{"id":6016,"date":"2019-12-02T10:55:56","date_gmt":"2019-12-02T09:55:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.askonline.ch\/?p=6016"},"modified":"2020-01-13T10:34:44","modified_gmt":"2020-01-13T09:34:44","slug":"samen-der-hoffnung-das-schweizer-multitrack-friedensfoerderungsprogramm-in-der-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/frieden\/samen-der-hoffnung-das-schweizer-multitrack-friedensfoerderungsprogramm-in-der-praxis","title":{"rendered":"Samen der Hoffnung &#8211; Das Schweizer Multitrack-Friedensf\u00f6rderungsprogramm in der Praxis"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.1&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220;]<\/p>\n<p><em>Von Lisa Alvarado und Stephan Suhner<\/em><\/p>\n<p>Mitte November hatte die ask! Besuch von zwei Menschenrechtsverteidigerinnen aus Kolumbien. Diana Luz Barrios M\u00e1rceles von COLEMAD und Yesica Blanco Lozano von Sembrandopaz waren im Rahmen des Friedensf\u00f6rderungsprogramms des EDA in Zusammenarbeit mit 10 Schweizer NGOs w\u00e4hrend einer Woche in Genf und in Bern unterwegs, mit dem Ziel, der Schweiz zu zeigen, wie die Situation in Kolumbien momentan aussieht. Dabei wurden Treffen unter anderem mit dem EDA, an der UNO und an der Geneva Peace Week organisiert.<\/p>\n<p><strong>Ask: Yessica und Diana, was ist der Hintergrund eurer Reise in die Schweiz?<\/strong><br \/> <strong> Yessica:<\/strong> Es geht darum, \u00fcber das Multitrack Friedensf\u00f6rderungsprogramm Semillas de Esperanza zu informieren, das von einem Konsortium aus zehn Schweizer Nichtregierungsorganisationen und dem EDA verantwortet wird. Unsere Reise wurde gemeinsam mit dem Konsortium beschlossen, um in der zweiten Phase des Friedensf\u00f6rderungsprogramms die \u00f6ffentliche Meinung und politische Akteure in der Schweiz dar\u00fcber zu informieren. Deshalb kam es zu Treffen an der UNO sowie bei der Schweizer Regierung und zu \u00f6ffentlichen Veranstaltungen. Das Programm endet gem\u00e4ss aktueller Planung im September 2020. Wir wollen deshalb auch aufzeigen, was dank dem Programm erreicht werden konnten und hoffen, auch \u00fcber September 2020 hinaus auf Unterst\u00fctzung aus der Schweiz z\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.<br \/> Diana: Es geht auch darum, auf die grossen Herausforderungen bei der Implementierung des Friedensabkommens hinzuweisen und \u00fcber die Lage in den Regionen, in denen das Programm arbeitet, zu berichten. H\u00e4ufig herrscht international die Meinung vor, in Kolumbien herrsche jetzt Frieden, aber bis zu einem wirklichen Frieden ist es noch ein langer Weg. Ebenso wollen wir aufzeigen, wie wir \u2013 auch dank der Unterst\u00fctzung aus der Schweiz \u2013 bei allen Schwierigkeiten doch verschiedene Instrumente des Friedensprozesses vermehrt nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Ask: Bleiben wir doch zuerst bei der Lage Kolumbiens und beim Stand des Friedensabkommens. Wie pr\u00e4sentiert sich die Lage diesbez\u00fcglich?<\/strong><br \/> <strong> Yessica:<\/strong> Die Regierung von Pr\u00e4sident Duque zeigt keinen Willen, das Friedensabkommen umzusetzen. Es gab zwar durch die Entwaffnung und Wiedereingliederung der FARC in gewissen Regionen einen R\u00fcckgang der Gewalt, aber nicht \u00fcberall. In vielen Gebieten gibt es weiterhin Gewaltakteure, illegale Wirtschaftszweige und Korruption. Die Regierung antwortet meist mit noch mehr Militarisierung auf die Gewalt, was aber aus unserer Sicht eine untaugliche Strategie ist, insbesondere wenn die Straflosigkeit weiterbesteht. Mehr soziale Investitionen und eine integrale Umsetzung des Abkommens w\u00e4ren