren eigenen Ernten essen und unsere Kinder ges\u00fcnder aufwachsen sehen. Ebenso konnten wir unsere kulturellen Br\u00e4uche wieder aufnehmen, Zeit miteinander verbringen und ruhig schlafen. Schade ist nur, dass all das nur so kurze Zeit dauerte. Die Frage ist nun: Wenn all das in nur acht Monaten passierte, was w\u00e4re wenn Cerrej\u00f3n unser Territorium definitiv verlassen w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Dieser Artikel ist von Laura Brito, einer jungen F\u00fchrungsperson aus Provincial verfasst worden. Die <em>ask!<\/em> hat den Artikel \u00fcbersetzt, er gibt aber lediglich die Meinung der Autorin wieder. Der Artikel wurde zuerst auf Spanisch ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 <span><a href=\"https:\/\/intercultural.tierrapoderosa.org\/provincial\/provincial-el-resguardo-indigena-wayuu-de-colombia-que-vivio-uno-de-sus-mejores-anos-durante-la-pandemia\/\">https:\/\/intercultural.tierrapoderosa.org\/provincial\/provincial-el-resguardo-indigena-wayuu-de-colombia-que-vivio-uno-de-sus-mejores-anos-durante-la-pandemia\/<\/a><\/span><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Provincial-bluehte-in-der-Pandemie-auf.pdf&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Provincial-contaminacion.jpeg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; title_text=&#8220;Provincial contaminaci\u00f3n&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Provincial-cultura.jpeg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; title_text=&#8220;Provincial cultura&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hren dem Pandemiejahr 2020 gab es weltweit katastrophale Ereignisse, aber in Provincial atmete die Erde durch, insbesondere weil die Kohlenmine El Cerrej\u00f3n w\u00e4hrend f\u00fcnf Monaten den Betrieb wie alle Unternehmen Kolumbiens wegen der Pandemiebek\u00e4mpfung unterbrechen musste. 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