{"id":4335,"date":"2019-06-28T22:50:29","date_gmt":"2019-06-28T20:50:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ask.almargen.de\/?p=4335"},"modified":"2019-10-21T21:25:48","modified_gmt":"2019-10-21T19:25:48","slug":"auswirkungen-des-bewaffneten-konflikts-im-cauca","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kolko.net\/askonline\/themen\/auswirkungen-des-bewaffneten-konflikts-im-cauca","title":{"rendered":"Auswirkungen des bewaffneten Konflikts im Cauca"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_margin=&#8220;-22px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_post_title author=&#8220;off&#8220; categories=&#8220;off&#8220; comments=&#8220;off&#8220; featured_image=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; title_font=&#8220;|800|||||||&#8220; title_text_color=&#8220;#f39900&#8243; custom_padding=&#8220;||10px||false|false&#8220; border_width_bottom=&#8220;2px&#8220; border_color_bottom=&#8220;#f39900&#8243;][\/et_pb_post_title][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;]<\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC in einigen Gebieten Kolumbiens zu einem R\u00fcckgang der Gewalt gef\u00fchrt hat, ist im Departement Cauca das Gegenteil der Fall. Der bewaffnete soziale Konflikt hat im Cauca 2018 und 2019 zu einer Zunahme der Gewalt und Menschenrechtsverletzungen gef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p>Wie bereits in der Vergangenheit ist auch die aktuelle Gewaltwelle vor allem auf strukturelle Ursachen zur\u00fcck zu f\u00fchren, die mit dem offiziellen Ende des bewaffneten Konflikts kaum angetastet wurden. W\u00e4hrend ein Grossteil der Bev\u00f6lkerung kaum ihre Grundbed\u00fcrfnisse befriedigen kann, teilt eine kleine \u201cElite\u201c die politische und wirtschaftliche Macht unter sich auf.<\/p>\n<p>Von der endemischen Gewalt ist das Departement Cauca besonders betroffen. Eine grosse Mehrheit der Morde, Drohungen und anderen Gewaltakte trifft F\u00fchrungspersonen lokaler Aktionsgruppen oder von Opferorganisationen, die an der Umsetzung von Massnahmen des Friedensabkommens teilnehmen: am freiwilligen Ersatz illegaler Pflanzungen sowie an Landr\u00fcckgabeprozessen. Berichte der Vereinten Nationen sowie des Menschenrechtsombudsmanns weisen seit langem auf die gef\u00e4hrliche Lage insbesondere im Nordcauca hin[1].<\/p>\n<p>Der kolumbianische Staat bestreitet immer wieder die Existenz paramilit\u00e4rischer Gruppierungen und bezeichnet diese verharmlosend als kriminelle Banden (BACRIM) oder organisierte bewaffnete Gruppen (GAO). Er versucht damit seine Mitverantwortung zu verschleiern. Die paramilit\u00e4rischen Gruppierungen konnten nur dank staatlicher Duldung entstehen und verlassen sich bis heute auf diese Unterst\u00fctzung. Sie finanzieren sich heute haupts\u00e4chlich \u00fcber illegale \u00d6konomien wie illegalen Bergbau, Drogenhandel, Schmuggel, etc. Im Zweifelsfall verteidigen sie jedoch weiterhin die Interessen der Besitzenden und M\u00e4chtigen. Im Cauca sind heute verschiedene paramilit\u00e4rische Gruppierungen aktiv, darunter die AGC und Tochterorganisationen sowie die \u00c1guilas Negras. Sie setzen auf unterschiedliche Strategien, gemeinsam ist ihnen jedoch das Ziel territorialer und sozialer Kontrolle.<\/p>\n<p>In weiten Gebieten des Cauca ist der Staat bis heute nur mit den staatlichen Sicherheitskr\u00e4ften pr\u00e4sent. Dies wird sich auch unter dem amtierenden Pr\u00e4sidenten Duque nicht \u00e4ndern, strebt er doch eine zunehmende Militarisierung der von sozialen und bewaffneten Konflikten betroffenen Regionen an. Mehr Milit\u00e4r wird jedoch die dem Konflikt zugrunde liegenden strukturellen Ursachen nicht beheben. F\u00fcr die Bev\u00f6lkerung des Cauca stellt die staatliche Armee einfach ein weiterer Akteur in bewaffneten Konflikt dar. Die Sicherheit der ortsans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung steht kaum im Zentrum der Einsatzplanung der Armee.<\/p>\n<p>Die kleinb\u00e4uerlichen, indigenen und afrokolumbianischen Gemeinschaften des Cauca (und teils auch der umliegenden Departemente) haben in den vergangenen Jahrhunderten ihre Regionen meist ohne grossen Einfluss der staatlichen Beh\u00f6rden aus Bogot\u00e1 entwickelt. Entsprechend widersetzen sie sich auch oft den von der Zentralregierung verordneten Entwicklungspl\u00e4nen. Streiks und soziale Proteste haben eine lange Tradition in der Region. Gleichzeitig war und ist der Cauca \u00fcberdurchschnittlich vom bewaffneten Konflikt betroffen. Die meisten kleinb\u00e4uerlichen, indigenen und afrokolumbianischen Organisationen und F\u00fchrungspersonen leben entsprechend auch unter konstanter Bedrohung.