{"id":6143,"date":"2018-06-28T12:05:54","date_gmt":"2018-06-28T10:05:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=6143"},"modified":"2019-12-03T12:20:10","modified_gmt":"2019-12-03T11:20:10","slug":"samen-der-hoffnung-semillas-de-esperanza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/frieden\/samen-der-hoffnung-semillas-de-esperanza","title":{"rendered":"Samen der Hoffnung \u2013 Semillas de Esperanza"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Fabian Dreher<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zehn Schweizer NGOs unterst\u00fctzen gemeinsam mit dem EDA in der kolumbianischen Karibikregion das Friedensf\u00f6rderungsprogramm \u201eSemillas de Esperanza\u201c. Ziel des Programms ist die Verankerung eines gerechten und nachhaltigen Friedens in der kolumbianischen Gesellschaft. Auf Grund der politischen Konjunktur sowie in der t\u00e4glichen Arbeit mit Basisgemeinschaften stossen die beiden vom Friedensf\u00f6rderungsprogramm unterst\u00fctzten Organisationen immer wieder auf Schwierigkeiten, die sie in ihrer Arbeit herausfordern und nach kreativen L\u00f6sungen verlangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ab 2001 f\u00fchrten verschiedene Schweizer NGOs mit Unterst\u00fctzung des EDA (Eidgen\u00f6ssisches Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten) unter dem Namen SUIPPCOL ein Friedensf\u00f6rderungsprogramm zur St\u00e4rkung der Zivilgesellschaft in Kolumbien durch. Das Programm wurde ab 2014 abgel\u00f6st durch das Multitrack Programm \u201eSemillas de Esperanza\u201c, das in der kolumbianischen Karibikregion einen Beitrag leistet zu einem gerechten und nachhaltigen Frieden durch Aktivit\u00e4ten im politischen, \u00f6konomischen und sozialen Bereich, die den Konflikt beeinflussen. Im September 2017 wurde die erste Projektphase abgeschlossen. Nach einer Evaluation und Anpassungen startete ab Oktober die zweite Phase des Projekts, die bis Ende September 2020 dauern soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eSemillas de Esperanza\u201c wird von zehn Schweizer Hilfswerken und NGOs und der Abteilung f\u00fcr menschliche Sicherheit (AMS) des EDA unterst\u00fctzt. Neben der Leadagentur Caritas Schweiz geh\u00f6ren auch die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, COMUNDO, Fastenopfer, HEKS, Peace Brigades International, Peace Watch Switzerland, Swissaid, Terre des Hommes Schweiz und Terre des Hommes Suisse zur Tr\u00e4gerschaft. Das Programm leistet in der kolumbianischen Karibikregion einen Beitrag zu einem gerechten und nachhaltigen Frieden und seiner Verankerung in der kolumbianischen Gesellschaft. Konkret unterst\u00fctzt das Programm zwei Partnerorganisationen, Colemad und SembrandoPaz, die in der Karibikregion in insgesamt sieben Gemeinden t\u00e4tig sind und zudem zehn lokale Organisationen eng begleiten. Colemad st\u00e4rkt eine Advocacybewegung von Frauen und politischen Organisationen. Diese erarbeiten Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die L\u00f6sung von Landkonflikten als Grundlage f\u00fcr einen gerechten und nachhaltigen Frieden in Kolumbien. Sie setzen sich f\u00fcr die Anliegen benachteiligter Frauen ein, engagieren sich f\u00fcr alleinerziehende M\u00fctter und ethnische Minderheiten. SembrandoPaz arbeitet in f\u00fcnf Gemeinden die von Armut, schlechten Bildungschancen und struktureller Vernachl\u00e4ssigung betroffen sind. In diesen Gemeinden unterst\u00fctzt SembrandoPaz den Aufbau von Gemeindestrukturen und st\u00e4rkt zivilgesellschaftliche Organisationen. Mit dieser Unterst\u00fctzung sorgt SembrandoPaz f\u00fcr den Vertrauensaufbau auf lokaler und regionaler Ebene und st\u00e4rkt damit den Friedensprozess.