{"id":6560,"date":"2020-01-03T11:59:55","date_gmt":"2020-01-03T10:59:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=6560"},"modified":"2020-01-03T12:01:16","modified_gmt":"2020-01-03T11:01:16","slug":"auf-toepfen-fuer-soziale-gerechtigkeit-beobachtungen-vom-nationalstreik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/menschenrechte\/auf-toepfen-fuer-soziale-gerechtigkeit-beobachtungen-vom-nationalstreik","title":{"rendered":"Auf T\u00f6pfen f\u00fcr soziale Gerechtigkeit  &#8211; Beobachtungen vom Nationalstreik"},"content":{"rendered":"\n\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.9&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Laura Kn\u00f6pfel<\/em><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span>\u201eA parar para avanzar, viva el paro nacional!\u201c, innehalten um weiterzukommen, es lebe der Nationalstreik!\u201c. Diesem Aufruf folgten am 21. November 2019 tausende von Kolumbianerinnen und Kolumbianer. Schon fr\u00fch morgens durchzogen friedlich protestierende Menschen das st\u00e4dtische Kolumbien von Barranquilla und Cartagena \u00fcber Bogot\u00e1 und Medell\u00edn nach Cali und Ibagu\u00e9. Sie gingen auf die Strassen, um f\u00fcr ein gerechtes und funktionierendes Pensions-, Ausbildungs- und Gesundheitssystem, f\u00fcr den Friedensprozess, f\u00fcr die Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger sowie gegen die Regierung von Iv\u00e1n Duque zu protestieren. Der Ruf nach einem Nationalstreik sollte auch in den folgenden Tagen und Wochen nicht abklingen: \u201eEl paro sigue\u201c, der Streik geht weiter.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span>Am ersten Donnerstag des Nationalstreiks f\u00fchlte sich Bogot\u00e1 anders an als sonst. Die Luft war rein und die Quartierstrassen im Chapinero alto, \u201emeinem\u201c Quartier, ruhig. \u00d6ffentliche Geb\u00e4ude wie Bibliotheken, Universit\u00e4ten, Schulen sowie L\u00e4den, Restaurants und Bars blieben geschlossen. Das Leben fand an diesem Tag entweder zu Hause oder auf der Carrera S\u00e9ptima, der Calle 26 und dem Hauptplatz Plaza Bol\u00edvar statt. Die Protestierenden bewegten sich langsam aber kontinuierlich vom Portal del Sur und Portal 20 de Julio im S\u00fcden und vom Portal de Suba im Norden dem Zentrum zu. Erstmal gemeinsam protestierend, besetzten die Studierenden der privaten Universit\u00e4t Ponty (liebevoll f\u00fcr Pontificia Universidad Javeriana) und die Studierenden der \u00f6ffentlichen Universidad Distrital schon fr\u00fchmorgens die S\u00e9ptima. In den Strassenbl\u00f6cken der S\u00e9ptima vermischten sich an diesem Donnerstag die sozialen Schichten, welche die kolumbianische Gesellschaft noch immer strukturieren. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span>Zur selben Zeit gingen die Studierenden der Universidad Nacional der Calle 26 in Richtung Flughafen entlang. Sehr weit kamen sie nicht. Auf der H\u00f6he des Zeitungsverlages El Tiempo, Carrera 69, l\u00f6ste die ESMAD (Escuadrones M\u00f3viles Antidisturbios de la Polic\u00eda Nacional), die ber\u00fcchtigte polizeiliche Sondereinheit gegen Unruhestiftung, den friedlichen Protest mit Tr\u00e4nengas und Wasserwerfern auf. Die Studierenden der Nacho (dieses Mal liebevoll f\u00fcr die Nacional) waren auf das forsche, rechtsstaatlich fragw\u00fcrdige Vorgehen der Polizei vorbereitet. So wurde auf Whatsapp nicht nur der Routenplan, sondern auch eine Art Packliste verbreitet: Sonnencr\u00e8me, Gesichtstuch, feste Handschuhe und mit Essig oder Bikarbonat vermischtes Wasser. Letzteres diente als Gegenmittel zum Reizstoff des Tr\u00e4nengases.