{"id":7189,"date":"2020-07-27T13:04:00","date_gmt":"2020-07-27T11:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=7189"},"modified":"2020-08-01T13:16:19","modified_gmt":"2020-08-01T11:16:19","slug":"der-juristische-kampf-um-den-zukuenftigen-betrieb-der-kohlemine-el-cerrejon-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/allgemein\/der-juristische-kampf-um-den-zukuenftigen-betrieb-der-kohlemine-el-cerrejon-geht-weiter","title":{"rendered":"Der juristische Kampf um den zuk\u00fcnftigen Betrieb der Kohlemine El Cerrej\u00f3n geht weiter"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Stephan Suhner<br \/> <\/em><\/p>\n<p><strong>Contralor\u00eda kritisiert die Regierung wegen der Nichteinhaltung eines Urteils zum Arroyo Bruno<\/strong><\/p>\n<p>Die Mine Cerrej\u00f3n beabsichtigte, den Arroyo Bruno an dessen Unterlauf auf 3,6 km umzuleiten, um darunterliegende Kohlevorr\u00e4te abbauen zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr erhielt die Mine 2016 offiziell die notwendigen Bewilligungen von der Beh\u00f6rde f\u00fcr Umweltlizenzen ANLA und von der lokalen Umweltbeh\u00f6rde Corpoguajira. Die Gemeinschaften im Einflussbereich des Flusses gelangten aber mit einer Grundrechtsklage (<em>tutela<\/em>) an die Gerichte, worauf das Verfassungsgericht 2017 anordnete, das Projekt zu stoppen, da es zu viele offene Fragen \u00fcber die sozialen und Umweltauswirkungen der Umleitung gebe. Das Verfassungsgericht machte mit dem Urteil SU-689 von 2017 dem Umweltministerium und anderen Beh\u00f6rden eine Reihe von Auflagen, die gem\u00e4ss einer Untersuchung der Contralor\u00eda (Rechnungspr\u00fcfungshof) zum grossen Teil nicht erf\u00fcllt wurden. Die Entscheidung, den Arroyo Bruno im neuen k\u00fcnstlichen Kanal zu belassen, statt ihn f\u00fcr die Dauer der Abkl\u00e4rungen wieder im urspr\u00fcnglichen Lauf fliessen zu lassen, sei aufgrund oberfl\u00e4chlicher, unvollst\u00e4ndiger und einseitiger Informationen getroffen worden. Die der Entscheidung zugrunde liegenden Informationen stammen fast ausschliesslich von Cerrej\u00f3n, die Beh\u00f6rden und unabh\u00e4ngige Stellen h\u00e4tten mit keinerlei Informationen zum Entscheidungsprozess beigetragen.<\/p>\n<p>In einem 89-seitigen Bericht weist die <em>Contralora<\/em> f\u00fcr Umweltbelange, Walfa T\u00e9llez, den betroffenen Beh\u00f6rden detailliert nach, dass die Anliegen der betroffenen Gemeinschaften immer noch nicht geb\u00fchrend ber\u00fccksichtigt wurden und Entscheidungen die bez\u00fcglich des Arroyos getroffen wurden einer wissenschaftlichen, evidenzbasierten Grundlage entbehren. Der Bericht der Contralor\u00eda weist vierzehn m\u00f6gliche Verst\u00f6sse auf, wovon sieben Disziplinarvergehen sein k\u00f6nnten. In seinem Urteil von 2017 hielt das Verfassungsgericht fest, dass die Bewilligung f\u00fcr die Mine Cerrej\u00f3n 1983 ausgestellt wurde, und dass die Ab\u00e4nderungen und Erweiterungen nicht mehr an das heutige Umweltregime abgepasst sind, da sie im Grundsatz immer noch dem geltenden Recht von vor 35 Jahren gen\u00fcgen, nicht aber dem modernisierten Umweltrecht. Das Verfassungsgericht ordnete auch die Einrichtung einer interinstitutionellen Arbeitsgruppe (<em>mesa interinstitucional<\/em>) an, um die existierenden Unsicherheiten \u00fcber