{"id":6844,"date":"2020-04-16T21:14:57","date_gmt":"2020-04-16T19:14:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=6844"},"modified":"2020-04-16T21:17:06","modified_gmt":"2020-04-16T19:17:06","slug":"erneute-konflikte-um-die-praesenz-von-kleinbauern-und-kleinbaeuerinnen-in-den-nationalparks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/allgemein\/erneute-konflikte-um-die-praesenz-von-kleinbauern-und-kleinbaeuerinnen-in-den-nationalparks","title":{"rendered":"Erneute Konflikte um die Pr\u00e4senz von Kleinbauern und Kleinb\u00e4uerinnen in den Nationalparks"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p><em>Von Stephan Suhner<br \/> <\/em><\/p>\n<p>Kleinbauern aus den Gemeinden La Macarena (Meta), San Vicente del Cagu\u00e1n, El Doncello und Cartagena del Chair\u00e1 (Caquet\u00e1) protestierten in den Hauptorten und verlangen die Pr\u00e4senz der Regierung, um L\u00f6sungen f\u00fcr die Grundbesitzproblematik auszuhandeln. 1200 Bauern versammelten sich in der Region San Juan de Lozada im Dreieck zwischen Meta, Caquet\u00e1 und Guaviare und drohten mit einem Zivilstreik, wenn die Regierung nicht bis zum 16. M\u00e4rz einen Dialog mit ihnen starte. Hintergrund des Konfliktes ist die Anordnung der Regierung, dass Tausende von Personen aus den Nationalparks rausgehen m\u00fcssen, wo sie teilweise seit 50 Jahren leben und ihre Fincas aufgebaut haben. Die Kontroverse um die Campesinos in den Nationalparks versch\u00e4rfte sich am 23. Februar 2020, als Bilder zeigten, wie Hunderte von Hektaren in den Nationalparks Tinigua und Macarena brannten. Polizei, Armee, die Staatsanwaltschaft und die Nationale Parkbeh\u00f6rde f\u00fchrten Operationen durch, um die Kleinbauern aus den Parks zu vertreiben. 12 Campesinos wurden auch verhaftet und nach Villavicencio und San Jos\u00e9 del Guaviare gebracht, wo ihnen Prozesse er\u00f6ffnet wurden, danach wurden sie bedingt freigelassen. Es wurde ihnen verboten, auf das Land zur\u00fcckzukehren, auf dem sie teilweise seit 50 Jahren leben.<\/p>\n<p>Die Kleinbauern sind mit der Geduld am Ende und verlangen ein Treffen mit der Regierungsspitze, keine Gespr\u00e4che mit untergeordneten Funktion\u00e4ren und reinen Nachrichten\u00fcberbringern ohne Entscheidungskompetenz. Die Proteste laufen unter dem Slogan \u201eF\u00fcr die Verteidigung des Territorium \u2013 Parks mit Campesinos\u201c. Sie fordern von der Regierung eine L\u00f6sung f\u00fcr die Tausenden von Kleinbauern, von denen viele seit vielen Jahren dort siedeln, wo sp\u00e4ter Nationalparks eingerichtet wurden. Vertreter der Kleinbauernvereinigung Asociaci\u00f3n Campesina y Ambiental de Lozada &#8211; Guayabero (ASCAL-G) wehren sich auch dagegen, als die Hauptschuldigen an der Abholzung dargestellt zu werden. Zwar w\u00fcrden die Campesinos 10, 15 Hektaren f\u00fcr den Hof abholzen, aber die grossen Rodungen w\u00fcrden von Spekulanten vorgenommen, um sich brachliegendes Staatsland (bald\u00edos) anzueignen f\u00fcr industrielle Projekte, Monokulturen oder gar illegale Pflanzungen. Zudem gibt es in den Nationalparks Erd\u00f6lkonzessionen. Im Nationalpark Cordillera de los Picachos soll beispielsweise eine Pipeline durchgef\u00fchrt werden, um Erd\u00f6l vom S\u00fcden des Meta nach Buenaventura zu transportieren. Zudem gibt es Umweltlizenzen f\u00fcr 20 in den Parks geplante Erd\u00f6lf\u00f6rderstellen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Momentan sind die Protestm\u00e4rsche friedlich und die Campesinos verbleiben in Dauerversammlung bis es zu Verhandlungen kommt. Die Kleinbauern wollen faire L\u00f6sungen und keine weiteren Vertreibungsaktionen und \u00dcbergriffe auf die Bev\u00f6lkerung, wie Ronaldo Echeverry von der Asociaci\u00f3n Campesina del R\u00edo Guayabero (Asocatragua) betont. Hinzu kommt, dass die Kleinbauern und \u2013b\u00e4uerinnen auch durch Operationen der Antidrogenpolizei verfolgt werden, wie beispielsweise am 27. Februar, als von einem Helikopter aus auf 3 Jugendliche geschossen wurde, angeblich als Antwort auf einen Beschuss des Helikopters. Soziale F\u00fchrungspersonen beklagen, dass falsche Ger\u00fcchte \u00fcber angebliche grosse Kokapflanzungen in Umlauf gesetzt werden, und dass sie immer wieder Opfer von Glyphosatbespr\u00fchungen geworden sind. Die betroffenen Kleinbauern beklagen, dass sie von der Regierung keine Unterst\u00fctzung bekommen um andere Alternativen aufzubauen, und dass sie deshalb immer wieder ein St\u00fcck Wald roden, um davon leben zu k\u00f6nnen. Sie verlangen Unterst\u00fctzung, um gleichzeitig produzieren und sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen, um die Ressourcen des Waldes zu nutzen, ohne ihn zu zerst\u00f6ren. Die Kleinbauernbewegung wolle ja auch keine Rodungen, aber sie brauchen Alternativen, oder eine Umsiedlung auf andere produktive B\u00f6den ausserhalb der Nationalparks. Verschiedene Kleinbauernf\u00fchrerInnen \u00e4usserten allerdings auch Zweifel, ob die Vertreibungen tats\u00e4chlich auf Grund des