{"id":5662,"date":"2018-01-29T08:54:00","date_gmt":"2018-01-29T07:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ask.almargen.de\/?p=5662"},"modified":"2019-11-26T09:07:53","modified_gmt":"2019-11-26T08:07:53","slug":"verhandlungsstrategie-von-regierung-und-eln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/frieden\/verhandlungsstrategie-von-regierung-und-eln","title":{"rendered":"Verhandlungsstrategie von Regierung und ELN"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Fabian Dreher<\/em><\/p>\n<p>Die Verhandlungen zwischen Regierung und ELN gleichen einer Achterbahn. Nach grossen Fortschritten am Verhandlungstisch kommt oft ein R\u00fcckschlag, sei es durch einen Angriff der staatlichen Sicherheitskr\u00e4fte auf die Zivilbev\u00f6lkerung, sei es durch einen Anschlag des ELN auf Infrastrukturanlagen. Der Abschluss eines Friedensabkommens vor den Pr\u00e4sidentschaftswahlen d\u00fcrfte schwierig werden, aber beide Verhandlungsparteien zeigen sich weiterhin optimistisch.<\/p>\n<p>Es ist dem geneigten Beobachter nicht immer klar, ob und welche Strategie Regierung und ELN bei den Friedensverhandlungen verfolgen. Manchmal gleichen die Verhandlungen einem sorgf\u00e4ltigen Schachspiel, manchmal gleichen die Verhandlungsparteien eher einem kopflosen Huhn. Auf einen Verhandlungserfolg folgt oft ein R\u00fcckschlag. Heute scheint ein Friedensabkommen in Griffweite, am n\u00e4chsten Tag liefern sich beide Parteien wieder blutige Gefechte. Je n\u00e4her die Kongress- und Pr\u00e4sidentschaftswahlen r\u00fccken, desto mehr entfernt sich die historische Chance auf einen Friedensschluss. Denn ein Friedensabkommen m\u00fcsste von einem neuen Pr\u00e4sidenten umgesetzt und von einem neuen Kongress ratifiziert werden. Gewinnen rechtsgerichtete, uribistische Kr\u00e4fte eine Mehrheit im Kongress oder das Pr\u00e4sidentenamt, so w\u00fcrde wohl ein neu unterzeichnetes Friedensabkommen schneller hinf\u00e4llig als Tinte auf dem Papier trocknet.<\/p>\n<p>Ende Dezember 2017 zogen Regierung und ELN nach drei Monaten Waffenstillstand ein positives Fazit. Der Waffenstillstand wurde von beiden Parteien eingehalten, auch wenn es gelegentlich zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem ELN und paramilit\u00e4rischen Gruppierungen oder FARC-Dissidenten kam[1]. Menschenrechtsorganisationen kamen jedoch zu einem weniger positiven Fazit was die Auswirkungen des Waffenstillstands auf die Zivilgesellschaft betrifft[2]. Trotzdem riefen Organisationen der Zivilgesellschaft sowie B\u00fcrger aus den betroffenen Gebieten Regierung und ELN auf, den bis am 9. Januar 2018 laufenden Waffenstillstand zu verl\u00e4ngern[3]. Auch der neue Verhandlungsf\u00fchrer der Regierungsdelegation, Gustavo Bell, bekr\u00e4ftigte die Absicht, eine Verl\u00e4ngerung des Waffenstillstands auszuhandeln[4]. Die Umstellung der Regierungsdelegation sorgte aber insbesondere beim ELN f\u00fcr Unsicherheit. So konnte trotz der Absichtserkl\u00e4rung der Regierung[5] und Unterst\u00fctzungserkl\u00e4rungen von UNO und anderen Organisationen[6] keine Verl\u00e4ngerung des Waffenstillstands erreicht werden. Die Hoffnung blieb jedoch, dass eine baldige Verl\u00e4ngerung m\u00f6glich sei[7].<\/p>\n<p>Der ELN verfolgte jedoch andere Pl\u00e4ne. Am 10. und 11. Januar griffen mehrere Fronten des ELN milit\u00e4rische und zivile Ziele an[8]. Mitglieder der staatlichen Sicherheitskr\u00e4fte wurden verletzt, \u00d6lleitungen an der Grenze zu Venezuela wurden unterbrochen sowie ein Angestellter der staatlichen \u00d6lgesellschaft Ecopetrol entf\u00fchrt[9]. Pr\u00e4sident Santos suspendierte daraufhin die geplanten Friedensgespr\u00e4che und orderte seinen Chefunterh\u00e4ndler aus Quito zur\u00fcck[10]. Das UN-Hochkommissariat f\u00fcr Menschenrechte rief Regierung und ELN dazu auf trotz abgelaufenem Waffenstillstand ihre Verpflichtungen gegen\u00fcber den Menschenrechten und dem humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrecht wahrzunehmen[11]. Ende Januar kehrte die Regierungsdelegation nach Quito zur\u00fcck[12] und beide Verhandlungsparteien bekr\u00e4ftigten ihren Willen zu weiteren Gespr\u00e4chen[13].