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Arbeit von Colemad und SembrandoPaz ist nicht ohne Risiken. Da sich beide Organisationen in einem gesellschaftspolitischen Spannungsfeld bewegen, m\u00fcssen sie bei ihrer Arbeit immer auch die politische Lage in Kolumbien und der Karibikregion ber\u00fccksichtigen. Politik und Gesellschaft sind in Kolumbien aktuell stark polarisiert. Auf der einen Seite befindet sich die traditionelle Elite, die sich in grossen Teilen gegen den Friedensprozess und Ver\u00e4nderungen stellt. Auf Grund ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht gelingt es ihr oft, eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung zu \u00fcberzeugen, wie bei der Ablehnung des Friedensvertrags mit den FARC im Oktober 2016 sowie anl\u00e4sslich der Kongress- und Pr\u00e4sidentschaftswahlen zwischen M\u00e4rz und Juni 2018. Auf der anderen Seite die Zivilgesellschaft, die sich vor allem Frieden und ein Leben in physischer und materieller Sicherheit w\u00fcnscht. Die Umsetzung des Friedensvertrags mit den FARC und die Fortf\u00fchrung des Friedensprozesses mit dem ELN sind dabei zentral, dem stehen aber lokal, regional und national gewichtige Interessen gegen\u00fcber. Generell hatten die Wahlen einen grossen Einfluss auf die Arbeit beider Organisationen. Ihre lokalen Partnergemeinschaften wurden durch die damit einhergehende Polarisierung und Unsicherheit stark beansprucht. Colemad wie SembrandoPaz versuchten dabei zwischen den Fronten zu vermitteln und den friedlichen Dialog aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ab Dezember 2017 wurden SembrandoPaz und verschiedene von ihnen unterst\u00fctzte Gemeinschaften bedroht. Nach Gespr\u00e4chen mit den Beh\u00f6rden patrouillieren Polizei und Marineinfanterie nun regelm\u00e4ssig bei den B\u00fcros der Organisation. In der Gemeinde Alta Monta\u00f1a kam es zu Drohungen per Telefon, Kurznachrichten, Einsch\u00fcchterungen und Verfolgungen per Motorrad. Hier wurde ein Sicherheitsworkshop durchgef\u00fchrt und es existiert eine Notfallnummer. Die Bedrohungen wurden jedoch von den Beh\u00f6rden bis heute nur mangelhaft untersucht. SembrandoPaz f\u00fchrt ihre Arbeit gegenw\u00e4rtig mit viel Vorsicht weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf Grund der Verz\u00f6gerungen bei der Umsetzung des Friedensvertrags mit den FARC setzen SembrandoPaz und Colemad gegenw\u00e4rtig auf die Verankerung und St\u00e4rkung des Friedens in den Gemeinschaften. Aber der Vertragsbruch durch den Staat demotiviert die Gemeinschaften. Viele zweifeln heute an einer vollst\u00e4ndigen Umsetzung des Friedensvertrags. Auch sind vermehrt wieder bewaffnete Gruppierungen (Paramilit\u00e4rs und dissidente FARC-Einheiten) in der Gegend aktiv.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch die Unterst\u00fctzung von Colemad f\u00fcr Frauen in Landr\u00fcckgabeprozessen st\u00f6sst immer wieder auf Schwierigkeiten. In diesem Fall unterst\u00fctzt Colemad die Frauen der Organisation ASOMUPOCA (Asociaci\u00f3n de Mujeres Productoras del Campo) bei Gerichtsprozessen f\u00fcr die R\u00fcckgabe von Land, von dem sie widerrechtlich vertrieben wurden. Einerseits unterst\u00fctzt Colemad die Frauen juristisch und politisch, denn die Landr\u00fcckgabeprozesse dauern oft \u00fcber Jahre und werden von verschiedenen Beh\u00f6rden immer wieder verz\u00f6gert. Im M\u00e4rz 2018 wurden die Frauen zwar zu einer Einvernahme eingeladen, die Einvernahme wurde dann jedoch kurzfristig abgesagt. F\u00fcr die Frauen bedeutet dies eine grosse zeitliche und finanzielle Belastung. Auch setzen die Frauen von ASOMUPOCA bis heute auf Selbstschutzmassnahmen die ihnen Colemad vermittelte, da die von der nationalen Schutzeinheit UNP seit M\u00e4rz 2018 versprochenen Massnahmen bis heute nicht umgesetzt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Derweil f\u00fchrte SembrandoPaz in Carmen de Bol\u00edvar Anfang Juni einen regionalen Dialog der Territorialr\u00e4te f\u00fcr Frieden der Departemente Sucre und Bol\u00edvar durch. Daran nahmen Berater f\u00fcr Frieden aus beiden Departementen, Vertreter des nationalen Friedensrates und des Hochkommissariats f\u00fcr Frieden sowie lokale und regionale F\u00fchrungspersonen teil. Ende Juni findet in der Folge in Barranquilla ein \u00fcberregionales Treffen der Territorialr\u00e4te teil. Zudem wurde SembrandoPaz in das Friedenskomitee von Sucre gew\u00e4hlt.<\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Newsletter582_Artikel_FFP.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/ce16e05850.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zehn Schweizer NGOs unterst\u00fctzen gemeinsam mit dem EDA in der kolumbianischen Karibikregion das Friedensf\u00f6rderungsprogramm \u201eSemillas de Esperanza\u201c. 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