soziale und Umweltauswirkungen zu kl\u00e4ren; dazu sollte u.a. eine technische Studie gemacht werden. Diese Arbeitsgruppe sollte auch einen detaillierten Zeitplan \u00fcber die Aktivit\u00e4ten ausarbeiten, was gem\u00e4ss der Contralor\u00eda aber wegen mangelnder Planung und Koordination nicht erfolgte. Das Umweltministerium f\u00fchrte an, dass ein Arbeitsplan im Urteil des Verfassungsgerichtes nicht explizit gefordert war, f\u00fcr die Contralor\u00eda ist dies aber eine Missachtung des Gebots der Verwaltung, rasch und effizient zu arbeiten. Der fehlende Arbeitsplan erschwere auch allgemein die \u00dcberpr\u00fcfung, inwiefern dem Urteil gen\u00fcge getan worden sei.<\/p>\n<p>Die Contralor\u00eda verwendet besonders viel Zeit darauf, die Anordnung zu analysieren, wonach zu evaluieren sei, den Arroyo Bruno zumindest provisorisch wieder in sein nat\u00fcrliches Flussbett zur\u00fcckzuleiten. Das Umweltministerium pr\u00e4sentierte zu dieser Frage verschiedene Berichte, die unvollst\u00e4ndig waren und wichtige Fragen ausser Acht liessen. Hauptkritikpunkt ist, dass vor allem auf die Vorteile des Projektes konzentriert wurde, und nicht auf technische Informationen, die das Gegenteil belegen k\u00f6nnten. Die mehrheitliche Verwendung von Informationen \u00fcber den Bau und Betrieb des k\u00fcnstlichen Kanals sei einseitig, und es sei unverst\u00e4ndlich, warum nicht technische, soziale und Umweltaspekte der anderen involvierten Parteien der interinstitutionellen Arbeitsgruppe verwendet worden seien. Das Umweltministerium verteidigte sich damit, dass der Lauf des Bruno schon zwei Jahre umgeleitet gewesen sei und man daher v.a. anschaute, ob die Umleitung funktioniere, anerkannte aber das Fehlen von Informationen \u00fcber die sozialen Auswirkungen der Umleitung f\u00fcr die Gemeinschaften. F\u00fcr die Contralor\u00eda haben das Umweltministerium und die ANLA damit aber die Anordnung des Verfassungsgerichtes missachtet, zu pr\u00fcfen ob aus Vorsorgeprinzip zum Schutz der Umwelt der Arroyo in sein urspr\u00fcngliches Flussbett zur\u00fcckgeleitet werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Kritisiert wurde durch die Contralor\u00eda ein weiterer Bericht des Umweltministeriums \u00fcber die allf\u00e4lligen Folgen einer Stilllegung des Abbauprojektes des Arroyo Bruno, da diese sehr unwahrscheinlich sei. Es sei haupts\u00e4chlich eine wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse gemacht worden, der \u00f6kologische Wert von \u00d6kosystemen wie dem tropischen Trockenwald seien nicht einberechnet worden. Zudem st\u00fctze sich dieses Dokument haupts\u00e4chlich auf Informationen des Cerrej\u00f3n ab und nicht auf unabh\u00e4ngige Daten. Dieser Bericht argumentiert dahingehend, dass das Wasser im neuen Kanal bleiben soll, da das Ausmass und die Kosten der Umleitungsarbeiten sehr hoch gewesen seien und davon ausgegangen werde, dass eine vor\u00fcbergehende R\u00fcckkehr des Wassers in den alten Lauf notwendigerweise eine Sch\u00e4digung oder gar ein R\u00fcckbau der Umleitungsarbeiten zur Folge h\u00e4tte, was realit\u00e4tsfremd sei.