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Vielleicht bin ich morgen schon tot

Reportage von Rita Erben, 28 Minuten, 1996

Bogotá und Medellín, die beiden größten Städte Kolumbiens. Der Alltag der hier lebenden Jugendlichen ist von Gewalt überschattet, der Tod ist allgegenwärtig. Ein Bruder, die Schwester, eine gute Freundin oder der beste Freund wurden umgebracht - gezielt, oder weil sie zufällig in einen Schusswechsel geraten waren.

Der gewaltsame Tod eines ihnen nahestehenden Menschen war für viele Jugendliche denn aber der Anlass, aus dieser Todesspirale auszusteigen. Rap-Musik und Theateraufführungen halfen ihnen dabei, sich aus eigenen Stücken aus diesem Milieu zu befreien; Musik und Theater halfen ihnen, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen; und Rap und Theater helfen ihnen nun auch, für sich und für andere Jugendliche Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Das RED JUVENIL in Medellín ist ein Zusammenschluss von rund 500 Jugendlichen aus verschiedenen Stadtteilen und unterschiedlichen Gruppen.

Sie fordern eine kommunale Jugendpolitik, die unter Einbeziehung der Jugendlichen entwickelt wird; das Recht auf Kriegsdienstverweigerung, damit nicht noch mehr Jugendliche aus den Armenvierteln zum Militär eingezogen werden und im Krieg gegen die Guerilla sterben. Sie entwickeln Freizeit- und Bildungsangebote für die jungen Leute im Viertel, bemühen sich um Jugendtreffs, Sportplätze sowie um Ausbildungsmöglichkeiten. Und sie bemühen sich, dem verbreiteten Bild des gewalttätigen Jugendlichen das Ziel einer gewaltfreien Zukunft gegenüberzustellen.

Im Januar 1998 gehören in Medellín 37 Jugendgruppen zum Netz, das es seit 1990 gibt. Dieser Zusammenschluß strebt eine größere Anerkennung der Jugendlichen und ihrer Bedürfnisse nach Ausbildung, Rechtssicherheit und Gewaltfreiheit an. Ihr Motto heißt "Träume weben, Tatsachen schaffen".

Das RED JUVENIL ist Projektpartner von "Brot für die Welt".

Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF)
Kniebisstraße 29, 70188 Stuttgart
Telefon: 0711 - 28 47 243, Fax: 0711 - 28 46 936
info@ezef.de

oder bei anderen Evangelischen Medienzentralen ( FFFZ / Düsseldorf etc.)

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