zielf\u00fchrender. Wir haben aber eine Regierung, die uns stigmatisiert und nicht zuh\u00f6rt. Die Umsetzung scheitert aber schon an mangelnder Finanzierung, viele Komponenten des Abkommens haben schlicht zu wenig Geld, um zu funktionieren. Das Abkommen ist eine sch\u00f6ne akademische Arbeit, und eine Einigung zwischen der Regierung und der FARC. Es ist aber keine Einigung mit den verschiedenen Sektoren der Zivilbev\u00f6lkerung, unsere Partizipation war ungen\u00fcgend. Zudem m\u00fcssen wir das Abkommen f\u00fcr die konkrete Anwendung in den Regionen \u00fcbersetzen, \u00fcberlegen wie wir es nutzen k\u00f6nnen.<br \/> <strong>Diana: <\/strong>Das ist ein wichtiger Punkt. Zum Beispiel ist das Abkommen in Genderaspekten weltweit etwas vom Besten, aber auf nationaler Ebene wird praktisch nichts davon umgesetzt. Die Teilhabe der Frauen an den Entscheidungen bez\u00fcglich Frieden ist klar ungen\u00fcgend. Partizipation der Frauen ersch\u00f6pft sich h\u00e4uft darin, die Anzahl Frauen an einer Informationsveranstaltung zu z\u00e4hlen, wie wenn wir Gegenst\u00e4nde w\u00e4ren. Wenn aber die Frauen beim Aufbau von Frieden ausgeschlossen werden, fehlen 50% der Bev\u00f6lkerung. Ohne die Inklusion der Frauen kann es keinen umfassenden Frieden geben. Auch zwei weitere wichtige Aspekte des Friedensabkommens weisen in der Umsetzung grossen R\u00fcckstand auf: die integrale Agrarreform und die Umsetzung des \u00dcbereinkommens zu Drogen. Ohne grosse strukturelle Ver\u00e4nderungen im Landbesitz und in der l\u00e4ndlichen Entwicklung und ohne \u00dcberwindung der Drogen\u00f6konomie wird es ebenfalls keinen nachhaltigen Frieden geben.<\/p>\n<p><strong>Ask: Bevor wir auf das Friedensf\u00f6rderungsprogramm und eure konkrete Arbeit zu sprechen kommen: hat das Friedensabkommen aber doch auch schon positive Ver\u00e4nderungen in euren Regionen gebracht?<\/strong><br \/> <strong> Yessica: <\/strong>Ja klar. Wie gesagt gibt es verschiedene Instrumente, die wir nutzen k\u00f6nnen. Die Herausforderung war, diese Instrumente kennen zu lernen, zu wissen wie wir sie nutzen k\u00f6nnen, das Abkommen quasi f\u00fcr die Basis, mit der wir arbeiten, zu \u00fcbersetzen und zu interpretieren. Da h\u00e4tten wir uns von der Zentralregierung wesentlich mehr Unterst\u00fctzung erhofft. Ein St\u00fcck weit ist auch die Angst weg, sich zu \u00e4ussern, sich einzubringen. Das erm\u00f6glicht es, neue R\u00e4ume zu besetzen, die Partizipation zu f\u00f6rdern und erleichtert unsere Arbeit.<br \/> <strong>Diana: <\/strong>Das hat sich gerade in den Lokalwahlen vom 27. Oktober gezeigt. Es wurde bef\u00fcrchtet, dass die Regierung und mit ihr die Parteimaschinerie gewinnen wird. Dabei war es aber so, dass viele W\u00e4hlerInnen sich f\u00fcr unabh\u00e4ngige Kandidaten entschieden haben. Es gab auch eine h\u00f6here l\u00e4ndliche Stimmbeteiligung, diese stieg von 41% auf 61%, da es in vielen Regionen keine Kooptation mehr gibt durch bewaffnete Akteure. Und bei allen Einschr\u00e4nkungen bez\u00fcglich Genderpolitik ist es doch so, dass sich Frauen heute eher getrauen, ihre Stimme zu erheben, f\u00fcr ihre Rechte einzustehen. Es gibt mehr Bewusstsein \u00fcber die Wichtigkeit der Partizipation, die Frauen m\u00fcssen sich die Partizipationsr\u00e4ume zu eigen machen, um Ver\u00e4nderungen zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>Ask: Nun zum eigentlichen Friedensf\u00f6rderungsprogramm, k\u00f6nnt ihr uns dieses in seiner Struktur und Funktionsweise erkl\u00e4ren?