{"id":5285,"date":"2019-06-28T09:34:00","date_gmt":"2019-06-28T07:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ask.almargen.de\/?p=5285"},"modified":"2019-11-20T09:43:22","modified_gmt":"2019-11-20T08:43:22","slug":"postkonflikt-hartnaeckige-geschlechtsspezifische-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/frieden\/postkonflikt-hartnaeckige-geschlechtsspezifische-gewalt","title":{"rendered":"Postkonflikt: hartn\u00e4ckige geschlechtsspezifische Gewalt"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Fabian Dreher<\/em><\/p>\n<p>Das hartn\u00e4ckige Fortbestehen geschlechtsspezifischer Gewalt ist ein Hindernis f\u00fcr den territorialen Frieden in Kolumbien. In den ehemals vom bewaffneten Konflikt betroffenen Gebieten ist die Reduktion von geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt ein entscheidender Faktor zur Verankerung des sozialen Friedens.<\/p>\n<p>Zusammen mit den Frauen und LGBTI-Gemeinschaften von drei vom bewaffneten Konflikt betroffenen Regionen \u2013 Puerto As\u00eds und San Miguel (Putumayo), Apartad\u00f3 (Antioquia) und Tumaco (Nari\u00f1o) \u2013 erarbeitete die Stiftung Fundaci\u00f3n Ideas para la Paz (FIP) die Herausforderungen der geschlechtsspezifischen Gewalt f\u00fcr den Frieden. Der Bericht Las violencias de g\u00e9nero en la transici\u00f3n: legados del conflicto armado y desaf\u00edos para la paz[1] fasst diese Herausforderungen zusammen und entwickelt Empfehlungen, um die Frauen und LGBTI-Personen in den Aufbau des territorialen Friedens in den Regionen einzubeziehen.<\/p>\n<p>Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC hat sich die humanit\u00e4re Lage in den vom bewaffneten Konflikt betroffenen Gebieten verschlechtert. Damit einhergehend hat auch die geschlechtsspezifische Gewalt in diesen Regionen deutlich zugenommen. Insbesondere die bewaffneten Auseinandersetzungen illegaler Gruppierungen um die territoriale Kontrolle tragen zur Gewalt an Frauen und LGBTI-Personen sowie zur lokal verbreiteten Unsicherheit bei. Wie in ganz Kolumbien haben Sexualdelikte und h\u00e4usliche Gewalt zwischen 2010 und 2018 mehr oder weniger kontinuierlich zugenommen.<\/p>\n<p>Verschiedene Faktoren tragen zu dieser Entwicklung bei. Bei den Beh\u00f6rden geniesst die Bek\u00e4mpfung der sexuellen und h\u00e4uslichen Gewalt keinen hohen Stellenwert. In den vom bewaffneten Konflikt betroffenen Gebieten kommt hinzu, dass verschiedene staatliche Beh\u00f6rden schlicht gar nicht existieren oder kaum \u00fcber eine Durchsetzungsmacht verf\u00fcgen. Oder dass die lokale Bev\u00f6lkerung ihnen auf Grund des Verhaltens der \u00f6ffentlichen Sicherheitskr\u00e4fte misstraut. Teils haben bewaffnete illegale Gruppierungen in den von ihnen kontrollierten Gebieten staatliche Funktionen (Sicherheit, Justiz, etc.) \u00fcbernommen. Diese Gruppierungen richteten sich aber meist mindestens so stark wie die staatlichen Beh\u00f6rden nach Geschlechtsstereotypen. Autonomie und Sicherheit von Frauen sowie LGTBI-Personen wurden dadurch nicht gest\u00e4rkt. Geschlechtsstereotypien sind kulturelle Ph\u00e4nomene, die unabh\u00e4ngig vom bewaffneten Konflikt die gesamte Gesellschaft Kolumbiens durchdringen. Illegale bewaffnete Gruppierungen machen sich jedoch die sexuelle Gewalt als Form der sozialen Kontrolle von Frauen und Kindern zu Nutze.<\/p>\n<p>In den vom bewaffneten Konflikt betroffenen Gebieten \u00fcberlagern sich physische und wirtschaftliche Gewalt. Da Frauen und von Frauen gef\u00fchrte Haushalte \u00fcberdurchschnittlich wirtschaftlich verletzlich sind, k\u00f6nnen sie sich auch \u00fcberdurchschnittlich schlecht vor Gewalt sch\u00fctzen. Besonders verletzlich sind dabei LGBTI-Personen, die oft am Rande der Gesellschaft leben und von ihren Familien sowie der lokalen Gemeinschaften ausgegrenzt werden. Ihre Marginalisierung macht sie besonders anf\u00e4llig f\u00fcr gewaltsame \u00dcbergriffe.