<\/p>\n<p>Die Schwierigkeiten im Januar 2018 sollten nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass im ersten Verhandlungsjahr zwischen Regierung und ELN, 2017, betr\u00e4chtliche Fortschritte erzielt werden konnten. Vor dem 7. Februar 2017 haben verschiedene Beobachter daran gezweifelt, ob mit dem ELN \u00fcberhaupt verhandelt werden k\u00f6nne. Dies insbesondere auf Grund der dezentralen Struktur der Organisation und der relativ grossen Autonomie der einzelnen Fronten. Die 101 Tage Waffenstillstand zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 haben gezeigt, dass sich auch dezentral organisierte Einheiten durchaus an eine gemeinsam beschlossene Strategie halten k\u00f6nnen. Bei den Verhandlungen in Quito ist es gelungen, einen Modus f\u00fcr die Beteiligung der Zivilgesellschaft an den Gespr\u00e4chen auszuhandeln. Allen Fortschritten zum Trotz d\u00fcrfte es wohl weiterhin schwierig sein, vor den Pr\u00e4sidentschaftswahlen ein Friedensabkommen zu schliessen. Es bleibt jedoch die Hoffnung, dass Regierung und ELN auch nach den Wahlen gemeinsam nach einer friedlichen L\u00f6sung des Konflikts suchen[14].<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ftn1\">\n<p><a name=\"_ftn1\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/m.elcolombiano.com\/colombia\/paz-y-derechos-humanos\/a-pesar-del-cese-el-fuego-el-eln-sigue-en-guerra-HM7970090\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/m.elcolombiano.com\/colombia\/paz-y-derechos-humanos\/a-pesar-del-cese-el-fuego-el-eln-sigue-en-guerra-HM7970090<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn2\">\n<p><a name=\"_ftn2\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref2\"><span>[2]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span>Die ask! berichtete im Newsletter 576, Dezember 2017:<span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/friedensfoerderung\/konfliktdynamik-und-bewaffnete-akteure\/waffenstillstand-und-menschenrechte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/friedensfoerderung\/konfliktdynamik-und-bewaffnete-akteure\/waffenstillstand-und-menschenrechte\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn3\">\n<p><a name=\"_ftn3\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref3\"><span>[3]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/m.elcolombiano.com\/colombia\/paz-y-derechos-humanos\/ciudadanos-colombianos-pidieron-a-gobierno-y-eln-mantener-el-cese-el-fuego-XN7960356\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/m.elcolombiano.com\/colombia\/paz-y-derechos-humanos\/ciudadanos-colombianos-pidieron-a-gobierno-y-eln-mantener-el-cese-el-fuego-XN7960356<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn4\">\n<p><a name=\"_ftn4\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref4\"><span>[4]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/noticias.alianzanews.com\/187_america\/5057918_el-gobierno-de-colombia-esta-dispuesto-a-prorrogar-el-cese-al-fuego-con-el-eln.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/noticias.alianzanews.com\/187_america\/5057918_el-gobierno-de-colombia-esta-dispuesto-a-prorrogar-el-cese-al-fuego-con-el-eln.