{"id":5800,"date":"2013-12-03T16:32:00","date_gmt":"2013-12-03T15:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ask.almargen.de\/?p=5800"},"modified":"2019-11-27T16:41:12","modified_gmt":"2019-11-27T15:41:12","slug":"keine-griffigen-schutzmassnahmen-fuer-menschenrechte-im-freihandel-der-eu-mit-kolumbien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/wirtschaft-menschenrechte\/unternehmensverantwortung-und-wirtschaftspolitik\/keine-griffigen-schutzmassnahmen-fuer-menschenrechte-im-freihandel-der-eu-mit-kolumbien","title":{"rendered":"Keine griffigen Schutzmassnahmen f\u00fcr Menschenrechte im Freihandel der EU mit Kolumbien"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Stephan Suhner<br \/><\/em><\/p>\n<p>Das Freihandelsabkommen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und Kolumbien sowie Peru wurde im Dezember 2012 vom Europ\u00e4ischen Parlament ratifiziert und trat am 1. August 2013 provisorisch in Kraft. Dieses Handelsabkommen verursachte tiefgr\u00fcndige Debatten \u00fcber die Menschenrechtsituation, ungen\u00fcgende Sozial- und Umweltstandards, die fortdauernde Gewalt in mehreren Regionen Kolumbiens und die m\u00f6glichen negativen Folgen des Abkommens auf die kolumbianische Wirtschaft selbst.<\/p>\n<p>Das EU Parlament hat deshalb die Ausarbeitung einer Road Map \u00fcber Menschenrechte, Arbeits- und Umweltrechte verlangt. Diese Road Map sollte v.a. dazu dienen, die Menschenrechte zu sch\u00fctzen, die Gewerkschaftsrechte auszubauen und die Umwelt zu sch\u00fctzen. Das Handelsabkommen und die Road Map k\u00f6nnten in der Vorstellung des EU Parlaments Instrumente sein, um die Menschenrechtslage kritisch zu verfolgen.<\/p>\n<p>Seit der Ratifizierung des Abkommens hat sich die Lage in Kolumbien aber eher weiter verschlechtert, ohne dass die Road Map bisher zur Anwendung gekommen w\u00e4re. So nehmen die Morde an Menschenrechtsverteidigern, Kleinbauernf\u00fchrern, Landrechtsk\u00e4mpfern und Indigenen kein Ende. Zwischen Januar und September 2013 wurden mindestens 52 MenschenrechtsverteidigerInnen umgebracht. Die Kriminalisierung der sozialen Proteste schr\u00e4nkt die Meinungsfreiheit massiv ein, Protestierende werden von hohen Staatsfunktion\u00e4ren verleumdet und die gewaltsame Unterdr\u00fcckung der Proteste f\u00fchrte beispielsweise beim letzten Nationalstreik zu 15 Toten. Auch nehmen die gewaltsamen Vertreibungen kontinuierlich zu, mit mehr als 250\u2018000 F\u00e4llen 2012. Zudem sind mehrere Gesetzesinitiativen in der Pipeline, die die Straflosigkeit f\u00f6rdern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Arbeitsrechts- und Gewerkschaftssituation ist auch nicht besser. Bei der antigewerkschaftlichen Gewalt betr\u00e4gt die Straflosigkeit 93%. Der Arbeitsaktionsplan (LAP) des Freihandelsabkommens von Kolumbien mit den USA hat bis jetzt nicht funktioniert. In den ersten 2 Jahren des LAP wurden 47 Gewerkschafter ermordet, es gab 18 Attentate, 6 F\u00e4lle gewaltsamen Verschwindenlassens und rund 760 Todesdrohungen. Zwischen Januar und September 2013 wurden mindestens 11 Gewerkschafter umgebracht. Von 22 Millionen Arbeitern verf\u00fcgen nur 8 Millionen \u00fcber einen Arbeitsvertrag.<\/p>\n<p>Zudem zeichnet sich auch ab, dass das Freihandelsabkommen der EU mit Kolumbien f\u00fcr die kolumbianische Wirtschaft negative Auswirkungen haben k\u00f6nnte. 2012 exportierte Kolumbien v.a. Prim\u00e4rg\u00fcter in die EU, davon 86% sogenannt traditionelle Produkte, darunter 42,4% Kohle und 30% Erd\u00f6l. Zwischen 2000 und 2012 stiegen die kolumbianischen Importe von Agrarg\u00fctern von 1 Million auf 10 Millionen Tonnen, w\u00e4hrend eine Million Hektaren an Ackerfl\u00e4che aufgegeben wurde; besonders betroffen waren Reisanbau, Milchwirtschaft, \u00d6lsaaten, Kartoffeln, Zucker und Kaffee. Zwischen 2012 und 2013 stieg der Import von Prim\u00e4rg\u00fctern um 45,6% an, w\u00e4hrend die Exporte um 1% zur\u00fcckgingen. Die Preise f\u00fcr die kolumbianischen landwirtschaftlichen Produzenten sanken derweil um 8%. Die EU produziert in 14 Tagen dieselbe Milchmenge wie Kolumbien in einem Jahr. Zudem wird der Verkauf von Frischmilch aus hygienischen Gr\u00fcnden und gest\u00fctzt auf WTO Normen eingeschr\u00e4nkt und durch Industriemilch verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>OIDHACO verlangt aufgrund dieses Befundes von der EU die Einrichtung eines Monitoringsystems, das nicht nur die direkten Folgen des Freihandelsabkommens untersucht, sondern auch allgemein die Menschenrechts- und Gewerkschaftssituation. Dieses System sollte transparent sein, \u00f6ffentliche Anh\u00f6rung durchf\u00fchren und betroffene zivilgesellschaftliche Sektoren einschliessen. Zudem sollte die EU und das EU Parlament ihr Versprechen erf\u00fcllen, das Handelsabkommen und die Road Map dazu zu benutzen, von der kolumbianischen Regierung effiziente Massnahmen zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt einzufordern. Die EU Kommission sollte einen transparenten periodischen Monitoringmechanismus f\u00fcr die Menschenrechtsklausel des Abkommens schaffen und Kriterien und Massnahmen definieren, die im Falle von Menschenrechtsverletzungen, Gewerkschaftsrechts- und Umweltverst\u00f6ssen zur Anwendung k\u00e4men.<\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Analysedokument von OIDHACO auf spanisch &#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/21430853541.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/tlc-colombia-union-europea-1-7281.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Freihandelsabkommen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und Kolumbien sowie Peru wurde im Dezember 2012 vom Europ\u00e4ischen Parlament ratifiziert und trat am 1. 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