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span>Am 21. November machten die Studierenden nur einen Teil der protestierenden Menschen aus. Das Nationale Streikkomitee umfasste neben den Studenteninnenvereinigungen Gewerkschaften, Frauenvereine, sowie Organisationen von Indigenen und Kleinbauern. F\u00fcr Kolumbien einmalig verliessen an diesem Tag aber auch Familien und grosse Teile der Mittelschicht im ganzen Land ihre Wohnungen. Neue Formen der Mobilisierung, ohne einen sichtbaren \u201eKopf\u201c oder Anf\u00fchrer, kennzeichneten den Nationalstreik. Mit Hilfe des sozialen Nachrichtendienstes Twitter wurden kleine Personenansammlungen schnell zu Pl\u00e4tzen des Protests. Und wie durch Geisterhand ert\u00f6nten dieselben Parolen im S\u00fcden und im Norden Bogot\u00e1s. Des Weiteren, wiederum auf Twitter, rief der S\u00e4nger Santiago Alarc\u00f3n einige Tage nach dem 21. November dazu auf, ein Konzert f\u00fcr den Nationalstreik abzuhalten [1]. Unter dem Namen \u201aUn Canto x Colombia\u2019 solidarisierten sich sodann am 8. Dezember auf der S\u00e9ptima mehr als 400 Musikerinnen und 40 Bands aus dem ganzen Land gegen die Regierung Duques.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><strong>\u201eZuerst Gesundheit und Ausbildung\u201c: Die Forderung des Nationalstreiks<\/strong><\/p>\n<p><span>\u201eEl pueblo lo dice y tiene la raz\u00f3n, primero lo primero salud y educaci\u00f3n\u201c, die Menschen sagen es und sie haben Recht, das Erste zuerst: Gesundheit und Bildung. Dieser Satz war Inhalt einer der meistgesungenen Protestrufe der M\u00e4rsche. Die Parole bringt den gemeinsamen Nenner der sehr unterschiedlichen Forderungen des Nationalstreiks zum Ausdruck: Der Staat soll ein sozialer sein und sein Zweck in wohlfahrtsstaatlichen Institutionen f\u00fcr die Jungen, die Alten und die Schwachen bestehen. In diesem Sinne repr\u00e4sentierte das Nationale Streikkomitee keine Partikularinteressen, sondern eine Vielzahl von Sorgen, Unzufriedenheiten und Forderungen unterschiedlichster Bev\u00f6lkerungsgruppen. Der Nationalstreik war kein spontaner Protest, sondern seit langem geplant. Damit unterschied er sich auch deutlich von den zeit\u00e4hnlichen Ereignissen in Chile oder Ecuador. Dennoch entfachte schnell eine Debatte dar\u00fcber, ob sich der kolumbianische Nationalstreik in einen lateinamerikanischen Zeitgeist gegen die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte einordnete. Denn die Parolen liessen erahnen, dass ein Grossteil der Protestierenden auf die Strassen ging, um sich gegen das \u201epaquetazo de Duque\u201c, das Massnahmenpaket der Regierung Duque, zu wehren. Es umfasste Steuererleichterungen und \u2013anreize f\u00fcr Unternehmen in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und der Kreativindustrie, Privatisierungen von \u00f6ffentlichen Unternehmen, eine Erh\u00f6hung der Energiepreise, Arbeits- und Rentenreformen. Das paquetazo wurde somit zu gleich zum Stolz des Pr\u00e4sidenten sowie zum Ausl\u00f6ser und Grund der Proteste vieler.<\/span><\/p>\n<p><span>Am Wochenende nach dem 21. November, ein Donnerstag, antwortete Duque auf die Forderungen mit einer Strategie, welche sehr an Emmanuel Macrons Reaktion auf die franz\u00f6sische Protestbewegung der \u201agilets jaunes\u2019 erinnerte. Er wolle eine \u201econversaci\u00f3n nacional\u201c, ein nationales Gespr\u00e4ch, mit den frischgew\u00e4hlten B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeistern und Gouverneuren beginnen. Claudia L\u00f3pez, die designierte B\u00fcrgermeisterin von Bogot\u00e1, erinnerte ihn zu Recht \u00f6ffentlich daran, dass sie nicht die Meinungen der Menschen auf der Strasse vertrete. Er solle lieber direkt auf diese zugehen. Anstelle dessen forderte die Regierung den linken Politiker und ehemaligen B\u00fcrgermeister Bogot\u00e1s Gustavo Petro dazu auf, die Proteste zu stoppen. Auf den sozialen Medien erkl\u00e4rten daraufhin viele Personen, dass ihre Opposition gegen die Regierung nicht mit einer Unterst\u00fctzung Petros zu verwechseln sei.