{"id":7070,"date":"2020-06-17T10:45:49","date_gmt":"2020-06-17T08:45:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=7070"},"modified":"2020-06-17T10:45:49","modified_gmt":"2020-06-17T08:45:49","slug":"das-menschenrechtskomitee-der-uno-in-genf-verurteilt-den-kolumbianischen-staat-wegen-der-ermordung-eines-gewerkschafters-bei-coca-cola","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/allgemein\/das-menschenrechtskomitee-der-uno-in-genf-verurteilt-den-kolumbianischen-staat-wegen-der-ermordung-eines-gewerkschafters-bei-coca-cola","title":{"rendered":"Das Menschenrechtskomitee der UNO in Genf verurteilt den kolumbianischen Staat wegen der Ermordung eines Gewerkschafters bei Coca Cola"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Von Stephan Suhner<br \/> <\/em><\/p>\n<p>Verurteilt wurde Kolumbien, weil der Staat es unterlassen hatte, strafrechtlich zu untersuchen, wer den Auftrag f\u00fcr den Mord am Gewerkschafter gegeben hat.<\/p>\n<p>Nach der Ermordung von Adolfo M\u00fanera en der Stadt Barranquilla, kam es zwar zur Verurteilung des M\u00f6rders zu 17 Jahren Gef\u00e4ngnis, aber es gab nie eine strafrechtliche Untersuchungen \u00fcber die intellektuellen T\u00e4ter, die Hinterm\u00e4nner und Nutzniesser der Tat. Die fehlenden Untersuchungen und Verurteilungen der Hinterm\u00e4nner, Auftraggeber und Nutzniesser sind bei all den Morden, die Sinaltrainal erlitten hat, eine Konstante. Im Fall von Adolfo M\u00fanera hat Kolumbien zwar anerkannt, dass der Mord aus politischen Gr\u00fcnden stattfand, hat aber die m\u00f6glichen Auftraggeber, darunter eine allf\u00e4llige Verwicklung von Coca Cola, Unternehmen das beschuldigt wurde, Verbindung zu paramilit\u00e4rischen Gruppen zu haben, nie untersucht. Adolfo hat mehrfach beim kolumbianischen Staat um Schutzmassnahmen ersucht, vor allem nachdem er von paramilit\u00e4rischen Gruppen Todesdrohungen bekommen hatte. Trotzdem hat die kolumbianische Justiz die Hintergr\u00fcnde des Mordes an diesem K\u00e4mpfer f\u00fcr die Rechte der Arbeiter nicht untersucht.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund haben das Comit\u00e9 de Solidaridad con los Presos Pol\u00edticos CSPP und das CETIM in Genf in Vertretung der Familie M\u00fanera und der Gewerkschaft Sinaltrainal 2015 beim Menschenrechtskomitee der UNO eine Anzeige erstattet. 18 Jahre nach der Ermordung von Adolfo M\u00fanera, am 19. Mai 2020, hat das Komitee festgestellt, dass der kolumbianische Staat die Art. 2, Abs. 3 und Art. 6, Abs. 1 des Internationalen Abkommens \u00fcber zivile und politische Rechte verletzt hat. Das Komitee hielt fest, dass in der Zeit des Mordes an Adolfo in der Karibikregion viele Gewerkschafter ermordet worden waren, und dass deshalb vom Vorhandensein von intellektuellen T\u00e4ter auszugehen war, welche von der kolumbianischen Justiz weder untersucht noch bestraft wurden. Im Urteil bezieht sich das Menschenrechtskomitee deshalb auf die Pflicht eines Staates, effektive rechtliche Mechanismen bereit zu halten und die administrativen und normativen Instrumente zum Schutz des Lebens anzuwenden. Das Menschenrecht auf Leben beinhaltet auch die staatliche Pflicht, jegliches Gesetz oder jegliche Massnahme zu treffen, die geeignet ist, das Leben zu sch\u00fctzen, insbesondere wenn es sich um besonders verletzliche Personen handelt, z.B. wegen erhaltenen Drohungen oder wegen Gewaltanwendung in \u00e4hnlichen F\u00e4llen. Wesentlicher Bestandteil des Rechts auf Leben ist auch die staatliche Pflicht, die Verantwortlichen juristisch zur Verantwortung zu ziehen und zu sanktionieren.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass das Menschenrechtskomitee der UNO den kolumbianischen Staat der Missachtung des Paktes f\u00fcr schuldig gesprochen hat, ist von grosser Tragweite und Nutzen f\u00fcr alle Personen und Organisationen, die gegen die Straflosigkeit von dieser Art von Delikten k\u00e4mpfen. Denn das Urteil ruft die Wichtigkeit in Erinnerung, die eine umfassende juristische Aufarbeitung und Bestrafung der materiellen und intellektuellen T\u00e4ter als Garantie der Nichtwiederholung hat.