{"id":5484,"date":"2019-10-30T16:09:48","date_gmt":"2019-10-30T15:09:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ask.almargen.de\/?p=5484"},"modified":"2019-11-20T16:20:17","modified_gmt":"2019-11-20T15:20:17","slug":"massive-umweltbelastung-gesundheitsprobleme-und-eine-ungewisse-zukunft-praegen-viele-gemeinschaften-im-einflussbereich-der-kohlenmine-el-cerrejon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/wirtschaft-menschenrechte\/schweizer-unternehmen\/massive-umweltbelastung-gesundheitsprobleme-und-eine-ungewisse-zukunft-praegen-viele-gemeinschaften-im-einflussbereich-der-kohlenmine-el-cerrejon","title":{"rendered":"Massive Umweltbelastung, Gesundheitsprobleme und eine ungewisse Zukunft pr\u00e4gen viele Gemeinschaften im Einflussbereich der Kohlenmine El Cerrej\u00f3n"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220;]<\/p>\n<p><em>Von Stephan Suhner<br \/> <\/em><\/p>\n<p>Im Oktober 2019 war ich erneut zehn Tage in der Guajira und begleitete ein Filmteam. Wir besuchten vor allem das indigene Reservat Provincial sowie die Gemeinschaften El Roc\u00edo und Manantialito. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Umweltbelastung durch die Mine und den daraus resultierenden Gesundheitsproblemen. Wir trafen jedoch auch auf andere negative Auswirkungen wie schlechtere Ernten und mangelnder Lebensraum, und auf grosse Unsicherheiten in Bezug auf die Erweiterungspl\u00e4ne der Mine und die Zukunft der Gemeinschaften.<\/p>\n<p>Am meisten Zeit verbrachten wir mit BewohnerInnen von Provincial. Dieses Resguardo der Wayuu liegt in Sichtweit der Mine, teilweise nur wenige Hundert Meter entfernt. Die Staubbelastung in Provincial ist gross, die Gemeinschaft verf\u00fcgt \u00fcber zu wenig Trinkwasser und hat den Zugang zum Fluss Rancher\u00eda und zum umliegenden Territorium weitgehend verloren. Der Fluss Rancher\u00eda ist stark verschmutzt, eine Wasseraufbereitungsanlage funktioniert nur ab und zu und Cerrej\u00f3n und das B\u00fcrgermeisteramt liefern 1000 Liter Wasser pro Familie alle 14 Tage, f\u00fcr die grossen Familien viel zu wenig. Fr\u00fchere T\u00e4tigkeiten wie Fischfang, Jagd und Landwirtschaft sind nur noch sehr bedingt m\u00f6glich, die Tiere \u00fcberweiden das Land, weil die Fl\u00e4che zu klein ist. Viele Bewohner m\u00fcssen ausserhalb der Gemeinschaft eine bezahlte T\u00e4tigkeit suchen, wobei die Mine El Cerrej\u00f3n kaum Personen aus Provincial anstellt, da sie nicht \u00fcber das gesuchte Jobprofil verf\u00fcgen w\u00fcrden. Auch haben sich dadurch die Essgewohnheiten ver\u00e4ndert, statt Fisch, Kaninchen, Bohnen, Yuca etc., gibt es heute mehr Reis und H\u00fchnchen oder gar Junkfood.<\/p>\n<p>Gravierend sind insbesondere die Gesundheitsprobleme. Erwachsene, Jugendliche und vor allem Kinder sind betroffen. Zu den h\u00e4ufigsten Krankheitsbildern geh\u00f6ren Hautkrankheiten wie Ausschl\u00e4ge und Juckreiz, Atemwegserkrankungen, Husten und andauernde Grippesymptome. Die Gesundheitsprobleme beginnen im Kleinkindalter. Wir konnten wenige Monate alte Babys sehen, die am ganzen K\u00f6rper Hautausschlag haben, oder die Asthma und Atemprobleme haben. Es gab auch F\u00e4lle von Kleinkindern, die vor dem ersten Lebensjahr starben. Einige Frauen berichteten von Spontanaborten und Frauenkrankheiten, die sie ebenfalls auf die Umweltverschmutzung durch die Mine zur\u00fcckf\u00fchren. Viele junge Frauen haben Angst, Kinder zu kriegen, weil diese h\u00f6chstwahrscheinlich krank