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span>Ferner rief Claudia L\u00f3pez die Regierung dazu auf, Demut zu zeigen: Demut um anzuerkennen, dass es Dinge g\u00e4be, die schlecht liefen. Demut um zuzugeben, dass der Regierung unverzeihliche Fehler unterlaufen seien. Ein Dialog sei nicht dazu da, um die eigene Politik besser zu erkl\u00e4ren, sondern um mit Demut Fehler einzugestehen, gemeinsam an L\u00f6sungen zu arbeiten und Ver\u00e4nderungen vorzunehmen. Die Wahrnehmung von Duque auf den Strassen Bogot\u00e1s h\u00e4tte nicht weiter vom Appell L\u00f3pez\u2019 entfernt sein k\u00f6nnen. Er wurde empfunden als ein Pr\u00e4sident, welcher weit weg von der Bev\u00f6lkerung regiert, ein Pr\u00e4sident, der sich nicht f\u00fcr das Volk interessiert. Pr\u00e4sent war die Antwort Duques auf die Frage eines Journalisten, mit welcher dieser sich danach erkundigte, was er \u00fcber eine k\u00fcrzlich erfolgte Milit\u00e4raktion gegen Dissidenten der FARC, welcher 18 Kinder zum Opfer fielen, denke (nach der Aktion stellte sich dann heraus, dass die Regierung dar\u00fcber Bescheid wusste, dass sich Kinder im gebombten Gebiet befanden). Die Antwort Duques: \u201eDe qu\u00e9 me hablas, viejo?\u201c,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><span>wovon redest du, Mann? Auf vielen Protestbannern gaben die Kolumbianerinnen und Kolumbianer ihrem Pr\u00e4sidenten dann am 21. November eine Antwort: \u201eDel Paro nacional\u201c, vom Nationalstreik und von den Kindern, welche beim Angriff starben, vom Frieden und der sozialen Ungerechtigkeit.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><strong>Die \u201eCacerolazos\u201c<\/strong><\/p>\n<p><span>Am 21. November gegen 18.00 Uhr abends durchzog Bogot\u00e1 pl\u00f6tzlich ein Klang, welcher bis zu diesen Stunden in Kolumbien fremd war: Der Klang des \u201ecacerolazo\u201c. In der offiziellen Geschichtsschreibung ert\u00f6nte der Klang des cacerolazos erstmals in Chile im Jahr 1971. Wohlhabende Frauen schlugen aus Protest gegen die Politik von Salvador Allende mit L\u00f6ffeln auf leere T\u00f6pfe, um ihren Unmut \u00fcber die Nahrungsmittelknappheit kundzutun. Erst ein Jahrzehnt nach dem chilenischen \u201aMarsch der leeren Pfannen\u2019 erlangte der leere Topf durch die cazerolazos Argentiniens allgemeine Bekanntheit als Protestmittel. Am Tag des Nationalstreiks begannen nun auch zum ersten Mal in Kolumbien die Bogotanos den Cale\u00f1os folgend, mit Holzl\u00f6ffeln und Kellen auf Bratpfannen und Kocht\u00f6pfe zu schlagen. In Chapinero alto versammelten sich Hunderte von Personen an den Kreuzungen der S\u00e9ptima von der Calle 46 bis hoch zum Parque de los Hippies in der Calle 60. Bis sp\u00e4t in die Nacht bekundeten die Einwohnerinnen und Einwohner von Bogot\u00e1, Cali, Barranquilla, Bucaramanga und Medell\u00edn auf T\u00f6pfen und Pfannen ihren Unmut gegen\u00fcber der Regierung von Iv\u00e1n Duque. Der \u201ecacerolazo\u201c hatte begonnen. In den Tagen und Wochen danach geh\u00f6rte f\u00fcr viele Bogotanos die \u201ecacerola\u201c, der Topf, wie zum Beispiel auch der Regenschirm, zu den allt\u00e4glichen Dinge, welche am Morgen in die Tasche geh\u00f6rten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><strong>Eine staatliche Strategie der Angstmacherei?<\/strong><\/p>\n<p><span>Als ich am Tag vor dem 21. November einen Taxifahrer fragte, ob auch er am Streik teilnehmen w\u00fcrde, antwortete er, dass er zu viel Angst h\u00e4tte. Zwar unterst\u00fctze er den Nationalstreik, aber er werde diesen lieber am Fernseher verfolgen. Das Sechser Pack Bier dazu h\u00e4tte er schon gekauft. Am 21. November erging es vielen wie meinem Taxifahrer. Schon Wochen vor dem Streik berichteten die Hauptmedien, dass Banden von Vandalen planten, an diesem Tag Gesch\u00e4fte und Wohnungen zu pl\u00fcndern. Der Ursprung und die Quellen dieser Behauptungen sollten ungekl\u00e4rt bleiben. In einem Interview mit der ask! erkl\u00e4rte Camilo Gonz\u00e1lez, Pr\u00e4sident der NGO Indepaz, sodann, dass Angst als strategisches Mittel eingesetzt wurde, um die Bev\u00f6lkerung zu demobilisieren. Dazu passte auch, dass die Regierung am Tag vor dem Protest die Landesgrenzen schloss und vier Venezolaner auswies.