{"id":4883,"date":"2019-03-29T22:17:11","date_gmt":"2019-03-29T21:17:11","guid":{"rendered":"http:\/\/ask.almargen.de\/?p=4883"},"modified":"2019-11-26T07:48:50","modified_gmt":"2019-11-26T06:48:50","slug":"innenansichten-eines-friedensprozesses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/innenansichten-eines-friedensprozesses","title":{"rendered":"Innenansichten eines Friedensprozesses"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.2&#8243; text_font=&#8220;Noto Serif||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<p><em>Von Stephan Suhner<\/em><\/p>\n<p>Am 27. M\u00e4rz organisierte die ask! einen Austausch mit der Kolumbianerin Maria Jimena Duz\u00e1n in Bern. Duz\u00e1n ist eine der herausragenden Journalistinnen Kolumbiens und hat vor kurzem ein Buch \u00fcber den ehemaligen Pr\u00e4sidenten Santos und den Friedensprozess[1] publiziert. Aufgrund ihrer breiten journalistischen Erfahrung konnte sie uns ein \u00e4usserst differenziertes Bild \u00fcber die aktuelle Lage in Kolumbien vermitteln. Duz\u00e1n blickt auf \u00fcber dreissig Jahre Erfahrung als Journalistin zur\u00fcck, und verglichen mit fr\u00fcheren Friedensprozessen oder Gewalterfahrungen der 1980er und 1990er Jahre scheint ihr die aktuelle Situation daher weniger schwarz als viele glauben. Es gibt laut Duz\u00e1n auch durchaus Grund f\u00fcr Hoffnung.<\/p>\n<p>F\u00fcr Duz\u00e1n ist das Land nicht nur einfach zwischen dem Lager der Anh\u00e4ngerInnen von \u00c1lvaro Uribe und dessen GegnerInnen gespalten. Es ist viel farbiger, es gibt viel mehr verschiedene Stimmen, junge Leute die in die Politik eingestiegen sind. Die Linke hat im Parlament und in vielen Bereichen des \u00f6ffentlichen Lebens an Spielraum gewonnen. Es gibt mehrere erfolgreiche B\u00fcrgermeister und Gouverneure aus dem Mitte-Links-Spektrum, wie beispielsweise Carlos Caicedo, B\u00fcrgermeister von Santa Marta und wahrscheinlich n\u00e4chster Gouverneur des Departements Magdalena, der sich gegen Korruption und Paramilit\u00e4rs stellt. Ein weiteres Beispiel f\u00fcr eine gute Amtsf\u00fchrung ist der aktuelle Gouverneur von Nari\u00f1o, Camilo Romero. Weiter Beispiele f\u00fcr gute, fortschrittliche Regierungen sind Sergio Fajardo und Antonio Navarro. Claudia Lopez k\u00f6nnte die n\u00e4chste B\u00fcrgermeisterin von Bogot\u00e1 werden. Bogot\u00e1 tickt anders als der Rest des Landes, eine satte Mehrheit w\u00e4hlt eher links, Stimmenkauf ist kaum m\u00f6glich. Deutliche Kritik \u00e4ussert Duz\u00e1n an Gustavo Petro, dessen Ideen sie grunds\u00e4tzlich sehr sch\u00e4tzt. Er habe die richtige Vision f\u00fcr Bogot\u00e1, aber er hatte keine gute Verwaltung. Er f\u00fchrte nicht aus, es fehlte ihm ein gutes Team. Duz\u00e1n hofft, dass Claudia L\u00f3pez von den anderen positiven Erfahrungen lernt und nicht die Fehler von Petro wiederholt.<\/p>\n<p>Duz\u00e1n l\u00e4dt auch ein, das Friedensabkommen und dessen Implementierung in einer breiten Perspektive anzuschauen. Es geht aus ihrer Perspektive nicht nur darum, wie die einzelnen Punkte des Abkommens implementiert werden oder auch nicht. Das Abkommen hat weit mehr ver\u00e4ndert und ausgel\u00f6st. Mit dem Abkommen seien demokratische T\u00fcren ge\u00f6ffnet worden, die das Land langfristig ver\u00e4ndern werden. So gibt es heute viel mehr soziale Netzwerke, die Bev\u00f6lkerung, vor allem die Jungen, gehen wieder auf die Strasse und mobilisieren. Die Generation zwischen 30 und 40 Jahren sei w\u00e4hrend der Zeit von Uribe sozialisiert worden, die Leute um die 20 Jahre durch acht Jahre Santos, wo der Friedensprozess das bestimmende