\u00a0 Schlussendlich ordnet das Komitee an, dass der kolumbianische Staat innerhalb von 180 Tagen Informationen \u00fcber die Massnahmen, die er getroffen hat, um die Ermordung des Gewerkschaftsf\u00fchrers aufzukl\u00e4ren, beibringen muss. So besteht Hoffnung, dass nach 18 Jahren des Wartens die Tatmotive und die Identit\u00e4t derjenigen, die seinen Tod in Auftrag gaben, bekannt werden. Dieses Urteil ist auch wichtig, weil immer offensichtlicher wird, dass die kolumbianische Justiz wenig Resultate gegen die Auftraggeber all der Morde an sozialen F\u00fchrungspersonen und MenschenrechtsverteidigerInnen liefert. Franklin Casta\u00f1eda, Pr\u00e4sident des CSPP und einer der Anw\u00e4lte des Falles bei der UNO, hofft auf die Signalwirkung dieses Urteils, denn wenn der kolumbianische Staat z.B. aktuelle F\u00e4lle von Morden an sozialen F\u00fchrungspersonen nicht umfassend aufkl\u00e4rt und f\u00fcr Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung sorgt, k\u00f6nnte er international erneut verurteilt und gezwungen werden, die Untersuchungen neu aufzurollen und Wiedergutmachung zu leisten. F\u00fcr Adolfo M\u00fanera Rinc\u00f3n ist dieses Urteil des UNO Komitees ein grosser Schritt vorw\u00e4rts, da es anerkannt, dass der kolumbianische Staat nicht alles tat, um das Verbrechen aufzukl\u00e4ren. Das wichtigste Ziel ist f\u00fcr die Familie M\u00fanera aber noch nicht erreicht, dass n\u00e4mlich die Wahrheit \u00fcber das Verbrechen aufgedeckt wird.<\/p>\n<p>Adolfo M\u00fanera arbeitete seit 1983 in einem Abf\u00fcllbetrieb von Coca Cola und war Vorstandsmitglied der Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal. Sinaltrainal war von der politischen Gewalt schwer betroffen: Bis 2004 wurden 9 Gewerkschafter von Sinaltrainal, die bei Coca Cola arbeiteten, ermordet, vier davon als direkte Folge gewerkschaftlicher Forderungen. 38 Arbeiter von Coca Cola mussten zudem ihre Stadt verlassen, 67 wurden Opfer von Todesdrohungen. Gegen M\u00fanera wurde auch ein Strafverfahren angestrengt, weil er 1997 beschuldigt worden war, Mitglied des ELN zu sein. Obwohl das Verfahren zwei Jahre sp\u00e4ter mangels Beweisen eingestellt worden war, blieb der Ruf als Guerillero haften und er blieb Opfer von Einsch\u00fcchterung und Beschattung, bis er am 31. August 2002 vor dem Haus seiner Mutter ermordet wurde.<\/p>\n<p><strong>Quellen: <\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cetim.ch\/el-comite-de-derechos-humanos-de-la-onu-declara-el-estado-colombiano-responsable-por-violacion-del-derecho-a-la-vida-y-a-un-recurso-judicial-efectivo-en-caso-de-sindicalista-asesinado\/\">https:\/\/www.cetim.ch\/el-comite-de-derechos-humanos-de-la-onu-declara-el-estado-colombiano-responsable-por-violacion-del-derecho-a-la-vida-y-a-un-recurso-judicial-efectivo-en-caso-de-sindicalista-asesinado\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.elespectador.com\/colombia2020\/justicia\/verdad\/colombia-violo-el-derecho-la-vida-de-un-sindicalista-comite-de-ddhh-de-la-onu-articulo-922432?fbclid=IwAR0TFVdi5l3DkUM3wYNIwqz9hHBj5lWxa0gvJbSf6UxX92sm40VP5kYcRE4\">https:\/\/www.elespectador.com\/colombia2020\/justicia\/verdad\/colombia-violo-el-derecho-la-vida-de-un-sindicalista-comite-de-ddhh-de-la-onu-articulo-922432?fbclid=IwAR0TFVdi5l3DkUM3wYNIwqz9hHBj5lWxa0gvJbSf6UxX92sm40VP5kYcRE4<\/a><\/p>\n<p>Vollst\u00e4ndiges Urteil des UNO Menschenrechtskomitees: <a href=\"https:\/\/www.cetim.ch\/wp-content\/uploads\/CCPR-C-128-D-3076-2017-S-1-1.pdf\">https:\/\/www.cetim.ch\/wp-content\/uploads\/CCPR-C-128-D-3076-2017-S-1-1.pdf<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Das-Menschenrechtskomitee-der-UNO-in-Genf-verurteilt-den-kolumbianischen-Staat-wegen-der-Ermordung-eines-Gewerkschafters-bei-Coca-Cola.pdf&#8220; url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; locked=&#8220;off&#8220;]<br \/>\n[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/sincalista-M\u00fanera.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verurteilt wurde Kolumbien, weil der Staat es unterlassen hatte, strafrechtlich zu untersuchen, wer den Auftrag f\u00fcr den Mord am Gewerkschafter gegeben hat.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":7075,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"1080","footnotes":""},"categories":[1,19,29,11,25,10,24,12],"tags":[],"class_list":["post-7070","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-feature","category-lebensmittel-gesundheit-und-agrarsektor","category-menschenrechte","category-schweizer-unternehmen","category-themen","category-unternehmensverantwortung-und-wirtschaftspolitik","category-wirtschaft-menschenrechte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7070","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7070"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7070\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7088,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7070\/revisions\/7088"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7075"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}