werden. Das gr\u00f6sste Problem ist, dass \u00fcber all diese Gesundheitsprobleme keine genaue Diagnose erstellt wird, so dass weder die Ursache klar ist und diese allenfalls behoben werden k\u00f6nnte, noch eine gezielte medizinische Behandlung gegeben ist. Als wir vor Ort waren, litt das neunmonatige M\u00e4dchen von Luz Angela Uriana an schlimmem Hausausschlag. Was es ist und von was es verursacht wird, weiss die Mutter nicht. \u00c4rzte machen keine genaue Diagnose, sagen aber, dass sie Antibiotika nehmen sollen und Cremes. Im besten Fall weisen sie allgemein auf die Verschmutzung hin. So bekommen schon Kleinkinder regelm\u00e4ssig viel zu viele Antibiotika. Viele Medikamente und regelm\u00e4ssige Untersuchungen werden von den Gesundheitsdienstleistern EPS nicht bezahlt. Die Betroffenen m\u00fcssen Medikamente aus der eigenen Tasche bezahlen, ebenso wie den Transport zum Arzt. Viele M\u00fctter gehen deshalb mit den Kindern immer wieder auf die Notfallstation. Mehrere Kinder unter zehn Jahren haben massive Atemprobleme und m\u00fcssen immer wieder notfallm\u00e4ssig an die Sauerstoffflasche, ihr Atem rasselt und sie husten andauernd. Im Fall des Kindes von Luz Angela, Moises, sagten die \u00c4rzte, dass das Kind, um gesund zu werden, von Provincial weg gehen m\u00fcsse. In der gleichen Situation befinden sich nun mehrere weitere Kinder.<\/p>\n<p>In Bogot\u00e1 sprachen wir mit Manuel Vega \u00fcber die Gesundheitsprobleme, von denen wir in Provincial Zeuge wurden. Manuel Vega ist Mediziner und arbeitet an der Universidad Externado im Departement f\u00fcr Sozialstudien. Er war an der Studie \u201eCarb\u00f3n t\u00f3xico\u201c[1] beteiligt. Mit dieser Studie konnten unter anderem Zellver\u00e4nderungen an Minenarbeitern durch die Kohlenpartikel festgestellt werden, die l\u00e4ngerfristig das Krebsrisiko erh\u00f6hen. Auch Atemwegserkrankungen, Husten und Grippesymptome sowie die Silikosis oder Staublunge lassen sich auf den Staub der Kohlemine zur\u00fcckf\u00fchren. Bei den Hautkrankheiten ist es gem\u00e4ss Manuel Vega schwieriger, eine direkte Kausalit\u00e4t mit der Mine herzustellen, da es \u00fcberall in der Guajira verschiedene Erkrankungen der Haut gibt. Die generelle mangelnde Hygiene, verschmutztes Wasser wie auch eine schlechte Ern\u00e4hrung k\u00f6nnen zu den Hautkrankheiten beitragen, was teilweise ja wiederum mit der Mine zusammenh\u00e4ngt. Die vergleichenden Studien, Kontrollgruppen etc. der Studie lassen die Schlussfolgerung zu, dass das Hauptproblem f\u00fcr Atemwegserkrankungen sehr wohl im Staub der Mine liegt, und nicht wie von Cerrej\u00f3n behauptet in Praktiken der Gemeinschaften wie kochen mit Holz. Auch unterscheiden sich die Staubpartikel der Mine vom Feinstaub der Strasse oder eines Holzfeuers, da sie u.a. mit Schwermetallpartikeln angereichert sind. Daher sollte Cerrej\u00f3n den lungeng\u00e4ngigen Feinstaub PM2.5 systematischer messen und die Feinstaubelastung viel st\u00e4rker reduzieren. Ein grosses Problem sind auch die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe[2], die ebenfalls krebserregend sein k\u00f6nnen und die v.a. bei der Selbstentz\u00fcndung der Kohle und den Schwelbr\u00e4nden entstehen. Zusammenfassend h\u00e4lt Professor Vega fest, dass Cerrej\u00f3n viel zu wenig mache, um Gesundheitsprobleme wirklich zu verhindern. Zudem sei es ein Skandal, dass die Guajira nach 30 Jahren Bergbau und Bezahlung von Royalties ein so defizit\u00e4res Gesundheitssystem habe.