{"id":7017,"date":"2020-05-15T15:14:09","date_gmt":"2020-05-15T13:14:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=7017"},"modified":"2020-05-15T15:15:15","modified_gmt":"2020-05-15T13:15:15","slug":"kolumbien-ist-das-zweitgefaehrlichste-land-fuer-menschenrechtsverteidiger-die-sich-gegen-negative-auswirkungen-von-unternehmen-wehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/allgemein\/kolumbien-ist-das-zweitgefaehrlichste-land-fuer-menschenrechtsverteidiger-die-sich-gegen-negative-auswirkungen-von-unternehmen-wehren","title":{"rendered":"Kolumbien ist das zweitgef\u00e4hrlichste Land f\u00fcr Menschenrechtsverteidiger, die sich gegen negative Auswirkungen von Unternehmen wehren"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Stephan Suhner<br \/> <\/em><\/p>\n<p>Anfang M\u00e4rz hat das Informationszentrum f\u00fcr Unternehmen und Menschenrechte (Business &amp; Human Rights Resource Centre, BHRRC), einen Bericht vorgestellt, gem\u00e4ss dem Kolumbien das zweitgef\u00e4hrlichste Land der Welt (nach Honduras) ist f\u00fcr MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV), die Unternehmensthemen bearbeiten. 9% aller Angriffe auf MenschenrechtsverteidigerInnen im Zusammenhang mit Unternehmen geschehen in Kolumbien. Zwischen 2015 und 2019 hat das Informationszentrum 181 best\u00e4tigte F\u00e4lle von Attacken auf MRV im Kontext von Unternehmen registriert, es k\u00f6nnte jedoch eine betr\u00e4chtliche Dunkelziffer geben. Der Bericht beabsichtigt nicht, die Unternehmen direkt mit den Angriffen auf MRV in Verbindung zu bringen oder ihnen die Verantwortung zu geben, sondern eine Kontextanalyse zu bieten dar\u00fcber, was passiert und was L\u00f6sungen sein k\u00f6nnten. Es handelt sich um F\u00e4lle, wo die betroffenen MRV Bedenken \u00fcber die Unternehmensaktivit\u00e4ten \u00e4usserten und dies der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Bedrohung war. Die Unternehmen operieren jedoch nicht in einem leeren Raum, sie sollten sich bewusst sein, dass ihre Kritiker Risiken ausgesetzt sind. In 90% aller F\u00e4lle dieser Menschenrechtsverletzungen haben sich die Verteidiger \u00fcber negative Folgen von Bergbau, Erd\u00f6lf\u00f6rderung, Agrobusiness und erneuerbare Energien ge\u00e4ussert. 44% der \u00dcbergriffe auf MRV erfolgten im Umfeld der Unternehmen Anglo Gold Ashanti, Cerrej\u00f3n, Ecopetrol, die Stadtwerke von Medell\u00edn EPM und die Salinen Big Group.<\/p>\n<p><strong>Bergbau und Energieprojekte im Fokus<\/strong><\/p>\n<p>Der Bericht verweist auch darauf, dass 76,5% der F\u00e4lle dieser vier meistbetroffenen Wirtschaftssektoren in Zonen passierten, wo es grosse Investitionen der Unternehmen gibt. Das heisst die Angriffe auf MRV erfolgen nicht in vergessenen Zonen, sondern an sogenannten Entwicklungspolen. Die meisten der registrierten F\u00e4lle betrafen Morde (72 F\u00e4lle), gefolgt von Todesdrohungen und Schl\u00e4gen\/physischer Gewalt. Das Ombudsb\u00fcro f\u00fcr Menschenrechte (Defensor\u00eda) hat in einer Fr\u00fchwarnung von 2018 darauf hingewiesen, dass private Akteure in die \u00dcbergriffe involviert sind, die ihre wirtschaftlichen Interessen gef\u00e4hrdet sehen, sei es durch Landrestitution, Proteste gegen Projekte oder Klagen \u00fcber \u00dcbergriffe gegen Gemeinschaften. Das Informationszentrum verweist darum auf die Richtlinien der UNO, die besagen, dass Unternehmen negative Folgen ihrer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit verhindern oder lindern m\u00fcssen, auch wenn sie sie nicht direkt verursacht haben. Deshalb ruft das Informationszentrum die Unternehmen auf, dass sie sich gegen Menschenrechtsverletzungen \u00e4ussern und pr\u00e4ventive Massnahmen ergreifen sollen. Der Staat soll beim Monitoring der Menschenrechtsverletzungen auch die Unternehmenskomponente ber\u00fccksichtigen und die Ursachen der \u00dcbergriffe untersuchen und aufkl\u00e4ren sowie effizienten Schutz gew\u00e4hren.