<\/p>\n<p>Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der Regierung und den FARC 2016 haben die bewaffneten Auseinandersetzungen im Cauca deutlich zugenommen. Neben verschiedenen paramilit\u00e4rischen Gruppierungen (AGC, AUC, \u00c1guilas Negras) hat auch das ELN seine Pr\u00e4senz in der Gegend deutlich erh\u00f6ht. Das EPL hat neben seinem angestammten Gebiet im Catatumbo im Nordcauca eine zweite Front er\u00f6ffnet, zudem sind mindestens zwei Gruppierungen dissidenter FARC-K\u00e4mpferInnen in der Region aktiv. Oft sind die Aufstandsbewegungen jedoch kaum mehr von den \u00fcbrigen illegalen bewaffneten Organisationen zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Es ist also kein Wunder erreicht die Gewalt gegen MenschenrechtsverteidigerInnen, soziale F\u00fchrungspersonen und ehemalige FARC-K\u00e4mpferInnen 2018 und 2019 H\u00f6chstwerte. Mehr als 20 Prozent der zwischen Januar 2016 und Mai 2019 ermordeten sozialen F\u00fchrungspersonen wurden im Cauca get\u00f6tet. Damit steht das Departement Cauca noch vor Antioquia an der nationalen Spitze. Auch bei Drohungen und gewaltt\u00e4tigen Anschl\u00e4gen liegt der Cauca an der Spitze. Wie auch in anderen Gebieten, die vom bewaffneten Konflikt betroffen sind, zeigt sich im Cauca deutlich das Versagen des kolumbianischen Staates f\u00fcr die Sicherheit seiner Bev\u00f6lkerung zu sorgen. Zentral dabei ist neben den strukturellen Ursachen vor allem die Weigerung der Regierung unter Pr\u00e4sident Duque, das Friedensabkommen mit den FARC umzusetzen. Solange die Regierung auf Militarisierung statt auf l\u00e4ndliche Entwicklung in Zusammenarbeit mit der Bev\u00f6lkerung setzt, bleibt der Frieden im Cauca wohl ein ferner Traum.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn1\" href=\"file:\/\/\/Y:\/Fabian\/04%20Kommunikation\/Newsletter\/2019_Newsletter\/2019.06%20Newsletter%20593\/Newsletter593_Artikel%20Nordcauca.doc#_ftnref1\"><span>[1]<\/span><\/a><span>\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.scribd.com\/document\/411705459\/INFORME-ESPECIAL-Impacto-Del-Conflicto-Social-y-Armado-en-El-Departamento-Del-Cauca-2018-2019-Violaciones-a-Los-Derechos-Humanos-en-El-Departamento#from_embed\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.scribd.com\/document\/411705459\/INFORME-ESPECIAL-Impacto-Del-Conflicto-Social-y-Armado-en-El-Departamento-Del-Cauca-2018-2019-Violaciones-a-Los-Derechos-Humanos-en-El-Departamento#from_embed<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][et_pb_button button_url=&#8220;\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Newsletter593_Artikel_Nordcauca1.pdf&#8220; url_new_window=&#8220;on&#8220; button_text=&#8220;Download als PDF&#8220; button_alignment=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;16px&#8220; button_bg_color=&#8220;#55677f&#8220; button_border_width=&#8220;2px&#8220; button_border_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; button_border_radius=&#8220;0px&#8220; button_letter_spacing=&#8220;4px&#8220; button_font=&#8220;Source Sans Pro|700||on|||||&#8220; button_icon=&#8220;%%266%%&#8220; button_icon_color=&#8220;#ffffff&#8220; button_icon_placement=&#8220;left&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_margin=&#8220;||&#8220; custom_padding=&#8220;12px|87px|12px|87px|true|true&#8220; locked=&#8220;off&#8220;]<br \/>\n[\/et_pb_button][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/d8a5f387621.jpg&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/kolko.net\/askonline\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/41b50d0cb91.jpg&#8220; force_fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_image][et_pb_sidebar area=&#8220;et_pb_widget_area_1&#8243; _builder_version=&#8220;3.27.4&#8243;][\/et_pb_sidebar][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der Regierung Kolumbiens und den FARC in einigen Gebieten Kolumbiens zu einem R\u00fcckgang der Gewalt gef\u00fchrt hat, ist im Departement Cauca das Gegenteil der Fall. 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