<\/p>\n<p>Erschwerend kommt hinzu, dass f\u00fcr die Contralor\u00eda die durch das Projekt betroffenen Gemeinschaften weiterhin kein Geh\u00f6r finden, n\u00e4mlich La Horqueta, La Gran Parada und Paradero. Cerrej\u00f3n und die Regierung rechtfertigen sich damit, dass sie eine der betroffenen Gemeinschaften, Campo Herrera, einbeziehen, was aber der Aufforderung des Verfassungsgerichts nicht gen\u00fcgt, gen\u00fcgend Teilnahmem\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Vertreter der klagenden Gemeinschaften zu schaffen. Zudem zeige das Verhalten der Beh\u00f6rden einen Mangel an Respekt f\u00fcr die Kultur und die Spiritualit\u00e4t der Wayuu. Es gehe dabei nicht nur um die konkrete Nutzung des Territoriums und des Flusses, sondern auch darum, dass der Arroyo als etwas Lebendiges und Heiliges betrachtet wird, weshalb ihm besonderer Respekt gezollt werden m\u00fcsse. Zudem habe Cerrej\u00f3n keine Kompensationsmassnahmen ergriffen, die die negativen Auswirkungen der Umleitung beheben. Auch mahnte die Contralor\u00eda an, dass sie keine Antwort darauf erhalten habe, wie auf den Wassermangel in diesen drei Wayuu-Gemeinschaften reagiert worden sei. Um all diese Missst\u00e4nde zu beheben, erhielten die betroffenen Beh\u00f6rden 15 Tage Zeit, w\u00e4hrend denen sie die Pl\u00e4ne zur Verbesserung erarbeiten m\u00fcssen, um das bisherige Nichterf\u00fcllen des Urteils des Verfassungsgerichtes zu beheben.\u00a0 Cerrej\u00f3n reagierte gegen\u00fcber der Presse dahingehend, dass sie den Bericht der Contralor\u00eda noch nicht zur Kenntnis erhalten h\u00e4tten, dass sie der interinstitutionellen Arbeitsgruppe aber alle notwendigen technischen Informationen \u00fcbergeben h\u00e4tten, die zeigen, dass die Umwelt im neuen Lauf gute Fortschritte mache und die Umleitung kein Risiko f\u00fcr die Verf\u00fcgbarkeit von Wasser oder f\u00fcr das Gleichgewicht des \u00d6kosystems darstelle. S\u00e4mtliche Beschl\u00fcsse der interinstitutionellen Arbeitsgruppe w\u00fcrden durch technische, \u00f6ffentliche und offizielle Informationen untermauert.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a> F\u00fcr das Anwaltskollektiv CAJAR belegt der Bericht der Contralor\u00eda einmal mehr, wie schwach die Umweltbeh\u00f6rden sind, und wie weitgehend die Unternehmen die Entscheidungen der Beh\u00f6rden beeinflussen. Daraus ergeben sich Beh\u00f6rdenentscheide zu Gunsten der multinationalen Unternehmen und zum Schaden der Rechte der Gemeinschaften.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span>[2]<\/span><\/a><\/p>\n<p><strong>Wayuu-Frauen der Gemeinschaft Provincial gelangen zum Schutz der Gesundheit an die UNO Sonderberichterstatter<\/strong><\/p>\n<p>Im Juni 2020 sind mehrere Frauen und M\u00fctter der Wayuu-Gemeinschaft Provincial mit Hilfe des CAJAR und der britischen Anw\u00e4ltin M\u00f3nica Feria-Tinta an verschiedene UNO-Instanzen gelangt, um auf ihre schwierige Situation und das Risiko f\u00fcr die Gesundheit aufmerksam zu machen, dem sie durch COVID19 aufgrund der Luftverschmutzung und der Verletzung des Rechts auf Wasser ausgesetzt sind. Sie bitten die UNO darum, Cerrej\u00f3n zu einer vor\u00fcbergehenden Aufhebung des Kohleabbaus aufzurufen. Luz Angela Uriana erkl\u00e4rt, dass sie sich wegen ihren Kindern f\u00fcr eine saubere Umwelt einsetze, f\u00fcr ein Territorium ohne die Verschmutzung, der sie 24 Stunden am Tag ausgesetzt sind. Viele Kinder sind wegen der Verschmutzung erkrankt, trotzdem hat die Gemeinschaft keinen gesicherten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und lebt in grosser Armut.