<\/strong><br \/> <strong> Diana:<\/strong> Wie gesagt wird das Programm gemeinsam vom EDA und 10 Schweizer NGO mit Caritas als Leadagency verantwortet. Im Caritas-B\u00fcro in Kolumbien gibt es eine Koordinatorin, die die Umsetzung des Programms mit den beiden Partnerorganisationen Colemad und Sembrandopaz koordiniert. Momentan befinden wir uns in der zweiten Dreijahresphase, diese l\u00e4uft im September 2020 aus. Es handelt sich um ein sogenanntes Multitrack-Programm, das auf der Basis der Gemeinschaften genauso funktioniert wie auf Ebene des Gesamtstaates und International. Dabei spielt die Schweizer Botschaft in Bogot\u00e1 eine wichtige unterst\u00fctzende Rolle. Das Programm hat drei Pfeiler: den gemeinsamen Pfeiler 1, wo z.B. ein Follow-up \u00fcber die Implementierung des Friedensabkommens gemacht wird, wo die Botschaft die Schutzmechanismen der Gemeinschaften st\u00e4rkt und wir gemeinsam Kommunikationsmittel haben. Dann gibt es den zweiten Pfeiler, Teilhabe f\u00fcr die gute Regierungsf\u00fchrung, von Sembrandopaz und den dritten Pfeiler, l\u00e4ndliche Gemeinschaften, Frauen und Jugendliche als Akteure der Ver\u00e4nderung, der von Colemad verantwortet wird.<\/p>\n<p><strong>Ask: K\u00f6nnt ihr uns nun je eure eigene Arbeit innerhalb des Friedensprogramms aufzeigen? <\/strong><br \/> <strong> Yessica:<\/strong> Sembrandopaz arbeitet vor allem in den Montes de Maria mit verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen, mit Frauen, Jugendgruppen, ethnischen Minderheiten, Gemeinschaftsr\u00e4ten, mit Schulen und den Kirchen. Wir engagieren uns insbesondere f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben, wozu wir mit praktisch allen Akteuren des Territoriums zusammenarbeiten. Es geht darum, eine nachhaltige Friedenskultur aufzubauen. Wir sehen uns dabei als Mediator zwischen der Zivilbev\u00f6lkerung und den staatlichen Institutionen. Unsere thematische Arbeit umfasst Wirtschaft f\u00fcr das gute Leben, Vers\u00f6hnung mit der Umwelt, Kunst\/Kunsthandwerk, Ethik und Spiritualit\u00e4t sowie Dialog und Gewaltfreiheit. In Bezug auf die Wirtschaft f\u00fcr das gute Leben f\u00f6rdern wir die \u00dcberwindung von Armut und Hunger, da diese den Raubbau am Territorium beg\u00fcnstigen und so der Umwelt schaden. Wir f\u00f6rdern Nachhaltigkeit und eine \u00f6kologische Landwirtschaft sowie einen lokalen \u00d6kotourismus. Wir sch\u00fctzen den Wald und Quellgebiete und arbeiten daf\u00fcr beispielsweise mit Dienstverweigerern zusammen. Im Bereich Kunsthandwerk f\u00f6rdern wir das Recycling. So stellen Frauen z.B. aus gebrauchten Trinkwasserbeuteln Taschen und andere Accessoires her.<\/p>\n<p><strong>Ask: Du hast vorhin erw\u00e4hnt, wie Vertrauen aufgebaut werden musste und wie das Friedensabkommen f\u00fcr die Region interpretiert werden musste. Welchen Beitrag leistet ihr dazu konkret?<\/strong><br \/> <strong> Yessica:<\/strong> Es geht darum, die Arbeit mit der Zivilgesellschaft zu st\u00e4rken, in die Bildung der Staatsb\u00fcrger zu investieren und Br\u00fccken zwischen den Gemeinschaften und den Akteuren des Territoriums zu bilden. Wir arbeiten mit Opfergemeinschaften und versuchen die Fragmentierung der Zivilgesellschaft aufgrund des Konfliktes zu \u00fcberwinden. Dialoge helfen f\u00fcr die Vertrauensbildung, wir nennen sie Dialoge zwischen Verschiedenartigen. Ein bewusstes Rollenverst\u00e4ndnis der Zivilgesellschaft erm\u00f6glicht eine bessere Kommunikation mit Beh\u00f6rden und anderen Akteuren, wozu wir die B\u00fcrgerversammlungen (\u00e1goras ciudadanas) st\u00e4rken. Obwohl jede Region Kolumbiens sehr unterschiedlich ist, ist Kolumbien ein sehr zentralistischer Staat, was zu ungen\u00fcgender Teilhabe und Kommunikation f\u00fchrt. Die bewaffneten Akteure haben den jeweiligen Regionen und deren BewohnerInnen den Stempel aufgedr\u00fcckt, was zu gegenseitigem Misstrauen f\u00fchrte. Die Agoras f\u00f6rdern den Dialog zwischen unterschiedlichen Akteuren und st\u00e4rken die Teilnahme der Bev\u00f6lkerung. Die politische Partizipation der Basisgemeinschaften konnten wir so klar erh\u00f6hen, was sich u.a. in der bewussten Teilnahme und Stimmabgabe bei den Lokalwahlen Ende Oktober zeigte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ask: Diana, worin liegen eure Schwerpunkte im Friedensf\u00f6rderungsprogramm?