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die kolumbianische Wirtschaft wird von Industrien dominiert, die einen hohen Landbedarf haben, wie z.B. der Bergbau, mit betr\u00e4chtlichen Risiken f\u00fcr die Menschenrechte und die Umwelt. Die Arbeit der MenschenrechtsverteidigerInnen ist deshalb sehr wichtig, aber gerade Personen die versuchen, \u00dcbergriffe von Unternehmen auf die Menschenrechte zu verhindern, sind h\u00e4ufigen Attacken ausgesetzt, viele davon t\u00f6dlich. Die meisten der attackierten MRV waren Gemeinschaftsf\u00fchrerInnen, Gewerkschafter sowie AfrokolumbianerInnen und Indigene.<\/p>\n<p>Phil Bloomer, der Direktor des BHRRC sagte dazu, dass wegen den steigenden Investitionen in Risikosektoren wie Bergbau und den vielen \u00dcbergriffen auf MRV die kolumbianische Regierung sich entschiedener f\u00fcr den Schutz der Menschenrechtsverteidiger einsetzen sollte, gerade im Bereich der Unternehmenst\u00e4tigkeiten. Es gebe zwar willkommene Anstrengungen um MRV zu sch\u00fctzen. Solange die Regierung aber die Investitionen h\u00f6her gewichte als den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt, sei zu bef\u00fcrchten, dass es zu weiteren Attacken kommen wird. Zudem h\u00e4tten auch die Unternehmen eine international anerkannte Pflicht, die Risiken f\u00fcr diejenigen zu identifizieren, die die negativen Auswirkungen der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit kritisieren. Zwar w\u00fcrden sich nun einige Unternehmen gegen die Gewalt aussprechen, es m\u00fcsse aber viel mehr gemacht werden. Zudem m\u00fcsse die Regierung die Unternehmen dabei unterst\u00fctzen. Michel Forst, der UNO Sonderberichterstatter \u00fcber Menschenrechtsverteidiger sagte dazu, dass die schwachen staatlichen Institutionen, die bewaffneten Gruppen und die illegalen \u00d6konomien in Kolumbien dazu f\u00fchren, dass es ein gef\u00e4hrlicher Ort f\u00fcr MRV ist. H\u00e4ufig geht aber vergessen, was die Rolle der Unternehmen sowohl f\u00fcr die Versch\u00e4rfung von Attacken auf MRV ist als auch was ihre M\u00f6glichkeiten anbelangen, bedeutsam zum Schutz der Menschenrechte beizutragen. Gem\u00e4ss Forst w\u00fcrden die MRV und die Unternehmen einen gemeinsamen Raum teilen und denselben Bedrohungen gegen\u00fcberstehen. Deshalb m\u00fcssten die Unternehmen die Sorgen der MRV anh\u00f6ren und danach handeln und eine Nulltoleranz gegen Gewalt gegen MRV in ihren Operationen und Lieferketten an den Tag legen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span>[2]<\/span><\/a><\/p>\n<p><strong>Auch Cerrej\u00f3n steht im Fokus<\/strong><\/p>\n<p>Cerrej\u00f3n ist eines der Unternehmen, das als Fallbeispiel aufgef\u00fchrt wurde, insbesondere wegen den Drohschreiben der paramilit\u00e4rischen <em>Aguilas Negras<\/em> gegen die <em>Fuerza Mujeres Way\u00fau<\/em> am 30. April 2019. Cerrej\u00f3n sowie auch Glencore und die anderen Aktion\u00e4rinnen haben auf den Bericht des BHRRC mit Stellungnahmen reagiert. Cerrej\u00f3n verfasste eine ausf\u00fchrliche Stellungnahme, in der sie zuerst den Beitrag des BHRRC zur F\u00f6rderung der Unternehmensverantwortung und den Einsatz f\u00fcr vulnerable Gruppen w\u00fcrdigte. Ebenso begr\u00fcsste Cerrej\u00f3n die Gelegenheit, zum Bericht Stellung nehmen zu k\u00f6nnen, insbesondere da es um Drohungen gegen soziale F\u00fchrungspersonen gehe, die angeblich mit Cerrej\u00f3n zusammenh\u00e4ngen w\u00fcrden. Cerrej\u00f3n teile die Beunruhigung des BHRRC und habe selber in den letzten Jahren einen Anstieg der Drohungen und der Gewalt gegen MRV in der Guajira festgestellt. Cerrej\u00f3n habe diese Vorkommnisse immer verurteilt und gegen\u00fcber den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden denunziert sowie Schutzmassnahmen und Aufkl\u00e4rung der Hintergr\u00fcnde verlangt. Cerrej\u00f3n habe null Toleranz gegen\u00fcber jeglicher Art von Aggression gegen Gemeinschaften, Arbeiter und soziale F\u00fchrungspersonen. Cerrej\u00f3n weise aber jegliche Anschuldigung, direkt oder indirekt mit diesen Drohungen etwas zu tun zu haben, energisch zur\u00fcck. Cerrej\u00f3n verurteile jegliche Menschenrechtsverletzung oder Drohung gegen jede Person, um dadurch Einzusch\u00fcchtern oder Vorteile zu erhalten.