\u00a0 M\u00f3nica Feria gelangte im Auftrag der Frauen aus Provincial an die Sonderberichterstatter f\u00fcr Menschenrechte und Umwelt, f\u00fcr das Menschenrecht auf Trinkwasser, f\u00fcr das Recht auf Nahrung sowie an die UNO Arbeitsgruppe f\u00fcr Unternehmen und Menschenrechte. Im Schreiben an die UNO wird auf die Gesundheitsnotlage durch Covid19 hingewiesen, die die Verletzlichkeit der indigenen Gemeinschaft und v.a. der Kinder hervorgerufen durch die Staubbelastung des Kohletagebaus versch\u00e4rft und eine reelle Gefahr f\u00fcr die Gesundheit darstellt. Die Eingabe beruft sich auf k\u00fcrzlich realisierte Studien \u00fcber den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und einer erh\u00f6hten Sterblichkeitsrate durch COVID19. Diese Studien belegen, dass schon eine kleine Erh\u00f6hung der Feinstaubbelastung mit PM2.5 die bei COVID19 gef\u00e4hrlichen Atemwegserkrankungen versch\u00e4rft. Auch sind die Minen kritisch f\u00fcr die Ausbreitung des Virus. Daher wird auch f\u00fcr die Gemeinschaft Provincial eine erh\u00f6hte Sterblichkeit beim Auftreten von Ansteckungen mit dem Coronavirus bef\u00fcrchtet.<\/p>\n<p>Das Verfassungsgericht hatte 2019 nach intensiven Debatten und Beweiserhebungen festgehalten, dass die Gemeinschaft in ihrer Gesundheit stark negativ beeinflusst ist. Sie leiden unter dem Risiko von Zellver\u00e4nderungen, Krebs, chronischer Bronchitis, Lungenentz\u00fcndung, Asthma, Staublunge, Entz\u00fcndungen der Atemwege, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, Kehlkopfentz\u00fcndungen etc. In der Eingabe an die UNO-Instanzen wird darauf verweisen, dass schon 2015 das Ombudsb\u00fcro f\u00fcr Menschenrechte gest\u00fctzt auf Aussagen lokaler Beh\u00f6rden auf ein ernsthaftes Umweltproblem in der Gemeinde Barrancas verwies, u.a. Staubbelastung durch den Kohleabbau, unter dem die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung leidet.<\/p>\n<p>Aufgrund der neuen wissenschaftlichen Evidenz \u00fcber die Risiken des Coronavirus im Zusammenhang mit Luftverschmutzung sei es aufgrund des Vorsorgeprinzips (<em>principio de precauci\u00f3n<\/em>) unerl\u00e4sslich, die Pits in der N\u00e4he von Provincial vor\u00fcbergehend stillzulegen. Provincial denunziert auch, das sich die Gesundheitskrise durch den mangelnden Zugang zu Wasser versch\u00e4rft. Die Wasserknappheit ist f\u00fcr Provincial eng mit der Minenaktivit\u00e4t verbunden, die in den letzten Jahren das Territorium der Wayuu grundlegend ver\u00e4ndert hat. Cerrej\u00f3n verneint jeglichen Einfluss auf die Wasserknappheit, da sie nur Wasser von schlechter Qualit\u00e4t im Bergbaubetrieb verwenden w\u00fcrden. Dass die Mine Wasservorkommen verschmutze, lehnt Cerrej\u00f3n ab, obwohl das Verfassungsgericht Belege f\u00fcr Wasserverschmutzung durch die Mine gefunden hatte. Schon 2017 ordnete das Verfassungsgericht mit Urteil T-302 an, dass eine unabh\u00e4ngige Studie \u00fcber den Kausalzusammenhang zwischen den Bergbauaktivit\u00e4ten und der Wasserknappheit gemacht werden m\u00fcsse, was aber bis Mai 2020 noch nicht geschehen ist.