<\/p>\n<p>Provincial versucht sich schon lange gegen all diese Missst\u00e4nde zu wehren. So wurde in Zusammenarbeit mit dem Anwaltskollektiv CAJAR eine umfassende Reparationsforderung an Cerrej\u00f3n eingereicht. W\u00e4hrend den Verhandlungen kam es dann durch die Taktik von Cerrej\u00f3n leider zu einer Spaltung der Gemeinschaft und zur Beg\u00fcnstigung nur eines Teils der Gemeinschaft um den damaligen Gouverneur des Reservates. Der andere Sektor der Gemeinschaft f\u00fchrte 2017 einen dreimonatigen Streik durch, wodurch sie u.a. erreichten, dass Cerrej\u00f3n alle 14 Tage 1000 Liter Wasser pro Familie liefert. Luz Angela Uriana hatte dann wegen der Erkrankung ihres Kindes eine Grundrechtsklage (tutela) eingereicht. Sp\u00e4ter wurden drei weitere Tutelas eingereicht: eine bez\u00fcglich der Umweltverschmutzung und der Erkrankung der Kinder, eine weitere wegen dem Wassermangel und eine letzte bez\u00fcglich der Luftverschmutzung. Teilweise haben diese Klagen Verbesserungen gebracht, so wird beispielsweise Wasser geliefert, die Aufbereitungsanlage f\u00fcr das Wasser aus dem Fluss sollte repariert werden und Cerrej\u00f3n misst bei der Messstation in Provincial auch Feinstaub PM2,5. Entgegen der Abmachung ist beim Ablesen der Monitoringresultate niemand aus der Gemeinschaft dabei und werden die Resultate auch der Gemeinschaft nicht ausgeh\u00e4ndigt.<\/p>\n<p><strong>Unsichere Zukunft f\u00fcr El Roc\u00edo<\/strong><\/p>\n<p>Einen Tag verbrachten wir in der kleinen Wayuu-Gemeinschaft El Roc\u00edo am Oberlauf des Flusses Bruno, wo ich schon im Juli 2019 war. Das Land, worauf El Roc\u00edo liegt, wird von zwei ausw\u00e4rtigen Frauen f\u00fcr sich reklamiert und sie streben eine Zwangsr\u00e4umung der Gemeinschaft an. Im Juli konnten wir u.a. durch meine physische Anwesenheit die R\u00e4umung verhindern, ein weiterer Versuch konnten wir mit Briefen an die Beh\u00f6rden verhindern. Wegen den bevorstehenden Wahlen ist die R\u00e4umung etwas in den Hintergrund ger\u00fcckt, gel\u00f6st ist das Problem trotz verschiedener Rechtsmitteleingaben des CAJAR nicht. Die Gemeinschaft erz\u00e4hlt, wie sie schon lange bevor Titel geltend gemacht werden dort siedelten. Der Gemeinschaftsf\u00fchrer Leobaldo Sierra sagte, dass er im Jahr, als die vermeintlichen Landtitel der beiden Frauen ausgestellt worden seien, bereits zehnj\u00e4hrig gewesen sei. Da er in El Roc\u00edo geboren sei, k\u00f6nne er also kein Eindringling (Invasor) sein. Cerrej\u00f3n selber sagt, sie h\u00e4tten mit diesem Landkonflikt und der angeordneten Zwangsr\u00e4umung nichts zu tun, da sie dort keine Interessen h\u00e4tten. Es gibt jedoch das Expansionsprojekt P60, das El Roc\u00edo umfasst und das zu einer neuen Umleitung des Arroyo Bruno f\u00fchren und viel weiteren tropischen Trockenwald zerst\u00f6ren w\u00fcrde. Da das bisherige Expansionsprojekt P40 mit der ersten Umleitung des Arroyo Bruno und der Ausdehnung des Tajo La Puente noch gerichtlich blockiert ist, ist es um das Projekt P60 ruhig. Die Gemeinschaftsvertreter von El Roc\u00edo bef\u00fcrchten jedoch, dass die geplante Zwangsr\u00e4umung schon mit zuk\u00fcnftigen Expansionspl\u00e4nen zusammenh\u00e4ngen. Transparente Informationen dar\u00fcber gibt es aber nicht.