<\/p>\n<p>Cerrej\u00f3n habe in einem komplexen Umfeld immer versucht ein Gleichgewicht zwischen der Bergbauaktivit\u00e4t und dem Zusammenleben mit den benachbarten Gemeinschaften zu finden. F\u00fcr Cerrej\u00f3n sei die Pflicht des Unternehmens, die Menschenrechte zu respektieren wichtig, und in einem kontinuierlichen Prozess h\u00e4tten sie stetige Verbesserungen vorgenommen um die negativen Folgen des Bergbaus zu verhindern, zu verringern oder zu kompensieren. 2005 habe Cerrej\u00f3n eine Menschenrechtspolitik erarbeitet, die sie 2011 in \u00dcbereinstimmung mit den UNO Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte gebracht h\u00e4tten. Cerrej\u00f3n habe zudem diverse Standards \u00fcbernommen, wie die UNO Leitprinzipien f\u00fcr Unternehmen und Menschenrechte UNGP, die ILO Kernkonventionen, den Global Compact oder IFC Performance Standards der Weltbanktochter und die Freiwilligen Prinzipien \u00fcber Sicherheit und Menschenrechte VPSHR. Der Prozess der menschenrechtlichen Folgeabsch\u00e4tzung besteht darin, soziale, Umwelt-, Arbeits- und Menschenrechtsrisiken und Impacts zu identifizieren, die Massnahmen zum Impactmanagement andauernd zu verbessern, im stetem Austausch mit den Anspruchsgruppen zu stehen und einen Klagemechanismus durch partizipative Prozesse zu implementieren. Es gebe einen Prozess, um die Compliance im Menschenrechtsbereich zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu garantieren.<\/p>\n<p>Bezogen auf Drohungen gegen soziale F\u00fchrungsleute habe Cerrej\u00f3n immer sofort die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden in Kenntnis gesetzt und diese aufgefordert, Untersuchungen durchzuf\u00fchren und Schutz zu gew\u00e4hren. Von 2016 bis 2019 habe Cerrej\u00f3n in \u00fcber 30 F\u00e4llen derart interveniert. 2018 habe Cerrej\u00f3n mit anderen Kohleproduzenten und staatlichen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen eine gemeinsame Erkl\u00e4rung ver\u00f6ffentlicht, in der sie die Drohungen und Attacken gegen MRV ablehnten. Zudem h\u00e4tten sie ein Protokoll verabschiedet, wie auf diese Drohungen und Attacken zu reagieren sei und wer welche Rolle inne habe, dies wurde von CREER<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span>[3]<\/span><\/a> unterst\u00fctzt. Zudem habe Cerrej\u00f3n ein Programm unterst\u00fctzt, um mehr Vertrauen zwischen verschiedenen Stakeholdern aufzubauen und die F\u00e4higkeit von lokalen Beh\u00f6rden und Gemeinschaften zu st\u00e4rken, um diesen Drohungen entgegen treten zu k\u00f6nnen. Um das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Beh\u00f6rden, F\u00fchrungspersonen etc. zu f\u00f6rdern, habe Cerrej\u00f3n eine aktive Rolle eingenommen in einem Treffen, das vom Innenministerium organisiert wurde \u00fcber den Schutzplan PAO (Plan de Acci\u00f3n Oportuna), wo der Plan etwa 80 Gemeinschaftsf\u00fchrern und MRV vorgestellt wurde, darunter aus Tabaco und von der Fuerza Mujeres Wayuu.