Thema gewesen sei. Ihre Tochter gehe wieder auf die Strasse protestieren, wie sie selber es mit 20 auch gemacht habe. Das gebe ihr Hoffnung, dass die Jugend Kolumbiens andere Bilder im Kopf hat, nicht mehr nur den Krieg kennt und f\u00fcr eine gute Zukunft k\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Interessant waren auch ihre Ausf\u00fchrungen zu Pr\u00e4sident Santos und \u201eseinem\u201c Friedensprozess. Santos geh\u00f6rt zu modernen Elite Kolumbiens, er steht in der Tradition von Pr\u00e4sidenten wie Lopez Pumarejo mit der Revoluci\u00f3n en Marcha[2] von 1936, oder den Reformideen zu Beginn der Nationalen Front, und den Verfechtern der neuen Verfassung von 1991. Mit dem Friedensabkommen sollten viele dieser nie wirklich umgesetzten Reformen erreicht werden. Das Friedensabkommen ist aber sehr ambitioniert, es handelt sich mit all den Artikeln fast um eine neue Verfassung, ein Modernisierungsprojekt f\u00fcr das Land, das helfen soll, die Verfassung von 1991 umzusetzen. Santos griff mit dem Abkommen grundlegende Reformen auf, die nie gemacht wurden: so will er keine umfassende Landreform umsetzen, sondern die Kataster modernisieren und aktualisieren und die Landtitulierung formalisieren. Das alleine ist aber nach Ansicht von Duz\u00e1n schon revolution\u00e4r und schw\u00e4cht die Stellung der Grossgrundbesitzer, nebst dem dass es mehr Steuergelder in die Staatskasse sp\u00fclt. Die FARC waren sich bewusst, das sie nicht die Waffen abgeben, um im Gegenzug eine Revolution zu bekommen, was ein bedeutender Schritt ist.<\/p>\n<p>Santos habe geahnt, dass es schwierig sein w\u00fcrde, so viele Reformen in das Abkommen zu packen, aber er habe nicht gewusst, dass die Umsetzung so schwierig werden w\u00fcrde. Um das Projekt im Parlament durchzubringen, musste er schmieren und Posten verteilen. Am Schluss wurde er von seiner eigenen Partei erpresst und hatte keine Posten mehr zu verteilen. Seine ersten vier Jahre waren in der Meinung von Maria Jimena die besten, da war er noch frei und konnte so wichtige Gesetze wie das Opfer- und Landr\u00fcckgabegesetz durchbringen. Nach der Wiederwahl wurde er zur Geisel der politischen Klasse, die ihn wiedergew\u00e4hlt hat. Am Ende war Santos politisch isoliert, auch die UnternehmerInnen hatten sich von ihm abgewandt, weil er es wagte, ihnen die Steuern zu erh\u00f6hen. Santos pr\u00e4sentierte das Abkommen in seinem politisch schw\u00e4chsten Moment, trotzdem ist es ihm am Schluss gelungen, so wichtige Punkte wie die \u00dcbergangsjustiz, die das Justizwesen auf 30 Jahre hinaus reformiert, oder die lokalen Entwicklungspl\u00e4ne (PDET) durchzubringen.<\/p>\n<p>Duz\u00e1n zieht auch \u00fcber die Umsetzung des Abkommens ein recht positives Fazit und relativiert die Angriffe des Centro Democr\u00e1tico und von Uribe. Hoffnung macht ihr, dass die Zivilgesellschaft erwacht ist und nachdem sie beim Plebiszit das Nein gewinnen lies nun wieder mobilisiert und demonstriert, wie z.B. zu Beginn der Regierung Duque die StudentInnen. Die Bev\u00f6lkerung sei erwacht und beginne, die R\u00e4ume die das Abkommen er\u00f6ffne zu nutzen und auch das Abkommen selbst sich anzueignen. Immer mehr Leuten werde klar, dass es \u00fcberstiegene Erwartungen gab, dass eine Unterschrift allein noch keinen Frieden bedeutet, dass die Bev\u00f6lkerung das Abkommen verinnerlichen und umsetzen muss. So werden die regionalen Entwicklungspl\u00e4ne (PDET) umgesetzt, es gibt mittlerweile 27, und die Opposition und die Regionen machten massiv Druck daf\u00fcr; zudem sei Duque durch ein Urteil des Verfassungsgerichts gezwungen, die Pl\u00e4ne umzusetzen. Duz\u00e1n best\u00e4tigt, dass Duque, Uribe und das Centro Democr\u00e1tico verschiedene Elemente des Abkommens angreifen, sie ab\u00e4ndern oder annullieren wollen, doch dies sei alles nicht so einfach. So f\u00fchre Duque zwar keine Agrarreform durch, die geplante Ab\u00e4nderung des Opfer- und Landr\u00fcckgabegesetzes sei aber nicht so einfach, es brauche mehrere parlamentarische Debatten und Duque habe daf\u00fcr keine sicheren parlamentarischen Mehrheiten.