<\/strong><br \/> <strong>Diana<\/strong>: Es geht um die Erm\u00e4chtigung der B\u00fcrger, ausgehend von der spezifischen Situation der Frauen. Die Stimme und die Rolle der Frauen in der Friedensf\u00f6rderung ist ein wichtiges Thema f\u00fcr uns, ebenso das wirtschaftliche Empowerment und der Verbleib im Territorium. Das Territorium soll wieder produktiv werden, um es so zu sch\u00fctzen. Dazu entwickelten wir das Konzept der multifunktionalen selbstgen\u00fcgenden R\u00e4ume (Espacios multipropositos autosuficientes EMAS). Wir betreiben strategische Prozessf\u00fchrung und politisches Lobbying, verbinden Forschung und Aktion und setzten uns f\u00fcr das Empowerment der Frauen ein. Wir arbeiten in vier Departementen der Karibikregion und rund 50 lokalen Frauenorganisationen. Wir haben einen Genderfokus und arbeiten mit Frauen als Opfer des Konfliktes. Es geht dabei um kollektive Wiedergutmachung, um Landr\u00fcckgabe und Einforderung der Rechte. Im Endeffekt geht es um Zugang, Nutzung und Kontrolle \u00fcber Landbesitz. Frauen haben historisch wenig Zugang zu Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ask: Wie setzt ihr das wirtschaftliche Empowerment der Frauen konkret um?<\/strong><br \/> <strong>Diana:<\/strong> Ich habe vorhin die mangelnde Umsetzung des ersten Punktes der Friedensvereinbarung erw\u00e4hnt, die integrale Landreform. Unter anderem sieht der erste Punkt die Erarbeitung eines multifunktionalen Katasters vor, um ein Mapping f\u00fcr die Formalisierung des Landbesitzes zu machen, aber dieses Kataster wurde nicht realisiert. Der alternative Zensus, den Colemad umsetzen will, hilft diese Informationen zu erarbeiten, da der Staat nicht weiss, wie viele Kleinb\u00e4uerinnen es gibt, und wie deren Situation und deren Lebensbedingungen sind. Der Censo rural alternativo con enfoque de g\u00e9nero hat also zum Ziel, statistische Daten zu erheben \u00fcber die Lebensrealit\u00e4t der Kleinb\u00e4uerinnen, da es von staatlicher Seite kaum Informationen gibt, so dass auch keine angepassten Politiken m\u00f6glich sind. Frauen haben bis heute wenig Mitsprache bei den Entscheidungsfindungen, sind kaum Grundbesitzerinnen und bekommen keine Kredite. Es gibt eine Feminisierung der Armut. Unser alternativer Zensus wird partizipativ erarbeitet und ein Pilotprojekt der Umsetzung erfolgt 2020.<br \/> Unser Genderansatz bedeutet, auch mit den M\u00e4nnern zu arbeiten, da sonst neue Ungleichgewichte entstehen. Wir holen das Wissen und die Erfahrung der M\u00e4nner gezielt ab. Das war nicht leicht, da es in der Karibik viel Machismo gibt. Die M\u00e4nner waren auf dem Land immer die Chefs, es galt also auch viele Vorurteile zu \u00fcberwinden, um den Frauen Raum geben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ask: Was habt ihr in euren konkreten Arbeiten vor allem dank der Unterst\u00fctzung des Friedensf\u00f6rderungsprogramms erreicht?