<\/p>\n<p>Im Namen von Glencore nahm Anna Krutikov sehr kurz gegen\u00fcber dem BHRRC Stellung. Sie bedankte sich f\u00fcr die M\u00f6glichkeit der Stellungnahme und betonte, dass Cerrej\u00f3n ein Joint Venture von Anglo American, BHP und Glencore sei, das \u00fcber ein unabh\u00e4ngiges Management verf\u00fcge. Cerrej\u00f3n habe BHRRC eine ausf\u00fchrliche Stellungnahme zukommen lassen, wo das Unternehmen zu den Vorw\u00fcrfen Stellung genommen und die Herangehensweise zur Sorgfaltspflicht erl\u00e4utert habe. Glencore selber achte und respektiere die Menschenrechte, wie im Verhaltenskodex ausgef\u00fchrt werde, toleriere keine Form von Bel\u00e4stigung und verurteile Drohungen gegen MRV. Details k\u00f6nnen dem Menschenrechtsbericht auf der Webseite von Glencore entnommen werden<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span>[4]<\/span><\/a>. Die beiden anderen Shareholders von Cerrej\u00f3n, Anglo American und BHP, \u00e4usserten sich deutlich ausf\u00fchrlicher, auch \u00fcber die eigenen Policies und Anstrengungen.<\/p>\n<p><strong>Ungen\u00fcgendes Engagement der Unternehmen im Menschenrechtsbereich<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten Jahren gab es Dutzende von Drohungen gegen soziale F\u00fchrungsleute und GemeinschaftsvertreterInnen, die die Interessen und Rechte der Gemeinschaften gegen\u00fcber Cerrej\u00f3n vertreten. Viele F\u00fchrungspersonen der afrokolumbianischen und indigenen Gemeinschaften im Einflussbereich der Kohlenmine werden seit \u00fcber zehn Jahren immer wieder bedroht, beschattet, eingesch\u00fcchtert oder erlitten gewaltsame \u00dcbergriffe. Im Bericht wird positiv erw\u00e4hnt, dass Cerrej\u00f3n mit anderen Unternehmen des Kohlesektors mit einer \u00f6ffentlichen Verlautbarung im Mai 2019 diese Drohungen deutlich verurteilt habe. Auch hat Cerrej\u00f3n f\u00fcr sich alleine, unter anderem auf Aufforderung der ask!, am 15. Mai 2019 die Drohungen verurteilt und die Legitimation der Arbeit der Gemeinschaftsf\u00fchrer und MRV betont. Das hat aber nicht verhindert, dass hohe Funktion\u00e4re von Cerrej\u00f3n wiederholt \u00f6ffentliche Aussagen machten, die in der Folge zu vielen Drohungen gegen Kritiker der Mine f\u00fchrten, insbesondere wegen h\u00e4ngiger Gerichtsklagen. So drohte der Pr\u00e4sident von Cerrej\u00f3n, Guillermo Fonseca, verschiedentlich damit, dass er wegen Einsprachen der Gemeinschaften Tausende Arbeiter entlassen m\u00fcsse, was f\u00fcr viele Gemeinschaftsf\u00fchrer direkt Drohungen zur Folge hatte. Zudem lehnen viele der betroffenen, bedrohten MRV und F\u00fchrungspersonen diese Verlautbarung von Cerrej\u00f3n wie auch beispielsweise Unterst\u00fctzungsangebote bei der Anzeigeerstattung bei der Staatsanwaltschaft ab, da sie es als unehrlich und nutzlos qualifizieren. Vielmehr erwarten sie, dass Cerrej\u00f3n aufh\u00f6rt, ihre Rechte zu verletzen und die Umwelt zu zerst\u00f6ren oder durch Worte und Taten Situationen zu schaffen, die zu neuen Drohungen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Nach 14 Jahren, die wir uns von der ask! mit Cerrej\u00f3n besch\u00e4ftigen, haben wir im Umgang von Cerrej\u00f3n mit Kritikern wenig Verbesserung festgestellt, bis heute machen Vertreter des Managements auch uns gegen\u00fcber immer wieder absch\u00e4tzige Bemerkungen \u00fcber einzelne F\u00fchrungspersonen, die z.B. Cerrej\u00f3n in der Gemeinschaft nicht arbeiten lassen oder Fortschritte behindern w\u00fcrden. Auch scheint sich Cerrej\u00f3n zu wenig bewusst, was f\u00fcr Folgen die sich \u00fcber Jahre hinschleppenden ungel\u00f6sten Probleme und Konflikte mit einzelnen Gemeinschaften f\u00fcr die Menschenrechte und die Sicherheit der betroffenen F\u00fchrungspersonen haben kann, z.B. bez\u00fcglich Roche oder Tabaco<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span>[5]<\/span><\/a>. Auch bleiben viele Fragen bez\u00fcglich der Drohungen offen, so beispielweise wie es m\u00f6glich ist, dass Pamphlete massenhaft entlang der stark militarisierten Eisenbahnlinie verteilt werden k\u00f6nnen, ohne dass je jemand das gesehen