<\/p>\n<p>Die UNO Sonderberichterstatter werden deshalb aufgerufen, zu erkl\u00e4ren, dass die Wayuu ein Recht auf Leben, auf eine saubere Umwelt, auf saubere Luft, auf Wasser und Ern\u00e4hrung haben, und dass die beschriebene Situation diese Rechte verletzt. Gest\u00fctzt darauf sollen die Sonderberichterstatter dazu aufrufen, dass gest\u00fctzt auf das Vorsorgeprinzip der Betrieb der Pits und Abraumhalden in der N\u00e4he von Provincial sofort unterbrochen werden soll, dass ein Prozess f\u00fcr einen fairen, ausgewogenen und partizipativen \u00dcbergang f\u00fcr die Einstellung der Bergbauaktivit\u00e4ten der Mine Cerrej\u00f3n begonnen werden soll, der s\u00e4mtliche rechtlichen Verpflichtungen im Hinblick auf den Schliessungsplan und die Menschenrechte erf\u00fcllt, und der die schweren Verletzungen der Menschenrechte und die Verschmutzung durch Cerrej\u00f3n anerkennt, und dass viertens, in \u00dcbereinstimmung mit den Klimazielen von Paris, der kolumbianische Staat den Kohleabbau graduell beendet.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span>[3]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Cerrej\u00f3n reagierte scharf auf diese Eingabe bei der UNO. Gem\u00e4ss Kritik der klagenden Frauen aus Provincial und CAJAR nutzte Cerrej\u00f3n dazu nicht Drohungen wie 2019, sondern gelangte an den Gouverneur des <em>Cabildos<\/em> von Provincial, der als firmennah gilt. Dieser \u00e4usserte sich \u00f6ffentlich, dass der Name von Provincial missbraucht werde und CAJAR ohne die Einwilligung der Gemeinschaft handle. Dies versch\u00e4rfte die Spannungen und Br\u00fcche in der Gemeinschaft einmal mehr. Mit einem Communiqu\u00e9 vom 25. Juni 2020 reagierte CAJAR und st\u00e4rkte den klagenden Frauen den R\u00fccken. CAJAR hielt fest, dass sie diese Gruppe von Frauen und traditionelle Autorit\u00e4ten von Provincial seit sechs Jahren darin unterst\u00fctzen, die negativen Auswirkungen der Mine Cerrej\u00f3n auf ihr Leben und die Umwelt sichtbar zu machen. CAJAR wies darauf hin, dass das Verfassungsgericht diese Gesundheitsrisiken im Urteil T-614 von 2019 best\u00e4tigte. Vor dem Hintergrund der gesundheitsgef\u00e4hrdenden Verschmutzung und dem zus\u00e4tzlichen Risiko durch COVID19 haben die Frauen und weitere Vertreter der Gemeinschaft CAJAR autorisiert, diese Problematik international bekannt zu machen. Diese Autorisierung wurde gegen\u00fcber allen internationalen Instanzen ausgewiesen. Schon als Mary Luz Uriana Ipuana und Yasmina Uriana an das Verfassungsgericht gelangten, wurde versucht, diese Stimmen der Gemeinschaft zu deslegitimieren. Das Verfassungsgericht hielt damals fest, dass die Klage der beiden Frauen von mehreren Dutzend Gemeinschaftsmitgliedern und vom damaligen Gouverneur des Cabildo, Luis Segundo Bouriyu unterst\u00fctzt wurde. Zwar sei sp\u00e4ter ein neuer Gouverneur gew\u00e4hlt worden, der die Klage ablehne, was aber die Legitimation der Kl\u00e4gerinnen nicht aufhebe und auch nicht als R\u00fcckzug der Tutela zu verstehen sei. Daraus folgert CAJAR, dass auch die Aktion der beiden Frauen gegen\u00fcber der UNO legitim sei und dass es in Aus\u00fcbung ihrer Autonomie ihr Recht sei, ihre Stimme zu erheben und f\u00fcr eine saubere Umwelt zu k\u00e4mpfen. Hervorzuheben ist ebenfalls, dass die traditionellen Autorit\u00e4ten, die \u00c4ltesten, eine wichtige Rolle bei den Wayuu spielen, und sechs dieser \u00c4ltesten unterst\u00fctzen das Vorgehen der beiden Frauen. Eine der \u00c4ltesten erkl\u00e4rte, dass der Gouverneur ein oder zwei Jahre das Amt innehabe, das zudem den Gesetzen der Weissen gehorche, um das Reservat zu verwalten. Die \u00c4ltesten hingegen sind lebenslang Autorit\u00e4t und berufen sich auf die Gesetze der Wayuu.