{"id":6280,"date":"2018-10-30T11:59:34","date_gmt":"2018-10-30T10:59:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=6280"},"modified":"2019-12-04T12:11:59","modified_gmt":"2019-12-04T11:11:59","slug":"pausenloser-krieg-im-catatumbo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/frieden\/pausenloser-krieg-im-catatumbo","title":{"rendered":"Pausenloser Krieg im Catatumbo"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Fabian Dreher<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Regierung von Pr\u00e4sident Iv\u00e1n Duque hat beschlossen, zus\u00e4tzliche Truppen in die Region Catatumbo im Departement Norte de Santander zu senden, obwohl bereits 12&#8217;000 Soldaten und 4000 Polizisten in der Region stationiert sind. Zivilgesellschaftliche Organisationen zeigen sich \u00fcber den Schritt besorgt. Haben doch vergangene Erh\u00f6hungen der milit\u00e4rischen Pr\u00e4senz nicht zu einer Verbesserung der Sicherheitslage gef\u00fchrt. Im Gegenteil erreichte die Gewalt jeweils nach einer Aufstockung der staatlichen Sicherheitskr\u00e4fte neue Spitzenwerte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Entgegen dem nationalen Trend ist die Gewalt im Departement Norte de Santander nicht r\u00fcckl\u00e4ufig. Insbesondere in der Konfliktregion Catatumbo sowie in der Departementshauptstadt C\u00facuta nahm die Gewalt im ersten Halbjahr 2018 weiter zu. Der bewaffnete Konflikt ist in diesen Regionen auch nach dem R\u00fcckzug der ehemaligen FARC-Guerilla weiterhin aktiv. ELN, EPL und paramilit\u00e4rische Organisationen liefern sich untereinander und mit den staatlichen Sicherheitskr\u00e4ften blutige Auseinandersetzungen um die Kontrolle von Territorium und Drogenhandel. Auch mexikanische Drogenkartelle mischen im Catatumbo direkt mit. Die Zivilbev\u00f6lkerung ist der Gewalt schutzlos ausgesetzt[1].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gemeinsam mit lokalen Organisationen untersucht das Centro de Investigaci\u00f3n y Educaci\u00f3n Popular (CINEP) die Struktur der Gewalt in der Region Catatumbo sowie in C\u00facuta[2]. Die hohe Intensit\u00e4t des bewaffneten Konflikts in den Regionen Catatumbo und C\u00facuta im ersten Halbjahr weisen darauf hin, wie wichtig ein umfassender Friedensprozess f\u00fcr die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und humanit\u00e4ren Krisen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zwischen Januar und Juni 2018 registrierte CINEP 439 Viktimisierungen. Bei 233 Viktimisierungen k\u00f6nnen paramilit\u00e4rische Organisationen als T\u00e4ter identifiziert werden, gefolgt von 164 Viktimisierungen durch die Polizei und 53 durch die kolumbianische Armee. Zudem wurde in 238 F\u00e4llen das internationale humanit\u00e4re Gewohnheitsrecht (Derecho Internacional Humanitario Consuetudinario, DIHC) verletzt, in 76 F\u00e4llen durch unbekannte Guerillaorganisationen oder dissidente FARC-Einheiten, in 38 F\u00e4llen durch das EPL und in 37 F\u00e4llen durch das ELN.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die h\u00e4ufigste Form von Gewalt sind dabei Drohungen mit 202 F\u00e4llen, wovon 152 von paramilit\u00e4rischen Organisationen ausgingen. An zweiter Stelle stehen willk\u00fcrliche Verhaftungen, welche vor allem von der Polizei ver\u00fcbt wurden. An dritter Stelle stehen aussergerichtliche Hinrichtungen, die vor allem von paramilit\u00e4rischen Organisationen, Polizei und Armee ver\u00fcbt werden. Im innerkolumbianischen Vergleich weisst zwar das Departement Valle del Cauca mehr Menschenrechtsverletzungen auf, im Departement Norte de Santander ist jedoch die politische Gewalt h\u00f6her und es werden mehr Verst\u00f6sse gegen das humanit\u00e4re Gewohnheitsrecht begangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Region Catatumbo ist der bewaffnete Konflikt nach wie vor aktiv, die meisten Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen des internationalen humanit\u00e4ren Rechts gehen deswegen von am bewaffneten Konflikt beteiligten Organisationen aus und stehen oft in direktem oder zumindest indirektem Zusammenhang mit bewaffneten Auseinandersetzungen. W\u00e4hrend 2012 die Guerilla der FARC-EP am meisten Vikimisierungen verursachte, steht 2017 das ELN an der Spitze, gefolgt von den staatlichen Sicherheitskr\u00e4ften und Paramilit\u00e4rs. Am st\u00e4rksten betroffen waren zwischen Juli 2010 und Juni 2018 die Gemeinden Tib\u00fa, Teorama und El Tarra. An der Spitze der Viktimisierungen stehen Drohungen (160), Morde (136), milit\u00e4rische Ziele (100) und bewaffnete Auseinandersetzungen (99).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Hauptstadtregion um C\u00facuta geht die Gewalt viel st\u00e4rker von paramilit\u00e4rischen Organisationen aus (72 Prozent). 63 Prozent der 519 F\u00e4lle von Gewalt zwischen 2010 und 2018 waren Morde (292), hinzu kommen 48 Drohungen, 58 Verletzungen, 41 F\u00e4lle von Folter und 18 F\u00e4lle von Zwangsverschleppungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zivilbev\u00f6lkerung im Departement Norte de Santander w\u00fcnscht sich Frieden. Eine breite Allianz zivilgesellschaftlicher Organisationen setzt sich f\u00fcr den Friedensprozess ein und fordert die bewaffneten Organisationen und die staatlichen Sicherheitskr\u00e4fte auf, die Menschenrechte der Zivilbev\u00f6lkerung zu achten. Davon ist Norte de Santander heute leider weit entfernt. W\u00e4hrend andere Regionen bereits von der Friedensdividende profitieren, nimmt die Gewalt in Regionen wie Catatumbo und C\u00facuta bis heute nicht ab.<\/p>\n<div id=\"ftn1\">\n<p><a href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/2018.10%20Newsletter%20585\/Newsletter585_Artikel-Catatumbo.doc#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.cinep.org.co\/Home2\/component\/k2\/item\/637-catatumbo-la-guerra-sin-tregua-informe-de-la-situacion-de-derechos-humanos-en-el-2018.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.cinep.org.co\/Home2\/component\/k2\/item\/637-catatumbo-la-guerra-sin-tregua-informe-de-la-situacion-de-derechos-humanos-en-el-2018.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn2\">\n<p><a href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/2018.10%20Newsletter%20585\/Newsletter585_Artikel-Catatumbo.doc#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span>[2]<\/span><\/a><span>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cinep.org.co\/publicaciones\/PDFS\/20181004_Catatumbo.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.cinep.org.co\/publicaciones\/PDFS\/20181004_Catatumbo.pdf<\/a><\/span><\/p>\n<\/div>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Newsletter585_Artikel-Catatumbo.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/22ee4a7e7c.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/6ea3341d16.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/1b7d52aea6.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Regierung von Pr\u00e4sident Iv\u00e1n Duque hat beschlossen, zus\u00e4tzliche Truppen in die Region Catatumbo im Departement Norte de Santander zu senden, obwohl bereits 12&#8217;000 Soldaten und 4000 Polizisten in der Region stationiert sind. 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