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span>Am Donnerstagnachmittag h\u00e4uften sich Berichte dar\u00fcber, dass Banden in Cali und Bogot\u00e1 mit Pl\u00fcnderungen begonnen h\u00e4tten. Und auf den sozialen Medien kursierten Aufnahmen von Einbr\u00fcchen. Als Reaktion darauf verh\u00e4ngten die B\u00fcrgermeister von Cali, Bogot\u00e1, Popay\u00e1n und Manizales Ausgangssperren f\u00fcr die N\u00e4chte von Donnerstag respektive Freitag. Zus\u00e4tzlich auferlegten sie den Einwohnerinnen und Einwohnern der betroffen St\u00e4dte das \u201eley seca\u201c, wortw\u00f6rtlich trockenes Gesetz, welches den Verkauf von Alkohol verbietet, dessen Geltungsbereich sich jedoch normalerweise auf den Tag vor &#8211; und den Tag von Wahlen beschr\u00e4nkt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><span>I<\/span><span>n Bogot\u00e1 sollte die Ausgangssperre zuerst nur f\u00fcr die Quartiere Bosa, Kennedy und Ciudad Bol\u00edvar gelten. Ungl\u00e4ubig empfingen die Einwohnerinnen der Quartiere des Nordens von Bogot\u00e1 kurze Zeit sp\u00e4ter die Nachricht, dass ab 21.00 Uhr abends die Ausgangssperre f\u00fcr die ganze Stadt gelte. W\u00e4hrend \u201epico y placa\u201c, ein kolumbianisches Fahrverbot, welches sich an Nummernschildern orientiert, f\u00fcr die Stunden vor dem Beginn der Ausgangssperre aufgehoben wurde, stellten die Transmilenios schon am sp\u00e4ten Nachmittag ihren Betrieb ein. Hunderte von Menschen waren daher an diesem Abend stundenlang zu Fuss unterwegs, um noch vor 21.00 abends zu Hause zu sein. Der Rektor der Universit\u00e4t Los Andes im Zentrum Bogot\u00e1s \u00f6ffnete sodann die Pforten f\u00fcr all diejenigen, welche es nicht mehr rechtzeitig nach Hause schafften. Die Protestierenden auf der S\u00e9ptima reagierten auf die Nachricht, dass Enrique Pe\u00f1alosa, der B\u00fcrgermeister Bogot\u00e1s, eine Ausgangssperre ausgerufen hatte, nicht nur ungl\u00e4ubig (die letzte Ausgangssperre wurde 1977 verh\u00e4ngt), sondern auch w\u00fctend und gekr\u00e4nkt. Die Regierung w\u00fcrde \u00fcberreagieren, unn\u00f6tig Macht demonstrieren und die ganzen friedlichen Proteste verunglimpfen. So ignorierten dann auch einige Personen auf den Kreuzungen der S\u00e9ptima den hoheitlichen Befehl und der Klang der cacerolazos durchzog die Nacht bis in die fr\u00fchen Morgenstunden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span>In Erinnerungen bleiben damit die unz\u00e4hligen kreativ und hoffnungsvoll demonstrierenden Kolumbianerinnen und Kolumbianer, welche am 21. November trotz der weitverbreiteten Angst auf die Strasse gingen. In Erinnerung bleiben die Studierenden, welche sich immer wieder sch\u00fctzend vor die Polizei stellten, als vermummte Unruhestifter versuchten, die \u00f6ffentlichen Sicherheitskr\u00e4fte anzugreifen. Und in Erinnerung bleiben die Menschen, welche w\u00e4hrend den Protesten durch die Gewalt der ESMAD zu Tode kamen, allen voran Dilan Cruz. \u201eTodos somos Dilan\u201c, wir sind alle Dilan, der 18-j\u00e4hrige Student, welcher am Samstagnachmittag, den 23. November 2018, von einem Mitglied der ESMAD mit einem Geschoss t\u00f6dlich verletzt wurde. Er hatte friedlich, umringt von Freunden, die kolumbianische Regierung auf den Strassen Bogot\u00e1s dazu aufgefordert, sich der sozialen, politischen und \u00f6konomischen Ungerechtigkeiten im Land anzunehmen.<\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span>[1]\u00a0<a href=\"https:\/\/www.canalrcn.com\/super-like\/gente\/articulo-nota\/habra-concierto-por-el-paro-nacional-convocado-por-santiago-alarcon-9653\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.canalrcn.com\/super-like\/gente\/articulo-nota\/habra-concierto-por-el-paro-nacional-convocado-por-santiago-alarcon-9653<\/a><\/p>\n<p>[2]\u00a0<a href=\"https:\/\/www.semana.com\/nacion\/articulo\/un-canto-por-colombia-5-lecciones-de-la-movilizacion-que-demuestran-que-el-paro-no-ha-terminado\/644091\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.semana.com\/nacion\/articulo\/un-canto-por-colombia-5-lecciones-de-la-movilizacion-que-demuestran-que-el-paro-no-ha-terminado\/644091<\/a><\/p>\n<p>[3]\u00a0Juan Gabriel G\u00f3mez Albarello in der Sendung Punto Cr\u00edtico der Universidad Nacional \u2018Paro Nacional ?De d\u00f3nde viene y hacia d\u00f3nde va?, 28 November 2019, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SZJan9VUjFs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"ES-CO\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SZJan9VUjFs<\/span><\/a>, min 7.32.