{"id":7442,"date":"2020-11-03T12:56:01","date_gmt":"2020-11-03T11:56:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=7442"},"modified":"2020-11-03T12:56:02","modified_gmt":"2020-11-03T11:56:02","slug":"die-minga-indigena-im-zentrum-breiter-proteste-duque-kneift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/menschenrechte\/die-minga-indigena-im-zentrum-breiter-proteste-duque-kneift","title":{"rendered":"Die Minga Ind\u00edgena im Zentrum breiter Proteste \u2013 Duque kneift"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.6.6&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Lisa Alvarado<\/em><\/p>\n<p><span>\u00abWenn wir still sind, t\u00f6ten sie uns und wenn wir sprechen auch. Also sprechen wir.\u00bb<\/span><\/p>\n<p><span>Gut 600 km haben Indigene, Afrokolumbianerinnen und Kleinbauern zur\u00fcckgelegt, um in Bogot\u00e1 mit Pr\u00e4sident Duque \u00fcber ihre inakzeptable Situation zu sprechen. In Caloto, Cauca ist die Minga Ind\u00edgena <a id=\"anker1\" href=\"#fn1\">[1]<\/a> gestartet, hat zuerst einen Zwischenhalt in Cali eingelegt und ist dann bis in die Hauptstadt gefahren unter dem Motto: Kommt der Pr\u00e4sident nicht zu uns, fahren wir zu ihm. Unterwegs haben sich auch Afrokolumbianerinnen und Kleinbauernorganisationen der Minga angeschlossen, sodass es keine reine Minga Ind\u00edgena mehr ist, definitiv aber eine Minga f\u00fcr das Leben und den Frieden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span>F\u00fchrungsst\u00e4be in der Hand, Whipala-Fahnen auf dem R\u00fccken und traditionelles Essen im Gep\u00e4ck haben die TeilnehmerInnen der Minga<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>den langen Weg nach Bogot\u00e1 auf sich genommen. In Chivas (alten Bussen, die heute teilweise auf dem Land oder f\u00fcr Touristen noch benutzt werden) sind sie zuerst bis nach Cali gefahren. Dort wollten sie Pr\u00e4sident Duque auf halbem Weg in die Hauptstadt treffen. Dieser sandte aber nur eine Delegation aus MinisterInnen, angef\u00fchrt von der Innenministerin Alicia Arango. Damit waren die Mitglieder der Minga nicht einverstanden; sie empfanden es als Beleidigung, dass Duque sich nicht pers\u00f6nlich mit ihnen treffen wollte. Zudem argumentierten sie, dass bei fr\u00fcheren Mingas, wo mit Ministern verhandelt worden war, die Abmachungen nicht eingehalten wurden und Versprechen nie eingel\u00f6st. Deshalb wurde beschlossen, die Minga nach Bogot\u00e1 fortzusetzen. Wie zu erwarten war betonte Innenministerin Arango, dass sie nie aufgeh\u00f6rt h\u00e4tten, den Indigenen zuzuh\u00f6ren und dass die Regierung grosse Anstrengungen unternommen habe, ihre Forderungen zu erf\u00fcllen. Konkrete Beispiele blieben aus. <a href=\"https:\/\/www.semana.com\/nacion\/articulo\/que-es-la-minga-indigena-y-por-que-marcha\/202012\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die zentralen Forderungen der Minga<\/a> beziehen sich auf vier Punkte: Die Verteidigung des Lebens, das Recht auf ihr Territorium, die Demokratie und den Frieden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Alles Punkte, die sie schon lange fordern, und die Regierung bisher nicht (gen\u00fcgend) erf\u00fcllt hat. Es sind auch alles Forderungen, die nicht bloss Indigene betreffen. Es sind auch <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/10\/244636\/proteste-21-oktober-kolumbien?pk_campaign=newsletter&amp;pk_kwd=daily%20\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Argumente<\/a>, die das Komitee des Nationalstreiks anf\u00fchrt, der am Mittwoch, 21. Oktober wieder stattgefunden hat.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Neben den Forderungen nach dem Ende der anhaltenden Morde gegen soziale F\u00fchrungspersonen sowie Reformen in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Bildung wurde am Streik auch eine Neuverhandlung des Notfallplans f\u00fcr die COVID-19 Krise gefordert. Kritisiert wurde dabei, dass bisher nur der Finanzsektor und die Regierung selbst von den Massnahmen profitiert h\u00e4tten. W\u00e4hrend des siebenmonatigen Lockdowns wurden 164 Dekrete erlassen, die unter anderem Steuersenkungen f\u00fcr Grossunternehmen und gleichzeitig K\u00fcrzungen im Gesundheits- und Sozialsystem vorsehen. Zudem blieben auch die Forderungen des nationalen Streiks des letzten Jahres bis heute unbeantwortet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span>Auf sozialen Medien wurde die Minga stark stigmatisiert. Es wurde argumentiert, die Indigenen wollten Bogot\u00e1 angreifen, Zerst\u00f6rung bringen und Unruhe stiften. Neben Anschuldigungen als Drogenh\u00e4ndler gab es auch andere krass <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FelicianoValen\/status\/1315006686428450821%20\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">rassistische Aussagen<\/a> \u00fcber faule Indios, die immer nur mehr von der Regierung verlangen, aber selber nichts leisten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Doch auf dem Weg nach Bogot\u00e1 wurde diese Deslegitimierung geschw\u00e4cht durch die riesige Unterst\u00fctzung, die die Minga von der lokalen Bev\u00f6lkerung erhielt. Sie wurden an vielen Orten freundlich willkommen geheissen und angefeuert<a id=\"anker2\" href=\"#fn2\">[2]<\/a>. In Bogot\u00e1 schliesslich setzte sich die B\u00fcrgermeisterin Claudia L\u00f3pez daf\u00fcr ein, dass die Minga von ihrer eigenen Guardia Ind\u00edgena begleitet wird, und nicht vom ESMAD, wie es von Vertretern des Centro Democr\u00e1tico gefordert wurde<a id=\"anker3\" href=\"#fn3\">[3]<\/a>. <\/span><\/p>\n<p><span>Am 19. Oktober erreichte die Minga in Bogot\u00e1 die Plaza Bol\u00edvar und forderte wiederum ein Treffen mit Ivan Duque. Eine Delegation von ca. 8&#8217;000 Personen fand sich dann auf dem Areal des Palacio de los Deportes ein, wo <a href=\"https:\/\/www.eltiempo.com\/vida\/educacion\/minga-indigena-asi-fue-la-llegada-de-los-pueblos-indigenas-a-bogota-543987%20\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">unter der Aufsicht von Claudia L\u00f3pez<\/a> auch Zelte aufgestellt und Hygienemassnahmen ergriffen wurden (sanit\u00e4re Anlagen, H\u00e4ndedesinfektion, etc).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Duque hingegen <a href=\"https:\/\/www.vanguardia.com\/colombia\/duque-le-respondio-a-la-minga-indigena-que-ya-se-instalo-en-la-plaza-de-bolivar-en-bogota-FD3014272%20\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kommunizierte<\/a>, niemand k\u00f6nne argumentieren, dass es Menschenansammlungen brauche, um mit der Regierung zu kommunizieren. Seine Regierung sei immer offen f\u00fcr Dialog gewesen und die Minga k\u00f6nnte zu einem erneuten Ausbruch von COVID-19 beitragen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Somit stigmatisierte auch er die Minga.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span>Schlussendlich traf sich Duque weder mit Vertretern der Minga noch des nationalen Streiks. Sein Stuhl blieb leer und sorgte auf sozialen Medien mit ausdrucksstarken Bildern f\u00fcr Diskussionen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span>Parallel zum Streik fand noch die Beerdigung von Juan de Jes\u00fas Monroy statt, ein Mitglied der FARC-Partei. Er und sein Leibw\u00e4chter wurden am vorhergehenden Wochenende ermordet. Zuvor hatte Duque noch nach einer gemeinsamen Teilnahme an einem Treffen vor laufender Kamera gesagt, dass Monroy f\u00fcr sein Engagement den Schutz des Staates geniesse.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><a id=\"fn1\"><\/a><a href=\"#anker1\">[1]<\/a> Das Wort Minga ist Kichwa und bedeutet gemeinsame Arbeit f\u00fcr die ganze Gemeinschaft. In diesem Sinne fordern die TeilnehmerInnen der Minga Rechte f\u00fcr alle KolumbianerInnen.<br \/> <a id=\"fn2\"><\/a><a href=\"#anker2\">[2]<\/a> https:\/\/twitter.com\/FelicianoValen\/status\/1317105874549264389<br \/> https:\/\/twitter.com\/FelicianoValen\/status\/1317195567865495553<br \/> https:\/\/twitter.com\/FelicianoValen\/status\/1317541040535064576<br \/> https:\/\/twitter.com\/FelicianoValen\/status\/1317842045076123649<br \/> https:\/\/twitter.com\/FelicianoValen\/status\/1317953326722461706<br \/> <a id=\"fn3\"><\/a><a href=\"#anker3\">[3]<\/a> https:\/\/twitter.com\/Bogota\/status\/1317867498256146433<br \/> https:\/\/twitter.com\/ClaudiaLopez\/status\/1317953202550132740<\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.6&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Newsletter607_Artikel-Minga.pdf&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Minga-chivas.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; title_text=&#8220;Minga chivas&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Indigenas-periodico.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; title_text=&#8220;Indigenas periodico&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Silla-Vacia-de-Duque.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.6.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; title_text=&#8220;Silla Vacia de Duque&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut 600 km haben Indigene, Afrokolumbianerinnen und Kleinbauern zur\u00fcckgelegt, um in Bogot\u00e1 mit Pr\u00e4sident Duque \u00fcber ihre inakzeptable Situation zu sprechen. 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