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span>[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a> El Espectador, Contralor\u00eda raja al Gobierno en cumplimiento de la sentencia del Arroyo Bruno, 14. Juli 2020, in: <span><a href=\"https:\/\/www.elespectador.com\/noticias\/judicial\/gobierno-se-rajo-en-cumplir-la-sentencia-del-arroyo-bruno\/\">https:\/\/www.elespectador.com\/noticias\/judicial\/gobierno-se-rajo-en-cumplir-la-sentencia-del-arroyo-bruno\/<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span>[2]<\/span><\/a> Colectivo de Abogados CAJAR, Contralor\u00eda califica de ineficiente gesti\u00f3n en cumplimiento de sentencia a favor del Arroyo Bruno, 14. Juli 2020, in: <span><a href=\"https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/?Contraloria-califica-de-ineficiente-gestion-en-cumplimiento-de-sentencia-en\">https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/?Contraloria-califica-de-ineficiente-gestion-en-cumplimiento-de-sentencia-en<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><span>[3]<\/span><\/a> Colectivo de Abogados CAJAR, <span>Madres Wayuu del Resguardo de Provincial presentan comunicaci\u00f3n urgente ante Naciones Unidas, 19. <\/span><span>Juni 2020, in: <\/span><span><a href=\"https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/?Madres-Wayuu-del-Resguardo-de-Provincial-presentan-comunicacion-urgente-ante\">https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/?Madres-Wayuu-del-Resguardo-de-Provincial-presentan-comunicacion-urgente-ante<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><span>[4]<\/span><\/a> Colectivo de Abogados CAJAR, Respaldamos la lucha de mujers Wayuu por la salud y el ambiente sano, 25. Juni 2020, in: <span><a href=\"https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/?Respaldamos-la-lucha-de-mujeres-Wayuu-por-la-salud-y-el-ambiente-sano\">https:\/\/www.colectivodeabogados.org\/?Respaldamos-la-lucha-de-mujeres-Wayuu-por-la-salud-y-el-ambiente-sano<\/a><\/span><\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Contraloria-kritisiert-die-Regierung-wegen-der-Nichteinhaltung-eines-Urteils-zum-Arroyo-Bruno.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/UNO-Provicial-salud.png&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; title_text=&#8220;UNO Provicial salud&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Barrera-Bruno.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; title_text=&#8220;Barrera Bruno&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Canal-nuevo-Bruno.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; title_text=&#8220;Canal nuevo Bruno&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rechnungspr\u00fcfungshof (Contraloria) hat die Umweltbeh\u00f6rden kritsiert, weil sie ein Urteil des Verfassungsgerichts zur Umleitung des Arroyo Brunos nicht befolgen. 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