<\/p>\n<p>[4]\u00a0<a href=\"https:\/\/lasillavacia.com\/gobierno-paquetazo-duque-son-sus-exitos-74562\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/lasillavacia.com\/gobierno-paquetazo-duque-son-sus-exitos-74562<\/a><\/p>\n<p>[5]\u00a0<a href=\"https:\/\/lasillavacia.com\/carrasquilla-uribe-y-otros-motivos-impiden-duque-aterrice-su-bandera-economica-74538\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/lasillavacia.com\/carrasquilla-uribe-y-otros-motivos-impiden-duque-aterrice-su-bandera-economica-74538<\/a>.<\/p>\n<p>[6]\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/eltiempo\/videos\/1189175938139280\/?v=1189175938139280\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.facebook.com\/eltiempo\/videos\/1189175938139280\/?v=1189175938139280<\/a><\/p>\n<p>[7]\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/eltiempo\/videos\/1189175938139280\/?v=1189175938139280\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.facebook.com\/eltiempo\/videos\/1189175938139280\/?v=1189175938139280<\/a><\/p>\n<p>[8]\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=I3L4y46rqgk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=I3L4y46rqgk<\/a><\/p>\n<p>[9]\u00a0<a href=\"http:\/\/www.memoriachilena.gob.cl\/602\/w3-article-100709.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.memoriachilena.gob.cl\/602\/w3-article-100709.html<\/a><\/p>\n<p>[10]\u00a0Roxana Telechea, Historia de los cacerolazos: 1982 \u2013 2001, <a href=\"https:\/\/www.razonyrevolucion.org\/textos\/revryr\/ryr16\/ryr16-telechea.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"IT-CH\">https:\/\/www.razonyrevolucion.org\/textos\/revryr\/ryr16\/ryr16-telechea.pdf<\/span><\/a><\/p>\n<p>[11]\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eltiempo.com\/bogota\/una-multitudinaria-manifestacion-que-termino-en-cacerolazos-436146\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.eltiempo.com\/bogota\/una-multitudinaria-manifestacion-que-termino-en-cacerolazos-436146<\/a><\/p>\n<p>[12]\u00a0Laura Ardila Arrieta von Silla Vacia spricht von \u201cuna oleada de miedo\u201d, <a href=\"https:\/\/lasillavacia.com\/colombia-cacerola-74649\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"IT-CH\">https:\/\/lasillavacia.com\/colombia-cacerola-74649<\/span><\/a>.<\/p>\n<p>[13]\u00a0<a href=\"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Newsletter597_Artikel-Interview-Camilo-Gonzalez.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Newsletter597_Artikel-Interview-Camilo-Gonzalez.pdf<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.9&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/191130-Ask-Monatsbericht-el-paro-2.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Monatsbericht1.png&#8220; 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Diesem Aufruf folgten am 21. November 2019 tausende von Kolumbianerinnen und Kolumbianer. Schon fr\u00fch morgens durchzogen friedlich protestierende Menschen das st\u00e4dtische Kolumbien von Barranquilla und Cartagena \u00fcber Bogot\u00e1 und Medell\u00edn nach Cali und Ibagu\u00e9. Sie gingen auf die Strassen, um f\u00fcr ein gerechtes und funktionierendes Pensions-, Ausbildungs- und Gesundheitssystem, f\u00fcr den Friedensprozess, f\u00fcr die Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger sowie gegen die Regierung von Iv\u00e1n Duque zu protestieren.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":6563,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[13,23,11],"tags":[82],"class_list":["post-6560","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden","category-frieden-von-unten","category-menschenrechte","tag-paro"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6560"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6560\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6570,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6560\/revisions\/6570"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6563"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}