Naturschutzes erfolgen, oder um das Gebiet f\u00fcr \u00d6lf\u00f6rderung und Fracking frei zu r\u00e4umen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span>[2]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wegen den grossfl\u00e4chigen Br\u00e4nden und Abholzungen hatte die Staatsanwaltschaft verschiedene Massnahmen erlassen, um angeblich die Nationalparks vor weiterer Zerst\u00f6rung zu sch\u00fctzen. Unter anderem wird der Transport von Rindern untersagt, die Agrarbank darf keine Kredite an Kleinbauern in Nationalparks vergeben und die B\u00fcrgermeister d\u00fcrfen den <em>Colonos<\/em> keine Best\u00e4tigungen ausstellen oder den (vor\u00fcbergehenden) Aufenthalt bewilligen. So soll die Bev\u00f6lkerungszunahme in den Nationalparks gebremst werden. Mercedes Leudo von Universidad de la Amazonia beklagt, dass die Massnahmen der Regierung zum Schutz der Parks falsch oder willk\u00fcrlich angewandt werden und haupts\u00e4chlich Kleinbauern betreffen, nicht aber die Spekulanten, Drogenh\u00e4ndler und Bergbau- und Erd\u00f6lbetriebe. Klar m\u00fcsse weitere Abholzung verhindert und die weitere Ausdehnung der Agrargrenze gestoppt werden, aber dies m\u00fcsse sozialvertr\u00e4glich erfolgen, ohne Vertreibung und juristische Verfolgung der Campesinos und Campesinas.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span>[3]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Anscheinend konnte mit den mobilisierten Kleinbauern und B\u00e4uerinnen am 17. M\u00e4rz zumindest vorl\u00e4ufig eine Einigung erzielt werden. Auf Anweisung der Innenministerin, Alicia Arango, wurde der Vizeminister f\u00fcr Partizipation und Gleiche Rechte Carlos Alberto Baena L\u00f3pez zu den Campesinos nach Caquet\u00e1, Meta und Guaviare geschickt. Mit dabei waren VertreterInnen des Umweltministeriums, der Parkverwaltung, der Beh\u00f6rden f\u00fcr Landfragen, l\u00e4ndliche Entwicklung und f\u00fcr die Erneuerung des Territoriums, sowie des Ombudsb\u00fcros f\u00fcr Menschenrechte und die Gouverneure und B\u00fcrgermeister der Region. Die Einigung sieht vor, dass Kommissionen aus verschiedenen Beh\u00f6rden und Organisationen in die drei Departemente geschickt werden. Zudem wird ein technischer Arbeitstisch er\u00f6ffnet um die 13 Petitionen \u00fcber Menschenrechte, Umwelt und Entwicklung und sozio\u00f6konomische Themen zu verhandeln und L\u00f6sungen zu suchen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span>[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a> El Espectador, Movilizaci\u00f3n campesina en La Macarena: negociaci\u00f3n o paro, 14. M\u00e4rz 2020, in:<\/p>\n<p><span><a href=\"https:\/\/www.elespectador.com\/colombia2020\/territorio\/movilizacion-campesina-en-la-macarena-negociacion-o-paro-articulo-909228\">https:\/\/www.elespectador.com\/colombia2020\/territorio\/movilizacion-campesina-en-la-macarena-negociacion-o-paro-articulo-909228<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span>[2]<\/span><\/a> Contagio Radio, &#8222;Aqu\u00ed expulsan al campesinado pero cobijan al sector minero y petrolero&#8220;, 10. M\u00e4rz 2020, in: <span><a href=\"https:\/\/www.contagioradio.com\/aqui-expulsan-al-campesinado-pero-cobijan-al-sector-minero-y-petrolero\/\">https:\/\/www.contagioradio.com\/aqui-expulsan-al-campesinado-pero-cobijan-al-sector-minero-y-petrolero\/<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><span>[3]<\/span><\/a> Contagio Radio, Medidas de La Fiscal\u00eda para proteger Parques Naturales afecta a los peque\u00f1os campesinos, 26. Februar 2020, in: <span><a href=\"https:\/\/www.contagioradio.com\/parques-naturales\/\">https:\/\/www.contagioradio.com\/parques-naturales\/<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><span>[4]<\/span><\/a> Gobierno Nacional firm\u00f3 acuerdo para levantar protesta campesina en Los Pozos, San Vicente del Cagu\u00e1n y San Juan de Lozada, 17. M\u00e4rz 2020, https:\/\/www.mininterior.gov.co\/sala-de-prensa\/noticias\/gobierno-nacional-firmo-acuerdo-para-levantar-protesta-campesina-en-los-pozos-san-vicente-del-caguan-y-san-juan-de-lozada<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Neue-Vertreibungen-aus-Nationalparks-Apr-2020.pdf&#8220; url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; locked=&#8220;off&#8220;]<br \/>\n[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Parque-con-Campesinos.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.3.4&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleinbauern aus den Gemeinden La Macarena (Meta), San Vicente del Cagu\u00e1n, El Doncello und Cartagena del Chair\u00e1 (Caquet\u00e1) protestierten in den Hauptorten und verlangen die Pr\u00e4senz der Regierung, um L\u00f6sungen f\u00fcr die Grundbesitzproblematik auszuhandeln. 1200 Bauern versammelten sich in der Region San Juan de Lozada im Dreieck zwischen Meta, Caquet\u00e1 und Guaviare und drohten mit einem Zivilstreik, wenn die Regierung nicht bis zum 16. 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