<\/p>\n<p>Bei der Drogenpolitik stehe Duque unter grossem Druck der USA, Kokapflanzungen gewaltsam zu eliminieren, unter anderem mit Bespr\u00fchungen aus der Luft. Duque kann aber nicht einfach so die Bespr\u00fchungen mit Glyphosat wieder aufnehmen, da ein Urteil des Verfassungsgerichts dies wegen Problemen f\u00fcr die Gesundheit verboten hat. So sucht Duque angestrengt nach Alternativen. Obwohl weiterhin Personen umkommen und in Regionen wie Tumaco und Catatumbo die Situation schlimm sei, sei es kein Vergleich zur Lage vor zehn Jahren. Die Gewalt habe insgesamt stark abgenommen, der Wegfall der FARC habe die Sicherheitslage grundlegend ver\u00e4ndert. Die Angriffe auf die Wahrheitssuche und die \u00dcbergangsjustiz sieht Duz\u00e1n zwar als l\u00e4stig, aber auch als im Grossen und Ganzen wirkungslos. So sei das Centro Nacional de Memoria Historica (CNMH) nicht mehr das einzige Zentrum zur Wahrheitssuche, es gibt daneben die Wahrheitskommission (CEV) und die \u00dcbergangsjustiz (JEP). Das relativiere den Schaden, den der neue Direktor des CNMH, der den bewaffneten Konflikt leugnet, anrichte. Auch sei es nicht einfach die JEP und die CEV zu beseitigen, da beide in Gesetzen festgeschrieben und vom Verfassungsgericht abgesegnet sind. Um dies zu \u00e4ndern, d\u00fcrften die vier Jahre von Duque kaum ausreichen.<\/p>\n<p>Die FARC habe das Abkommen erf\u00fcllt, die Dissidenten wie z.B. alias Gaucho seien nicht auf den offiziellen Listen der FARC zur Demobilisierung gestanden. Die Wiedereingliederung der ehemaligen Guerilleros funktioniere, wenn auch langsam. Auch werden die FARC-Mitglieder von der Armee gesch\u00fctzt. In ihrem Buch schildert Duz\u00e1n eindr\u00fccklich, wie sich Armee- und FARC-Angeh\u00f6rige in Havanna begegnen, die sich kurz vorher bis auf den Tod bek\u00e4mpft haben. Da beide Seiten den Krieg kennen, h\u00e4tten sie sich gut verstanden und die Demobilisierung und Waffenabgabe rasch verhandelt gehabt. Es sei das erste Friedensabkommen, in dem die Armee eingebunden sei und daher den Prozess nicht torpediere. Daher w\u00fcrde die Armee die FARC auch sch\u00fctzen, es habe bei allen Verschiebungen von FARC-Kadern in Kolumbien und bei den Massenbewegungen in die Konzentrations- und \u00dcbergangsr\u00e4ume keinen einzigen Toten gegeben. Seit dem Abkommen seien zwar 98 FARC-Mitglieder, alles einfache Mitglieder, umgekommen, aber das sei wenig wenn man bedenke, wie fr\u00fcher Guerillabewegungen nach der Demobilisierung ausgerottet worden seien, wie zum Beispiel das M-19. Auch gebe es heute daf\u00fcr einen UN-Sonderberichterstatter, der sich nur um die ermordeten FARC-Mitglieder und sozialen F\u00fchrungspersonen k\u00fcmmere und sehr gr\u00fcndliche Untersuchungen durchf\u00fchre.