<\/p>\n<p>Mit den Br\u00fcdern Blas und Leobaldo Sierra begaben wir uns in die N\u00e4he der Mine und konnten dort die Abraumhalden und Entw\u00e4sserungskan\u00e4le, sowie ein Sedimentierungsbecken besichtigen. Erstaunlich war, wie viele Kohlenst\u00fccke herumlagen, und wie stark die Erosion der Abraumhalden nun in der Regenzeit ist. Dieses Wasser gelangt in das Sedimentierungsbecken und wird von Zeit zu Zeit in den Arroyo Bruno abgelassen. Als wir vor Ort waren, hatte Cerrej\u00f3n die Regenzeit genutzt und kurz davor viel Wasser abgelassen. Dieses Wasser, das mit all den Auswaschungen der Mine und der Abraumhalden versehen ist, gelangt direkt in den Arroyo Bruno, wahrscheinlich mit Schwermetallen, Schwefel etc. belastet. Nach 100 Metern fliesst dieser Kanal in den nat\u00fcrlichen Lauf des Arroyo Bruno, der dort mit hohen B\u00e4umen und dichtem Wald ges\u00e4umt ist. Ein St\u00fcck weiter unten beginnt die Umleitung. Wir hatten Gelegenheit, mit Cerrej\u00f3n die Umleitung zu besichtigen. Das Bild war ganz anders als im Juli: durch den vielen Regen hat der Arroyo Bruno viel mehr Wasser, so dass auch im k\u00fcnstlichen Kanal Wasser fliesst. Dieses scheint jedoch quantitativ weniger und deutlich tr\u00fcber zu sein als weiter oben in El Roc\u00edo. Der uns begleitende Umweltingenieur von Cerrej\u00f3n war jedoch m\u00e4chtig stolz auf die Fortschritte der Begr\u00fcnung. Tats\u00e4chlich ist dank dem Regen viel Gras gewachsen, die Vegetation ist gr\u00fcn. Aber vom Wald entlang des nat\u00fcrlichen Verlaufs ist es meilenweit entfernt und wie die Vegetation die n\u00e4chste Trockenperiode \u00fcberstehen wird ist noch unsicher. Oberhalb des k\u00fcnstlichen Kanales gibt es relativ hohen Wald, der erst entstanden sei, nachdem Cerrej\u00f3n das Land aufgekauft habe, vorher sei es nur eine Viehweide gewesen.<\/p>\n<p><strong>Verschwindet Manantialito in einem Stausee?<\/strong><\/p>\n<p>Auch in der afrokolumbianischen Gemeinschaft Manantialito gibt es verschiedene Gesundheitsprobleme wie Atemwegserkrankungen und Hautprobleme. Wir konnten mit einer \u00e4lteren Frau sprechen, die l\u00e4ngere Zeit nicht in Manantialito lebte und nach der Pensionierung seit sieben Jahren wieder in Manantialito lebt. Seither hat sie mehr Husten, eine rau-heisere Stimme und insbesondere eiternde Pickel auf der Haut. Die Haut\u00e4rztin in Barranquilla habe es auf die Verschmutzung durch die Mine zur\u00fcckgef\u00fchrt. Weitere Probleme, die h\u00f6chstwahrscheinlich durch die Verschmutzung durch die Kohlenmine verursacht werden, sind mangelndes Wachstum verschiedener Kulturen und Fruchtb\u00e4umen. Der Mais wird nicht mehr so hoch wie fr\u00fcher und die Kolben sind viel kleiner. Verschiedene Fruchtb\u00e4ume bleiben ebenfalls kleiner, manchmal sind die Fr\u00fcchte schrumpfig oder haben Schorf. Wir konnten Zitronenb\u00e4ume mit kranken Bl\u00e4ttern beobachten, an denen eine schwarze Schicht haftet, die trotz des intensiven Regens nicht ganz weg ging. Die Bewohner beklagen auch eine abnehmende Bodenfruchtbarkeit, haben aber keine Studien dar\u00fcber. Wenn es regnet, ist das Wasser von den D\u00e4chern zuerst schwarz und kann f\u00fcr nichts verwendet werden.<\/p>\n<p>Manantialito ist nicht als afrokolumbianische Gemeinschaft anerkannt, obwohl es seit etwa 200 Jahren existiert. Der Urgrossvater der interviewten Frau hatte das Land in Besitz genommen und unter seinen Kindern verteilt. Manantialito hatte eine enge Verbindung zu Las Casitas, welches umgesiedelt wurde. So wurden Produkte ausgetauscht, die Kinder gingen in Las Casitas zur Schule. In Manantialito gibt es keine Schule, so dass Familien mit schulpflichtigen Kindern teilweise in Barrancas leben. So auch Personen, die eine Arbeit gefunden haben. Das kann sich sp\u00e4ter nachteilig auswirken, weil es heisst, dass sie keine festen Bewohner (residentes) seien und deshalb kein Anrecht haben auf Umsiedlung, oder schlechter entsch\u00e4digt werden, wie es in verschiedenen anderen Gemeinschaften auch passierte.