h\u00e4tte. Oder welche Rolle die Armeeeinheiten bei den Drohungen spielen. Viele Menschenrechtsorganisationen vermuten hinter den <em>Aguilas Negras<\/em> Personen, die dem Milit\u00e4r oder den Nachrichtendiensten nahe stehen. Was haben vor diesem Hintergrund all die Schulungen zu Menschenrechten f\u00fcr die Armeeeinheiten, die Cerrej\u00f3n bewachen, gebracht? Warum nehmen die Drohungen st\u00e4ndig zu, statt abzunehmen? Wieso wurde noch nie ein Fall von Drohungen durch die Staatsanwaltschaft aufgekl\u00e4rt? Das freiwillige Engagement von Unternehmen wie Cerrej\u00f3n gen\u00fcgt eindeutig nicht, auch wenn Cerrej\u00f3n als Klassenbester gilt. Rechtlich verbindliche Normen und Sorgfaltspflichten, wie sie beispielweise die Konzernverantwortungsinitiative fordert, sind notwendig, um effektive Verbesserungen f\u00fcr bedrohte Gemeinschaftsf\u00fchrer und f\u00fcr die Menschenrechte der Gemeinschaften im Einflussbereich der Minen von Glencore zu erreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a> Contagio Radio, Colombia, el segundo pa\u00eds m\u00e1s peligroso para defensores que trabajan temas empresariales, 2. M\u00e4rz 2020, in: https:\/\/www.contagioradio.com\/colombia-el-segundo-pais-mas-peligroso-para-defensores-que-trabajan-temas-empresariales\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span>[2]<\/span><\/a> BHRRC, Colombia es uno de los pa\u00edses m\u00e1s peligrosos del mundo para los activistas contra el abuso corporativo, seg\u00fan un informe de una ONG, 2. M\u00e4rz 2020, in: <span><a href=\"https:\/\/www.business-humanrights.org\/es\/colombia-es-uno-de-los-pa%C3%ADses-m%C3%A1s-peligrosos-del-mundo-para-los-activistas-contra-el-abuso-corporativo-seg%C3%BAn-un-informe-de-una-ong\">https:\/\/www.business-humanrights.org\/es\/colombia-es-uno-de-los-pa%C3%ADses-m%C3%A1s-peligrosos-del-mundo-para-los-activistas-contra-el-abuso-corporativo-seg%C3%BAn-un-informe-de-una-ong<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><span>[3]<\/span><\/a> <span><a href=\"https:\/\/www.creer-ihrb.org\/lideresydefensores\">https:\/\/www.creer-ihrb.org\/lideresydefensores<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><span>[4]<\/span><\/a> <span><a href=\"https:\/\/www.business-humanrights.org\/sites\/default\/files\/documents\/Glencore_Response%20to%20BHRRC_210220.docx.pdf\">https:\/\/www.business-humanrights.org\/sites\/default\/files\/documents\/Glencore_Response%20to%20BHRRC_210220.docx.pdf<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><span>[5]<\/span><\/a> Roche ist die erste umgesiedelte Gemeinschaft, nach einem Prozess der weit \u00fcber zehn Jahre dauerte und die Gemeinschaft und deren soziale Netzwerke zerst\u00f6rte. Tabaco wurde 2001 enteignet und zerst\u00f6rt und wartet seither auf den Wiederaufbau an einem anderen Ort. Beiden Gemeinschaften haben auf Grund dieser Situationen interne Konflikte und Konflikte mit Cerrej\u00f3n und verschiedene F\u00fchrungsleute sind seit Jahren bedroht.<\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/BHR-MRV-und-Unternehmen-Cerrejon.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Statistik-Unternehmen-und-MRV.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Grafik-MRV-und-Drohungen.png&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang M\u00e4rz hat das Informationszentrum f\u00fcr Unternehmen und Menschenrechte (Business &#038; Human Rights Resource Centre, BHRRC), einen Bericht vorgestellt, gem\u00e4ss dem Kolumbien das zweitgef\u00e4hrlichste Land der Welt (nach Honduras) ist f\u00fcr MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV), die Unternehmensthemen bearbeiten. 9% aller Angriffe auf MenschenrechtsverteidigerInnen im Zusammenhang mit Unternehmen geschehen in Kolumbien. 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