<\/p>\n<p>Ein grosses Problem in den ganzen Friedensverhandlungen sei die Geheimhaltung gewesen. Duz\u00e1n war eine der wenigen Journalistinnen, die nach Havanna gehen konnte, und sie habe viel und lange mit den Verhandlungsdelegationen gestritten, um Informationen zu erhalten. Die ersten Interviews mit FARC-Kommandanten seien schrecklich gewesen, da diese die JournalistInnen generell als Gegner betrachtet h\u00e4tten. Die Geheimhaltung sei vermutlich notwendig gewesen, damit die Verhandlungen Erfolg haben konnten, aber die fehlenden Informationen h\u00e4tten schlussendlich zu einer Ablehnung an der Urne gef\u00fchrt. Santos dachte, wenn wenig dar\u00fcber bekannt sei, k\u00f6nnten die Gegner keine falschen Informationen verbreiten. Das Gegenteil war aber der Fall: da kaum jemand wusste, was genau im Abkommen stand, konnten die Gegner verschiedene L\u00fcgen in die Welt setzen. Eine war, dass das Abkommen die traditionelle Familie zerst\u00f6re und in den Schulen zu Homosexualit\u00e4t erziehe. Duz\u00e1n meint dazu, dass es diese traditionelle Familie ja gar nicht gebe, sondern vor allem extrem viele alleinerziehende M\u00fctter. Das Abkommen habe aber gerade diesen Familien geholfen, in dem sie den Frauen Rechte gab, z.B. auf Land und die M\u00f6glichkeit Bankkredite zu erhalten. Trotzdem haben die Argumente gegen die \u201eGenderideologie\u201c bei den konservativen Unterschichten verfangen. Eine weitere L\u00fcge wurde \u00fcber die Summe, die jeder Guerillero bekomme, verbreitet. Statt der monatlich 800\u2018000 Pesos behaupteten die Gegner, jeder Guerillero bekomme monatlich 4 Millionen, viel mehr als die meisten Mittelklassearbeiter, womit auch diese aus Neid und Wut nicht f\u00fcr das Abkommen stimmten. Zudem wurde verbreitet, dass die Gelder f\u00fcr die FARC von den Geldern der Rentenzahlungen abgezogen w\u00fcrden, womit auch die Rentner zu Gegnern des Friedensabkommens wurden. Duz\u00e1n ist aber der Meinung, dass die Lage heute nicht wesentlich anders w\u00e4re, wenn das Plebiszit 2016 angenommen worden w\u00e4re, die Gegner h\u00e4tten trotzdem dagegen geschossen und die Umsetzung w\u00e4re ebenfalls harzig geblieben.<\/p>\n<p>Auch heute wird in Bezug auf die Umsetzung des Friedensabkommens viel Unwahrheit verbreitet. So behauptet die Regierung, die Einw\u00e4nde Duques gegen das Ausf\u00fchrungsgesetz der \u00dcbergangsjustiz seien zum Schutz der Opfer, w\u00e4hrend das Gegenteil zutrifft. Interessanterweise sind die Armeeangeh\u00f6rigen, und insbesondere die Gener\u00e4le die besten Verteidiger der \u00dcbergangsjustiz. Die ordin\u00e4re Justiz hat z.B. wegen den falsos positivos noch keinen einzigen General verurteilt und nur wenige Brigadiers und Hauptm\u00e4nner. Verurteilt wurden vor allem Soldaten und Unteroffiziere. Der Internationale Strafgerichtshof hat deshalb ein Auge auf die \u00dcbergangsjustiz geworfen: wenn diese nicht funktioniert, wird der Internationale Strafgerichtshof aktiv. Dort drohen 60 Jahre Haft statt der acht Jahre bei der JEP, im Austausch gegen vollst\u00e4ndige Wahrheit. Die Staatsanw\u00e4lte der JEP f\u00fchren Untersuchungen gegen Personen durch, die sich der JEP unterstellen, und erst nach Abschluss der Untersuchung wird die Person zum Aussagen vorgeladen. Dann wird geschaut, ob das was er erz\u00e4hlt, dem entspricht was die Untersuchung ergab. Kooperiert er nicht mit der ganzen Wahrheit, gibt es 20 Jahre Haft. Die Armeeangeh\u00f6rigen wollen auch keinen separaten Gerichtssaal nur f\u00fcr Armeeangeh\u00f6rige, sie wollen eine funktionierende JEP, um nicht dem Internationalen Strafgerichtshof ausgeliefert zu werden. Duque und insbesondere Uribe haben Angst vor der Wahrheit, weil die falsos positivos Teil der Strategie ihrer Sicherheitspolitik der \u201edemokratischen Sicherheit\u201c war. Auch stimmt es nicht, dass kein Geld f\u00fcr die Entsch\u00e4digung der Opfer vorhanden sei, Santos hatte das Geld bereitgelegt. Es werden immer wieder plumpe Inszenierungen