Kohle: Gemeinschaften in der Guajira zwei Jahre nach Besuch des Glencore-Managments

Von Stephan Suhner, ask!.

Ziemlich genau zwei Jahre nach dem Besuch der Mine Cerrejón zusammen mit dem Management von Glencore und zwei Bürgern aus dem zürcherischen Säuliamt besuchte ich während zweier Tage verschiedene Gemeinschaften im Einflussbereich der Kohlemine Cerrejón. Es waren dies Campoalegre, Casitas Viejo, Roche Nuevo, Provincial und Tamaquito. Mir fiel schnell auf, wie wenig Fortschritt in verschiedenen Themen gemacht wurde (kritische Situation in den neuen Siedlungen bezüglich Wasser, Einkommensschaffung und Zustand der Häuser) und wie Cerrejón immer wieder dieselben Fehler begeht (kein Land für die Tiere, viele Familie sind nicht umsiedlungsberechtigt etc.) oder dieselben schädlichen Praktiken anwendet, die zu Zwist und Spaltung in den Gemeinschaften führen. Der grosse Lichtblick bleibt Tamaquito, da die Gemeinschaft weiterhin geeint ist, eine sehr gute Führungsperson hat und klare Verhandlungsziele beharrlich verfolgt.

Ungewissheit und Armut in Campoalegre

Am ersten Tag meines Besuches fuhren wir frühmorgens in die indigene Gemeinschaft Campoalegre. Diese Gemeinschaft liegt etwa drei Kilometer südöstlich der Mine, etwas erhöht, mit direktem Blick auf die Mine. Dementsprechend ist die Siedlung auch der Verschmutzung des Kohleabbaus ausgesetzt. Die in den 1960er Jahren gegründete Gemeinschaft ist sehr arm, der Boden ist steinig und gibt wenig her. Der Dorfgründer und traditionelle Autorität erzählt, wie das Leben nach der Gründung der Siedlung einfach war, wie es genug regnete und sie gute Ernten erzielen konnten. Sie bauten Mais, Yuca und Kürbisse an, hielten Ziegen und Rinder. Heute bauen sie auch noch an, aber die Ernten sind schlechter geworden. Die Bewohner von Campoalegre führen dies auf die Verschmutzung durch die Kohlemine zurück und zeigen verschiedene Bäume, deren Blätter von einer dichten grau-schwarzen Staubschicht bedeckt sind. Wenn die Bäume blühen, fallen danach die Früchte wenn sie noch ganz klein sind zu Boden, oder vertrocknen. Die Gemeinschaft hat auch unter der Trockenheit der letzten Jahre gelitten und viele Tiere verloren.

Die Gemeinschaft fühlt sich sich selbst überlassen und beklagt, dass sie von niemandem Hilfe bekommt, weder von staatlichen Behörden und Institutionen, noch von den Bergbauunternehmen. Lediglich eine Schule hat der Staat gebaut, und Drummond baute eine Versammlungshalle, als sie in der Nähe nach Gas suchten. Cerrejón würde sie kaum unterstützen, so die einhelligen Aussagen der Bewohner, weder für die landwirtschaftliche Produktion, noch die Schulbildung der Kinder. Letzthin wurde wegen den gesunkenen Kohlepreisen sogar der Arztbesuch in einer mobilen Klinik gestrichen. Lediglich Wasser liefert Cerrejón seit der Dürre, 1000 Liter alle acht Tage pro Familie,…
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