<\/strong><br \/> <strong> Diana:<\/strong> Das Friedensprogramm hat die Teilnahme der Frauen an der Friedensagenda erweitert. Fr\u00fcher gab es Angst, teilzunehmen, heute ist die Teilnahme gest\u00e4rkt. Seitens des kolumbianischen Staates fehlt der Wille, die Rechte zu sichern, es gibt keine institutionalisierten Kan\u00e4le f\u00fcr den Dialog. Es gibt kein Budget f\u00fcr die Verwirklichung der Rechte der Frauen, um die historische Diskriminierung der Frauen zu \u00fcberwinden. Es gibt auch keine Artikulierung zwischen den nationalen und regionalen Entscheidungen und Programmen. Lokale Beh\u00f6rden k\u00f6nnen keine Entscheidungen f\u00e4llen in Bezug auf wichtige Themen wie die Landreform. Die Begleitung durch das Schweizer Programm war strategisch, es hat unsere Agenda unterst\u00fctzt und unseren Forderungen und Mobilisierungen \u00d6ffentlichkeit geschafft. So konnte erreicht werden, dass der Staat Antworten geben muss, z.B. bei der Landrestitution und der Wiederherstellung von Rechten. Das Friedensf\u00f6rderungsprogramm hat die Distanz zwischen den l\u00e4ndlichen Weilern und Bogot\u00e1 verk\u00fcrzt.<br \/> Ein konkretes Beispiel: Colemad unterst\u00fctzt eine Gruppe von Frauen, die Opfer waren und in einem Landr\u00fcckgabeprozess stecken. Ihr Land ist immer noch von anderen Akteuren besetzt, im Rahmen des Restitutionsprozesses sind sie bedroht worden und der Staat bietet keinen ad\u00e4quaten Schutz. So entschlossen sie sich, an die Schweizer Botschaft zu gelangen, die dann half, die Rechte beim kolumbianischen Staat einzufordern. Pl\u00f6tzlich ging es sowohl bei Schutzmassnahmen wie auch den juristischen Prozessen vorw\u00e4rts.<br \/> <strong>Yessica:<\/strong> Die komplexe Struktur des Friedensprogrammes ist sein Vorteil. Es brauchte zwar Zeit, die vielen Akteure und das dahinter liegende Potential zu erkennen, aber das ist nun \u00fcberwunden. Es f\u00f6rdert den Dialog zwischen lokalen Akteuren der Zivilgesellschaft mit den Beh\u00f6rden respektive Institutionen und es f\u00f6rdert gegenseitiges Lernen und Dialoge zwischen Unterschiedlichen. Das Programm half uns, uns besser zu strukturieren und auf verschiedenen Ebenen zu arbeiten. Es gibt eine konkrete Arbeitsplanung und eine effektive Begleitung durch Schweizer NGOs und die Botschaft bei Risiken in den Territorien. Das Friedensprogramm verst\u00e4rkt unsere Stimmen und macht sie sichtbar, es gibt unseren Aktionen politische Unterst\u00fctzung. Der kolumbianische Staat achtet nun mehr auf uns und bewegt sich.<br \/> Noch gibt es keinen Frieden. Wir haben eine Vision dar\u00fcber und mit dem Programm haben wir Konzepte und Routen erarbeitet. Man kann es so sagen: Es wurde ausges\u00e4t, aber die Samen m\u00fcssen weiter gegossen werden, noch gibt es keine Ernte. Die Internationale Zusammenarbeit kann noch nicht weggehen, f\u00fcr eine gute Ernte muss weiter gegossen und ged\u00fcngt werden.<br \/> <strong>Diana:<\/strong> Ich kann dem nur beipflichten. Wir hoffen sehr, dass wir \u00fcber September 2020 hinaus auf Schweizer Unterst\u00fctzung z\u00e4hlen k\u00f6nnen. Die mit dem Konsortium erreichten Synergien, den Schutz, den das Programm f\u00fcr unsere Partner bietet, sowie der erleichterte Zugang zu staatlichen Institutionen sind von grossem Wert. Viele Elemente der drei Pfeiler haben bedeutsame Fortschritte erreicht, sind aber noch nicht selbsttragend und w\u00e4ren ohne (finanzielle) Unterst\u00fctzung aus der Schweiz gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Monatsbericht-November-2019-COLEMAD-y-Sembrandopaz.pdf&#8220; url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.7&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; locked=&#8220;off&#8220;]<br \/>\n[\/et_pb_button][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitte November hatte die ask! 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