{"id":6203,"date":"2019-01-28T14:02:42","date_gmt":"2019-01-28T13:02:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=6203"},"modified":"2019-12-03T14:06:38","modified_gmt":"2019-12-03T13:06:38","slug":"wie-geht-es-dem-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/frieden\/wie-geht-es-dem-frieden","title":{"rendered":"Wie geht es dem Frieden?"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Fabian Dreher<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Halbj\u00e4hrlich berichtet die Stiftung Frieden und Vers\u00f6hnung (Pares) \u00fcber die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC. So auch zwei Jahre nach dem Beginn der Umsetzung. Um es mit dem Vorwort des ehemaligen Pr\u00e4sidenten Kolumbiens, Ernesto Samper Pizano, zu sagen: das Ende des Konflikts l\u00e4uft gut, der \u00dcbergang verl\u00e4uft normal, und der Postkonflikt funktioniert schlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC ausgehandelte Friedensabkommen ist auf eine lange Zeit ausgelegt. Nach \u00fcber 50 Jahren w\u00e4re es vermessen, den bewaffneten Konflikt und seine Ursachen innert 24 Monate \u00fcberwinden zu wollen. Die Sonderjustiz f\u00fcr den Frieden (JEP), die die im Rahmen des bewaffneten Konflikts begangenen Verbrechen beurteilen soll, beendet ihre Arbeit voraussichtlich in 15 Jahren. Trotzdem lassen sich zwei Jahre nach dem Inkrafttreten des Friedensabkommens erste Aussagen \u00fcber den Verlauf der Umsetzung machen. Die Stiftung Frieden und Vers\u00f6hnung (Fundaci\u00f3n Paz y Reconciliaci\u00f3n, Pares) tut dies in ihrem Bericht vom Dezember 2018[1].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem 1. Dezember 2016 wurde der bewaffnete Konflikt zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC effektiv beendet. Die bewaffnete Gewalt hat ein Ende gefunden. Die FARC haben dabei ihren Teil des Abkommens eingehalten. Sie haben ihre Waffen abgegeben, demobilisiert und sich in den \u00dcbergangs- und Reintegrationszonen eingefunden. Das Ende des Konflikts ist ein Erfolg, dies zeigen verschiedene Kennzahlen wie die Anzahl Mordopfer, die Anzahl Entf\u00fchrungen oder die Anzahl von Minenopfern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der \u00dcbergang vom bewaffneten Konflikt zu einer ausges\u00f6hnten Gesellschaft st\u00f6sst immer wieder auf politischen Widerstand. Der Ausschluss der zivilen Akteure von der Wahrheitsfindung im Rahmen der JEP verletzt die Rechte der Opfer und steht der gesellschaftlichen Auss\u00f6hnung im Weg. Auch die Ablehnung der Kongresssitze f\u00fcr die am meisten vom bewaffneten Konflikt betroffenen Regionen zeigt deutlich, dass es weiterhin Kreise gibt, die keine Wiedergutmachung wollen, sondern auf Rache sinnen. Es sind dieselben Kreise, die auch in der Vergangenheit Stimmung gegen das Friedensabkommen gemacht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch die Wiedereingliederung der ehemaligen FARC-K\u00e4mpferInnen verl\u00e4uft schleppend. Bis heute, zwei Jahre nach Inkrafttreten des Friedenabkommens, wurden noch kaum produktive Projekte in den \u00dcbergangszonen bewilligt, auch Land f\u00fcr zuk\u00fcnftige Nutzungen steht keines zur Verf\u00fcgung. \u00dcberhaupt hat der Staat bis heute kaum finanzielle Mittel f\u00fcr die Reintegration bereitgestellt. Frustriert haben inzwischen \u00fcber die H\u00e4lfe der ehemaligen K\u00e4mpferInnen die \u00dcbergangs- und Reintegrationszonen verlassen. Teils schlagen sie sich nun in den St\u00e4dten oder bei ihren Familien selbst durch, teils haben sie sich auch f\u00fcr lukrative Angebote bewaffneter Gruppierungen entschieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zwei Jahre nach dem Ende des bewaffneten Konflikts l\u00e4sst sich sagen, dass die Regierung Kolumbiens nicht auf den Postkonflikt vorbereitet war und auch heute noch gr\u00f6sste Schwierigkeiten beim Aufbau einer friedlicheren und gerechteren Gesellschaft zeigt. Bis heute ist nicht viel von der vereinbarten integralen Landreform und der l\u00e4ndlichen Entwicklung zu sehen, erste Gesetzesprojekte verschwanden schnell wieder in den Schubladen. Der rasch in Angriff genommene freiwillige Ersatz illegaler Pflanzungen ist nach dem Ausbleiben der versprochenen Hilfszahlungen ins Stocken geraten. Und nun plant die neue Regierung sogar eine R\u00fcckkehr zu gesundheitsgef\u00e4hrdenden Bespr\u00fchungen mit Glyphosat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In einigen Regionen wie Tumaco, Choc\u00f3, Catatumbo oder Arauca ist der Postkonflikt bis heute nicht angekommen. Der Staat vernachl\u00e4ssigt in diesen Regionen seine Bev\u00f6lkerung weiterhin. Die kolumbianische Regierung als Vertragspartei steht in der Pflicht, einen Entwicklungsplan f\u00fcr ganz Kolumbien vorzulegen und umzusetzen. Im Zentrum sollten dabei die Opfer des bewaffneten Konflikts sowie die gesamte vernachl\u00e4ssigte Bev\u00f6lkerung im l\u00e4ndlichen Raum stehen. Der Staat sollte ihnen eine eigenst\u00e4ndige Entwicklung erm\u00f6glichen und den Zugang zu staatlichen Grundleistungen wie Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Infrastruktur sicherstellen. Alles andere w\u00e4re fahrl\u00e4ssig. Denn es sind diese grossen strukturellen Ungleichheiten, die urspr\u00fcnglich zu den bewaffneten Konflikten f\u00fchrten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kurzfristig ist der \u00dcbergang zum Frieden gelungen. Die Gewalt, insbesondere die bewaffnete Gewalt konnte in den letzten zwei Jahren in Kolumbien deutlich gesenkt werden. Mittelfristig ist der \u00dcbergang zum Frieden eingeleitet, wenn auch nicht ohne Misst\u00f6ne und Schwierigkeiten. Kongress und Regierung haben hier noch einiges zu tun. Verschiedene Gesetzesvorlagen m\u00fcssen verabschiedet werden und die Reintegration der in den ETCR verbliebenen ehemaligen FARC-K\u00e4mpferInnen sollte so rasch wie m\u00f6glich abgeschlossen werden. Die grossen Herausforderungen an Gesellschaft und Politik jedoch stellt der Postkonflikt. Hier gilt es teils jahrhundertealte strukturelle Defizite zu beheben. Denn nur so kann eine friedlichere und gerechtere Gesellschaft in Kolumbien entstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2019_Newsletter\/2019.01%20Newsletter%20588\/Newsletter588_Artikel%20Friedensprozess.doc#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/pares.com.co\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/INFORME-FINAL-2018-ilovepdf-compressed.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/pares.com.co\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/INFORME-FINAL-2018-ilovepdf-compressed.pdf<\/a><\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Newsletter588_Artikel_Friedensprozess.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/be7b9c8011.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Fabian Dreher Halbj\u00e4hrlich berichtet die Stiftung Frieden und Vers\u00f6hnung (Pares) \u00fcber die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC. 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