{"id":5541,"date":"2017-09-28T11:40:32","date_gmt":"2017-09-28T09:40:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ask.almargen.de\/?p=5541"},"modified":"2019-11-21T11:48:41","modified_gmt":"2019-11-21T10:48:41","slug":"kein-frieden-fuer-menschenrechtsverteidigerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/menschenrechte\/kein-frieden-fuer-menschenrechtsverteidigerinnen","title":{"rendered":"Kein Frieden f\u00fcr MenschenrechtsverteidigerInnen"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Fabian Dreher<\/em><\/p>\n<p>Dank dem Friedensabkommen zwischen Regierung und FARC nimmt die Gewalt in Kolumbien im ersten Halbjahr 2017 deutlich ab. Davon ausgenommen ist leider die Gewalt gegen MenschenrechtsverteidigerInnen. W\u00e4hrend die Drohungen leicht abnehmen, haben vor allem die Morde an Verteidigerinnen und Verteidigern der Menschenrechte deutlich zugenommen.<\/p>\n<p>Seit Anfang Januar 2017 wird in Kolumbien das Friedensabkommen zwischen Regierung und den FARC umgesetzt. Dadurch haben bewaffnete Auseinandersetzungen in den umk\u00e4mpften Gebieten deutlich abgenommen. Positiv wirkt sich dies auf die Zivilbev\u00f6lkerung aus, die bis anhin durch die Kampfhandlungen immer wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde.<\/p>\n<p>Die Situation der MenschenrechtsverteidigerInnen jedoch hat sich im ersten Halbjahr 2017 eher verschlechtert. Gem\u00e4ss dem Halbjahresbericht (SIADDHH)[1] des Programms Somos Defensores, das den Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen zum Ziel hat, wurden zwischen Januar und Juni 2017 51 MenschenrechtsverteidigerInnen in Kolumbien get\u00f6tet, gegen\u00fcber 35 Mordopfern in der Vorjahresperiode. Dies entspricht einer Zunahme um \u00fcber 30 Prozent. Der Frieden ist damit bei den Verteidigerinnen und Verteidigern der Menschenrechte in Kolumbien bis heute noch nicht angekommen. Ein Bericht der politischen Plattform Marcha Patri\u00f3tica und der NGO INDEPAZ z\u00e4hlt zwischen Januar und August 2017 sogar 101 Morde von MenschenrechtsverteidigerInnen und sprechen von einer systematischen Gewaltwelle[2].<\/p>\n<p>Die Morde bilden dabei nur die Spitze des Eisbergs. Insgesamt kam es im ersten Halbjahr 2017 zu 335 Aggressionen gegen MenschenrechtsverteidigerInnen, eine Zunahme um sechs Prozent. 67 Prozent oder 225 Ereignisse sind dabei Drohungen gegen Personen, 51 Morde (15 Prozent), 32 Attentate (10 Prozent), 18 willk\u00fcrliche Verhaftungen (f\u00fcnf Prozent) und neun F\u00e4lle von Willk\u00fcrjustiz (drei Prozent). Die meisten Morde wurden mit Schusswaffen ausgef\u00fchrt, zumeist von unbekannten T\u00e4tern. Neun von zehn F\u00e4llen von Morden an MenschenrechtsverteidigerInnen enden dabei straflos[3]. Mit jeweils acht Morden stehen die Departemente Cauca und Valle del Cauca an der Spitze, gefolgt von Antioquia (7), Cesar (5) und Nari\u00f1o (3).<\/p>\n<p>Eine leichte Abnahme verzeichnen die Drohungen, sie sinken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent von 232 auf 225. Ein Grossteil der Drohungen gehen von verschiedenen paramilit\u00e4rischen Gruppierungen aus, darunter auch Organisationen, die laut der Regierung Kolumbiens gar nicht (mehr) existieren wie die Urabe\u00f1os oder Los Rastrojos. Zugenommen haben Drohungen insbesondere in den Departementen Cauca, Tolima und in der Guajira. Gesamthaft gesehen ist die Gewalt gegen MenschenrechtsverteidigerInnen am h\u00f6chsten in den Departementen Cauca (78 F\u00e4lle), Valle del Cauca (40 F\u00e4lle) sowie im Distrito Federal rund um die Hauptstadt Bogot\u00e1 (43 F\u00e4lle).<\/p>\n<p>Neben der Statistik analysiert der Bericht von Somos Defensores auch die Ursachen der Gewalt sowie die Massnahmen des Staates zum Schutz der MenschenrechtsverteidigerInnen. Eine der Hauptursachen wird im R\u00fcckzug der FARC aus den von ihnen kontrollierten Gebieten gesehen. Oft machen sich Paramilit\u00e4rs in diesen Gebieten breit oder liefern sich K\u00e4mpfe um diese Gebiete[4]. Insbesondere MenschenrechtsverteidigerInnen und soziale F\u00fchrungspersonen von Indigenen, AfrokolumbianerInnen und Kleinb\u00e4uerInnen sind dabei in Gefahr. Ihnen stehen m\u00e4chtige wirtschaftliche Interessen gegen\u00fcber, teils legaler, teils aber auch klar illegaler Natur.