vorbereitet, um die JEP in Verruf zu bringen. So hat Duz\u00e1n die Nachricht des Generalstaatsanwaltes geh\u00f6rt, dass ein Magistrat der JEP erwischt worden sei, als er Geld entgegengenommen habe, um im Falle Santrich zu intervenieren. Da ihr die Geschichte komisch vorkam, begann sie nachzuforschen. Was sie herausgefunden hat: erstens war es kein Magistrat, sondern ein Assistent. Dieser war tats\u00e4chlich korrupt und soll bestraft werden. Der \u00dcberbringer des Geldes war ein Paramilit\u00e4r von Uribe, und das Geld stammte von der Generalstaatsanwaltschaft selbst!<\/p>\n<p>Duz\u00e1n spricht von ihrem Buch als einem Politthriller, auf Grund all der Interviews die sie f\u00fchren konnte und all der Anekdoten, die im Buch vorkommen. So schildert sie die erste Begegnung zwischen Antonio Lozada von den FARC und dem General Rojas. Bei einem Angriff, der von General Rojas befehligt wurde, kam Antonio Lozada beinahe um, Rojas dachte auch tats\u00e4chlich, dass Lozada tot sei, und pl\u00f6tzlich steht er in Havanna vor ihm. Lozada spricht General Rojas am Schluss darauf an, dass beim Angriff all seine pers\u00f6nlichen Habseligkeiten durch die Armee mitgenommen worden seien, unter anderem ein Fotoalbum mit den einzigen Fotos seiner Kinder. Rojas meinte, dass wenn es die Armee mitgenommen habe, es irgendwo sein m\u00fcsse, da die Armee nichts verliere. Vier Monate sp\u00e4ter, bei der Feier zur Unterzeichnung der Entwaffnungsvereinbarung \u00fcbergab General Rojas tats\u00e4chlich das Fotoalbum an Antonio Lozada. An einer anderen Stelle schildert Duz\u00e1n, wie ihr der paramilit\u00e4rische Kommandant Alem\u00e1n seine Version des angeblichen Fussballspiels mit dem Kopf eines get\u00f6teten Afrokolumbianers erz\u00e4hlte. Dieser Bauer habe sich einem hohen Milit\u00e4r in den Weg gestellt, und dieser Milit\u00e4r habe mit einer Machete zu fuchteln begonnen Als ihm diese aus der Hand glitt, trennte sie dabei den Kopf des Bauern ab. Der hohe Milit\u00e4r sei dem kollernden Kopf nachgerannt und habe ihn zur\u00fcckgebracht und bei der Leiche platziert. Ein anderer Armeeangeh\u00f6riger habe dann nur gemeint, der Kopf nutze nichts mehr, man solle Fussball damit spielen. Man k\u00f6nnte Duz\u00e1n zwischen Staunen und Schaudern stundenlang zuh\u00f6ren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/friedensfoerderung\/friedensverhandlungen\/innenansicht-eines-friedensprozess-interview-duzan\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.casadellibro.com\/libro-santos-paradojas-de-la-paz-y-del-poder\/9788499929163\/6805981\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.casadellibro.com\/libro-santos-paradojas-de-la-paz-y-del-poder\/9788499929163\/6805981<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/friedensfoerderung\/friedensverhandlungen\/innenansicht-eines-friedensprozess-interview-duzan\/#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Alfonso_L%C3%B3pez_Pumarejo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Alfonso_L%C3%B3pez_Pumarejo<\/a><\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.2&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; locked=&#8220;off&#8220; button_url=&#8220;\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Newsletter590_Artikel_Duzan_FD1.pdf&#8220;]\r[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Buch_Duzan_ueber_Santos1.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.2&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; force_fullwidth=&#8220;on&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. 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