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen nun Frauen und LGBTI-Personen besser in die Friedensf\u00f6rderung und die territoriale Entwicklung integriert werden? Erstens ben\u00f6tigt die Politik f\u00fcr Sicherheit und Zusammenleben (Pol\u00edtica de Seguridad y Convivencia) der kolumbianischen Regierung eine Geschlechterperspektive. Im Zentrum stehen dabei Fragen zu den Auswirkungen milit\u00e4rischer Eins\u00e4tze auf die geschlechtsspezifische Gewalt. Die Massnahmen des Verteidigungsministeriums zur Wiederherstellung der territorialen Kontrolle m\u00fcssen unbedingt auf ihre Auswirkungen auf die sexuelle Gewalt und die Sicherheit von Frauen und LGBTI-Personen \u00fcberpr\u00fcft werden. Zweitens sollte die Regierung Kolumbiens sicherstellen, dass die Geschlechterperspektive nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch bei der lokalen Umsetzung des Friedensabkommens \u00fcberall zur Anwendung kommt. Dazu geh\u00f6ren auch die Anliegen der LGBTI-Personen, die teils spezifischen Diskriminierungen ausgesetzt sind. So ist es gem\u00e4ss Dekret 762 von 2018 auch Aufgabe der nationalen Regierung, die Mittel zum Schutz der sozialen Rechte von LGBTI-Personen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Drittens muss die kolumbianische Regierung f\u00fcr hindernis- und diskriminierungsfreien Zugang aller zum \u00f6ffentlichen Raum sorgen. Dabei spielen die lokalen Aktionskomitees eine entscheidende Rolle in der Garantie von Sicherheit und Pr\u00e4vention von Gewalt, insbesondere in Gemeinschaften, in denen Frauen und LGBTI-Personen eine zentrale Rolle spielen.<\/p>\n<p>Viertens muss der Zugang zur Justiz f\u00fcr alle, insbesondere auch f\u00fcr \u00f6konomisch Schwache, Marginalisierte und LGBTI-Personen sichergestellt werden. Dies tr\u00e4gt stark zum Sicherheitsgef\u00fchl der von Gewalt betroffenen Bev\u00f6lkerung bei. Generell m\u00fcssen Frauen und LGBTI-Personen in alle Entscheide, die sie betreffen einbezogen werden. Wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit tr\u00e4gt dabei \u00fcberproportional zur Sicherheit von Frauen und LGBTI-Personen und zur Bek\u00e4mpfung sexueller und h\u00e4uslicher Gewalt bei. Auch der privatwirtschaftliche Sektor sollte in diese Entwicklungen eingebunden werden. Als \u00f6konomische Subjekte tragen Frauen in zunehmendem Masse zu einer starken lokalen Wirtschaft bei.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn1\" href=\"\/Fabian\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2019_Newsletter\/2019.06%20Newsletter%20593\/Newsletter593_Artikel%20Geschlechtsspezifische%20Gewalt.doc#_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a><span>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.ideaspaz.org\/media\/website\/FIP_SerieLGBTI_Docu_estrategico.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.ideaspaz.org\/media\/website\/FIP_SerieLGBTI_Docu_estrategico.pdf<\/a><\/span><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/fileadmin\/user_upload\/documents\/Thema_Friedensfoerderung\/Wahrheit_Gerechtigkeit\/Newsletter593_Artikel_Geschlechtsspezifische_Gewalt.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; text_font_size=&#8220;12px&#8220; text_orientation=&#8220;right&#8220; custom_margin=&#8220;-26px|||||&#8220;]<p>@ Copyright<\/p>\n[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/31118951981.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/b415e9fdab1.jpg&#8220; show_in_lightbox=&#8220;on&#8220; align=&#8220;center&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hartn\u00e4ckige Fortbestehen geschlechtsspezifischer Gewalt ist ein Hindernis f\u00fcr den territorialen Frieden in Kolumbien. 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