<\/p>\n<p>An Gesetzen, Verordnungen, und zust\u00e4ndigen Organen mangelt es in Kolumbien nicht. Auch werden gen\u00fcgend Berichte geschrieben und ver\u00f6ffentlicht. Oft fehlt es jedoch an konkreten Massnahmen zur Gewaltpr\u00e4vention und zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen. Dabei wird vor allem die Oberste Staatsanwaltschaft (Fiscal\u00eda General de la Naci\u00f3n) kritisiert. Diese behauptet zwar, in \u00fcber 50 Prozent der von ihr behandelten F\u00e4lle eine Verurteilung der T\u00e4ter erwirkt zu haben, behandelt aber kaum 20 Prozent der F\u00e4lle von Gewalt gegen MenschenrechtsverteidigerInnen. Historisch gesehen kann dies als Fortschritt angesehen werden, angesichts der weitgehenden Straflosigkeit in fr\u00fcheren Jahren. Allerdings auf einem eher bescheidenen Niveau. Es ist zu bezweifeln, dass damit Drohungen, Morde und andere Gewalt an MenschenrechtsverteidigerInnen in den kommenden Jahren deutlich reduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ftn1\">\n<p><a href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2017_Newsletter\/Newsletter573_Artikel%20Menschenrechtsverteidiger.doc#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span>[1]<\/span><\/a><span> <a href=\"https:\/\/somosdefensores.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/INFORME-SOMOS-DEFENSORES-Enero_Junio-2017_ESPAN%CC%83OL.pdf\">https:\/\/somosdefensores.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/INFORME-SOMOS-DEFENSORES-Enero_Junio-2017_ESPAN%CC%83OL.pdf<\/a><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn2\">\n<p><a href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2017_Newsletter\/Newsletter573_Artikel%20Menschenrechtsverteidiger.doc#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span>[2]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/www.resumenlatinoamericano.org\/2017\/08\/27\/colombia-desde-enero-hasta-agosto-de-2017-han-sido-asesinados-101-lideres-sociales\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.resumenlatinoamericano.org\/2017\/08\/27\/colombia-desde-enero-hasta-agosto-de-2017-han-sido-asesinados-101-lideres-sociales\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn3\">\n<p><a href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2017_Newsletter\/Newsletter573_Artikel%20Menschenrechtsverteidiger.doc#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><span>[3]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/m.elcolombiano.com\/impunidad-en-homicidios-de-defensores-de-derechos-humanos-en-colombia-FI7291531\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/m.elcolombiano.com\/impunidad-en-homicidios-de-defensores-de-derechos-humanos-en-colombia-FI7291531<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn4\">\n<p><a href=\"\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2017_Newsletter\/Newsletter573_Artikel%20Menschenrechtsverteidiger.doc#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><span>[4]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/theowp.org\/reports\/social-leaders-in-colombia-increasingly-at-risk-during-farc-ep-peace-process\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/theowp.org\/reports\/social-leaders-in-colombia-increasingly-at-risk-during-farc-ep-peace-process\/<\/a><\/p>\n<\/div>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Newsletter573_Artikel_Menschenrechtsverteidiger1.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/9a5a61442a1.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dank dem Friedensabkommen zwischen Regierung und FARC nimmt die Gewalt in Kolumbien im ersten Halbjahr 2017 deutlich ab. 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