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn5\">\n<p><a name=\"_ftn5\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref5\"><span>[5]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.diariolasamericas.com\/america-latina\/gobierno-colombiano-y-eln-reanudan-negociaciones-paz-n4140773\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.diariolasamericas.com\/america-latina\/gobierno-colombiano-y-eln-reanudan-negociaciones-paz-n4140773<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn6\">\n<p><a name=\"_ftn6\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref6\"><span>[6]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/m.elcolombiano.com\/onu-e-iglesia-piden-mantener-el-cese-el-fuego-entre-el-gobierno-y-el-eln-HE7978779\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/m.elcolombiano.com\/onu-e-iglesia-piden-mantener-el-cese-el-fuego-entre-el-gobierno-y-el-eln-HE7978779<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn7\">\n<p><a name=\"_ftn7\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref7\"><span>[7]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.laprensalatina.com\/cese-el-fuego-de-gobierno-colombiano-y-eln-termina-con-esperanza-de-prorroga\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.laprensalatina.com\/cese-el-fuego-de-gobierno-colombiano-y-eln-termina-con-esperanza-de-prorroga\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn8\">\n<p><a name=\"_ftn8\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref8\"><span>[8]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/noticierocolombia.com\/eln-realiza-ataques-en-arauca-y-casanare-conflicto-y-narcotrafico-justicia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/noticierocolombia.com\/eln-realiza-ataques-en-arauca-y-casanare-conflicto-y-narcotrafico-justicia\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn9\">\n<p><a name=\"_ftn9\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref9\"><span>[9]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/m.elcolombiano.com\/colombia\/paz-y-derechos-humanos\/secuestro-de-contratista-de-ecopetrol-en-arauca-colombia-HD8005090\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/m.elcolombiano.com\/colombia\/paz-y-derechos-humanos\/secuestro-de-contratista-de-ecopetrol-en-arauca-colombia-HD8005090<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn10\">\n<p><a name=\"_ftn10\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref10\"><span>[10]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/lta.reuters.com\/article\/domesticNews\/idLTAKBN1F02SU-OUSLD\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/lta.reuters.com\/article\/domesticNews\/idLTAKBN1F02SU-OUSLD<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn11\">\n<p><a name=\"_ftn11\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref11\"><span>[11]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/www.hchr.org.co\/index.php?option=com_acymailing&amp;ctrl=archive&amp;task=view&amp;mailid=1194&amp;key=kcbsUdIv&amp;subid=17849-6ff4cc4a0eaa64c03ad15d3ad9e4ee5f&amp;tmpl=component\" target=\"_blank\" rel=\"noopener 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href=\"http:\/\/m.elcolombiano.com\/colombia\/paz-y-derechos-humanos\/eln-insiste-en-retomar-conversaciones-con-el-gobierno-en-ecuador-YC8040526\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/m.elcolombiano.com\/colombia\/paz-y-derechos-humanos\/eln-insiste-en-retomar-conversaciones-con-el-gobierno-en-ecuador-YC8040526<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn14\">\n<p><a name=\"_ftn14\" href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2018_Newsletter\/Newsletter577_Artikel%20ELN.doc#_ftnref14\"><span>[14]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.razonpublica.com\/index.php\/conflicto-drogas-y-paz-temas-30\/10807-eln-c%C3%B3mo-superar-la-incertidumbre-y-llegar-a-un-acuerdo.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.razonpublica.com\/index.php\/conflicto-drogas-y-paz-temas-30\/10807-eln-c%C3%B3mo-superar-la-incertidumbre-y-llegar-a-un-acuerdo.html<\/a><\/p>\n<\/div>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; 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