<\/p>\n<p>Die Mine ist schon recht nahe, in Sichtdistanz von ein paar Hundert Metern. Es gibt Pl\u00e4ne von Cerrej\u00f3n, die beiden Fl\u00fcsse bei Manantialito, den Mapurito und den Palomino zu stauen. Bis wann das gemacht werden soll, zu welchem Zweck und was mit der Gemeinschaft passieren wird, ist unklar. Die Bev\u00f6lkerung vermutet, dass damit die Fl\u00fcsse trockengelegt werden sollen, um die darunterliegende Kohle abzubauen und das Wasser f\u00fcr den Minenbetrieb zu verwenden. Andere Versionen besagen, dass damit Wasser f\u00fcr die Trockenperioden zur\u00fcckgehalten werden soll, um dann mehr Wasser Richtung Rancheria-Fluss abzulassen, damit dieser mehr Wasser hat und weiterhin das Meer erreicht. Gem\u00e4ss Unterlagen der Mine El Cerrej\u00f3n von 2011 stand der Staudamm an den beiden Fl\u00fcssen im Zusammenhang mit der Umleitung des Flusses Rancheria, um in der Trockenzeit Wasser aus dem Staubecken in den Rancheria zu leiten. Zu den Fragen, ob diese Projekte noch weiterverfolgt werden, wovon deren Umsetzung abh\u00e4ngt und was es f\u00fcr die Anwohner bedeutet, sind Antworten seitens Cerrej\u00f3n noch ausstehend. Cerrej\u00f3n oder Mittelsm\u00e4nner machen immer wieder Angebote, das Land an die Mine zu verkaufen. Es gibt aber keine klare Strategie und Cerrej\u00f3n ist gegen\u00fcber den Bewohnern nicht transparent was deren Zukunft anbelangt. Von Umsiedlung war bisher nicht die Rede, trotzdem haben ein paar Familien ihr Land schon verkauft. Unsere Interviewpartnerin erhielt Angebote, sie solle doch auch verkaufen. Es gab auch indirekte Drohungen, wenn sie nicht verkaufe. Sie hat aber eine grosse Familie, die in Barranquilla lebt und mit denen sie einen Verkauf absprechen und dann den Erl\u00f6s auch teilen m\u00fcsste. Sie will dieses Land aber erhalten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kolko.net\/askonline\/publikationen\/monatsberichte\/umweltprobleme-und-gesundheit-in-provincial\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.rosalux.org.ec\/carbon-toxico\/\">https:\/\/www.rosalux.org.ec\/carbon-toxico\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kolko.net\/askonline\/publikationen\/monatsberichte\/umweltprobleme-und-gesundheit-in-provincial\/#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polycyclische_aromatische_Kohlenwasserstoffe\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polycyclische_aromatische_Kohlenwasserstoffe<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Monatsbericht_Oktober_2019_Cerrejonreise_011.pdf&#8220; url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; locked=&#8220;off&#8220;]<br \/>\n[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/ea293df72b1.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/78e3c5397a1.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/8e632f01d31.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/250aee1a581.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2f2147232d1.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Oktober 2019 war ich erneut zehn Tage in der Guajira und begleitete ein Filmteam. 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